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Fragen und Antworten bei ÖKOTest - Murks im Nahles Gesetz

 

Am 7. Juli soll der Bundesrat das neue „Betriebsrentenstärkungesetz" (BRSG) absegnen. Damit soll der Weg freigemacht werden für Betriebsrenten - im Gesetz „Zielrenten" genannt -, bei denen es keine Garantie für das von den Arbeitnehmern eingezahlte Kapital und die in Aussicht gestellte Rentenleistung gibt. Sogar laufende Betriebsrenten können noch gekürzt werden.

Betriebsrenten ohne Garantien soll es ab 2018 aber nicht nur bei Entgeltumwandlung geben. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hebelt das neue Gesetz auch die Kapitalerhaltgarantie für Riester-Verträge aus. Denn auch für betriebliches Riestern entfallen künftig alle Garantien. ÖKO-TEST zeigt, was das heißt, wo die Stolperfallen liegen und welche handwerklichen Fehler das Gesetz birgt.

Frage: Wann und wo wird es die neue Zielrente geben?

Antwort: Die neue Zielrente wird es überall dort geben, wo Gewerkschaften und Arbeitgeberverband dies per Branchentarifvertrag vereinbaren (so genanntes Sozialpartnermodell). Für dieses Modell sieht das Gesetz eine neue Versorgungszusage vor, reine Beitragszusage genannt. Die kommt völlig ohne Garantien aus. Mehr noch: Das Gesetz schreibt sogar ein ausdrückliches Garantieverbot dafür vor. Das bedeutet: Der Arbeitgeber muss lediglich die Beiträge seiner Mitarbeiter für die künftige Betriebsrente abführen. Eine Haftung dafür, dass die eingezahlten Beiträge erhalten bleiben und es eine festgelegte (Mindest-) Höhe für die spätere Betriebsrentenleistung gibt, übernimmt er nicht. Doch auch die Versorgungseinrichtung oder die Sozialpartner übernehmen keine Haftung dafür. Sogar die Absicherung gegen Insolvenz des Arbeitgebers im Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) entfällt. Wenn das gemeinschaftliche Versorgungswerk der Sozialpartner daher schlecht wirtschaftet oder Börsenkrisen die Kapitalmärkte erschüttern, kann die Zielrente kann nicht nur bis Rentenbeginn, sondern auch sogar während der Rentenbezugszeit noch sinken.

Frage: Was soll der Verzicht auf Garantien bringen?

Antwort: Laut offizieller Begründung kann das Vorsorgekapital durch den Verzicht auf teure Garantien flexibler und zugleich chancen- und ertragreicher angelegt werden. So kann zum Beispiel ein deutlich höherer Anteil der Gelder auch in Aktien investiert werden. Das soll Arbeitnehmern letztlich eine höhere Betriebsrente bringen als die bisherigen Modelle.

Frage: Wo liegt die Gefahr bei den neuen Zielrenten?

Antwort: Die Gefahr ist, dass diese Kalkulation nicht aufgeht. Allerdings sollen zusätzliche Puffer eingebaut werden, um etwaige Verluste auszugleichen (so genanntes kollektives Sparmodell). Aus diesem Grund ist das Risiko nach Einschätzung der Experten vernachlässigbar.

Frage: Dann ist das Modell doch eine gute Sache?

Antwort: Theoretisch ja. Doch wenn das neue Modell wirklich keine Risiken birgt, dann stellt sich die Frage, warum Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles gleichzeitig das Haftungsrisiko für Arbeitgeber abbauen will. Denn das ist - laut Gesetzesbegründung - eines der wichtigsten Ziele im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz. Der Hintergrund: In der jüngsten Vergangenheit musste einige betriebliche Versorgungswerke, wie Pensionskassen und Direktversicherungen, infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase mehrfach Leistungskürzungen durchführen, was nach geltendem

Recht vom Arbeitgeber auszugleichen ist. Der muss bislang für alle zugesagten Leistungen haften und damit auch das Haftungsrisiko für Fehler bei der Verwaltung des Vorsorgevermögens oder andere Kalkulationsrisiken übernehmen - auch wenn die Firma ein externes Versorgungswerk oder einen Versicherer mit der Durchführung beauftragt hat. Da dies als Handicap für die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung angesehen wird, soll diese Arbeitgeberhaftung beim künftigen Sozialpartnermodell völlig entfallen.

Frage: Wer trägt dann künftig das Risiko?

Antwort: Die Risiken beim neuen Betriebsrentenmodell bürdet der Gesetzgeber allein den Arbeitnehmern bzw. ihren Gewerkschaftsvertretern auf. Die sollen beim neuen Sozialpartnermodell als Aufsichtsrat oder durch eine Vertretung in den entsprechenden Gremien des jeweiligen Versorgungswerks dafür sorgen, dass die neuen Zielrenten nicht zu einer "Zocker-Rente" mutieren, wie es Mathias Birkwald von den Linken formulierte. Kurz: Die Tarifpartner sollen die Verträge mitgestalten und beaufsichtigen - neben der formalen Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Frage: Ist die Kritik an den neuen Zielrenten berechtigt?

Antwort: Für seine markige Kritik an der Zielrente wurde Mathias Birkwald im Bundestag zwar heftig gescholten. Ein Blick in die Niederlande zeigt jedoch, dass die Warnhinweise durchaus berechtigt sind. Dort wurden vergleichbare kollektive Betriebsrentensysteme schon vor Jahren eingeführt und sogar mit einem üppigeren Risikopuffer ausgestattet als hierzulande geplant ist. Doch während sich die Fonds bis 2008 zunächst ausgesprochen gut entwickelten, gingen die Erträge in den Folgejahren spürbar zurück. Um das auszugleichen, wurden zunächst auf die jährlichen Erhöhungen beim angesparten Kapital verzichtet, vereinzelt sogar Beitragserhöhungen vorgenommen. Weil das alles noch nicht ausreichte, wies die niederländische Nationalbank dann 2013 erstmals 66 der insgesamt 415 Pensionsfonds an, auch bei den laufenden Renten zu kürzen - im Schnitt um zwei Prozent, vereinzelt aber auch um bis zu 6,3 Prozent. Das war ein Novum, das nicht nur die niederländischen Betriebsrentner verschreckte. Vielmehr sind ähnliche bittere Erfahrungen auch bei den geplanten deutschen Zielrente nicht ausgeschlossen.

Frage: Wie hoch ist der Reservepuffer bei den Niederländern und bei uns?

Antwort: Bei den Niederländische Pensionsfonds soll immer 5 bis 30 Prozent mehr Kapital vorhanden sein als tatsächlich benötigt wird. Hierzulande ist ein Reservepuffer von 0 bis 25 Prozent vorgesehen. Nur für die Rentenphase wurde noch eine Hürde eingezogen. Damit Betriebsrentnern keine allzu üppigen Rentenerhöhungen gewähren, die im Folgejahr bei schlechter Kapitalmarktlage womöglich zurückgenommen werden müssen, darf die Rente nur erhöht werden, wenn noch ein Restpuffer von 10 Prozent bleibt.

Frage: Gilt das neue Garantieverbot auch für betriebliche Riester-Renten

Antwort: Ja. Mit Einführung der neuen Zielrente hebelt der Gesetzgeber auch die Kapitalerhaltgarantie für Riester-Verträge aus. Denn wenn der Vertrag über den Betrieb abgeschlossen und von den Sozialpartnern in Form einer Zielrente organisiert wird, müssen Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen ebenfalls keine Garantie mehr für den Kapitalerhalt oder eine Mindesthöhe bei den Renten geben. Der Grund ist simpel: Betriebliche

Versorgungswerke unterliegen - anders als private Versicherer - nicht dem kompletten Vorschriften-Katalog, wie sie der Gesetzgeber für private Anbieter im Alterszertifizierungsgesetz festgeschrieben hat. Das war bislang auch nicht nötig, weil das Betriebsrentengesetz für alle betrieblichen Versorgungszusagen im Minimum Kapitalerhalt vorgeschrieben hat. Mit Einführung der neuen, reinen Beitragszusage im Sozialpartnermodell entfällt diese Hürde aber - und das gilt auch für betriebliche Riester-Renten.

Frage: Ist die Abschaffung der Kapitalerhaltgarantie bei betrieblichen Riester-Verträgen gewollt?

Antwort: Ob das gewollt ist oder von allen Politkern und Experten schlicht übersehen wurde, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren. Fakt ist: Im Rahmen der nunmehr fast zweijährigen Beratungen über das neue Gesetz wurde über die Frage der betrieblichen Riester-Rente ohne Garantie nicht ein einziges Mal angesprochen. Es könnte sich daher also durchaus um einen handwerklichen Fehler handeln, der sich ins Gesetz eingeschlichen hat. Denn bei betrieblichen Riester-Verträgen greifen mehrere Regelungen - dem Betriebsrentengesetz, dem Steuerrecht etc -ineinander. Weil jetzt an einem Rädchen gedreht wurde, entfällt auf einmal die Garantie.

Frage: Gibt es für betriebliche Riester-Renten ohne Garantie denn überhaupt Zulagen?

Antwort: Kurioserweise ja. Denn anders als private Riester-Produkte müssen Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen ihre Riester-Produkte nicht zertifizieren lassen. Es gibt also niemanden, der prüft, ob die Kriterien eingehalten werden, die im Alterszertifizierungsgesetz für private Riester-Verträge vorgeschrieben sind. Betriebliche Anbieter müssen zum Beispiel auch kein Produktinformationsblatt erstellen, wie es seit Jahresbeginn für private Riester-Renten vorgeschrieben sind. Die Förderfähigkeit wird lediglich im Steuerrecht geregelt. Doch heißt es in aber lapidar, dass die geleisteten Beiträge förderfähig sind, wenn " wenn eine Auszahlung der zugesagten Altersversorgungsleistung in Form einer Rente oder eines Auszahlungsplans" vorgesehen ist (§ 82 Abs. 2 EStG). Eine Garantie auf Kapitalerhalt wird nicht gefordert. Die stand ja bislang auch im Betriebsrentengesetz.

Frage: Warum sind Riester-Zielrenten riskanter als Zielrenten aus Entgeltumwandlung?

Antwort: Betriebliche Riester-Zielrenten müssen nicht einmal zusätzliche Sicherungspuffer und Arbeitgeberzuschüsse erhalten. Einen verpflichtenden Zuschuss in Höhe von 15 Prozent des Beitrags der Arbeitnehmer schreibt das Gesetz nämlich nur bei Entgeltumwandlung und nicht bei Riester-Verträgen vor. Damit sind Riester-Zielrenten vor allem für kleine Betriebe demnächst deutlich preiswerter und attraktiver als Zielrenten aus Entgeltumwandlung. Das Problem: Wenn der Arbeitgeber keinen Sicherungsbeitrag zum Ausgleich von Kapitalmarktschwankungen spendiert, müssen Arbeitnehmer den Puffer entweder selbst finanzieren - und zwar wahlweise durch Renditeverzicht oder durch zusätzliche Beiträge dafür. Das kommt teuer - womöglich sogar teurer, wie die jetzt so heftig kritisierten Garantien. Oder die Arbeitnehmer müssen ganz auf den Risikopuffer verzichten und damit ein signifikant höheres Kapitalmarktrisiko tragen als bei allen anderen geförderten Vorsorgemodellen. Denn es gibt keinen Ausgleich für Kapitalmarktschwankungen mehr.

Frage: Warum sind Ausgleichspuffer so wichtig?

Antwort: Ohne Puffer hängt das Anlagerisiko unter anderem auch von der Spardauer für die Betriebsrente ab. Wie die Ergebnisse aus der Kapitalmarktforschung belegen, müssen Anleger bei

Sparplänen im Schnitt nämlich mindestens 14 Jahre dabei sein, bevor sie einigermaßen sicher sein können, im Minimum wenigstens das eingezahlte Kapital zurück zu erhalten. Denn die Risiken und Kursschwankungen einer stärker aktienhaltigen Kapitalanlage gleichen sich - anders als bei Einmalanlagen- nur über einen längeren Zeitraum aus. Das lässt sich belegen.

Frage: Wer ist davon besonders betroffen?

Antwort: Das trifft vor allem für ältere Arbeitnehmer. Wer erst mit 50 plus mit dem Aufbau einer Betriebsrente nach diesem System beginnt, läuft aufgrund der kurzen Spardauer immer Gefahr, ein dickes Minusgeschäft zu machen. Doch auch für jüngere Arbeitnehmer ist das Modell kaum geeignet. Denn wenn ihr Sparplan nach 20 oder 30 Jahren just in einer Börsenbaisse endet, kann die Rendite ebenfalls ausgesprochen mickrig sein. Das schürt den Neid auf Kollegen, die vielleicht ein oder zwei Jahre früher dran waren, und womöglich mit einem dicken Plus nach Hause gehen konnten. Kurz: Zielrenten ohne Ausgleichpuffer zur Glättung der Renditen sind obendrein ausgesprochen unsozial.

Frage: Was kann schlimmstenfalls passieren?

Antwort: In einer anhaltenden Kapitalmarktkrise müssen die Leistungen der Zielrente gekürzt werden. Wie bereits erläutert, kann es schlimmstenfalls sogar zu Rentenkürzungen kommen. Das trifft insbesondere jene Rentner hart, die als Geringverdiener oder Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor ohnehin keine auskömmliche gesetzliche Rente haben und auf die Zusatzversorgung vom Betrieb dringend angewiesen sind. Wenn die jedoch aufgrund der Kürzungen so niedrig ausfällt, dass die Betroffenen auf Sozialhilfe angewiesen sind, muss der Staat womöglich Grundsicherung nach Kapitalmarktlage zahlen. Das ist eigentlich ein Unding. Doch solange die gesetzliche Rente keine Lebensstandardsicherung gewährleistet bzw. infolge des sinkenden Rentenniveaus bei Geringverdienern ohnehin unterhalb der Grundsicherung liegt, reicht das Zubrot aus der Betriebsrente womöglich nicht aus, um die Lücken zu schließen.

Frage: Gibt es weitere Gefahren ?

Antwort: Möglicherweise. Denn wenn es ähnlich läuft wie in den Niederlanden, wo die Pensionsfonds anfangs gute Renditen erzielten, bevor die Probleme sichtbar wurden, könnten betriebliche Riester-Renten ohne Garantie womöglich sogar zur Blaupause für die Abschaffung der Garantie auch bei privaten Riester-Renten werden. Damit würde der Staat - womöglich sogar mit dem sanften Zwang des Opting out - seine Bürger zwar zur Zusatzvorsorge zwingen, um die seit 2002 eingeführten Kürzungen bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Doch die Sicherheit, dass dieses Ziel auch erreicht wird, wäre noch weniger gewährleistet als bei den bisherigen überteuerten Riester-Produkten.

Frage: Wie kann der Gesetzgeber das verhindern?

Antwort: Will der Gesetzgeber diesen dicken Fehler im Gesetz noch ausmerzen, müsste er schnell handeln und zum Beispiel die steuerlichen Vorschriften für betriebliche Riester-Renten anpassen. Dabei würde es reichen, den Verweis in § 82 Abs. 2 EStG auf § 1 Abs. 1 Satz 1 Nummer 4 AltZertG entsprechend auszudehnen (inklusive Satz 3).

Frage: Aber sind Garantien in der momentanen Niedrigzinsphase nicht einfach viel zu teuer?

Antwort: Nicht immer. Umstritten und teuer sind vor allem die heftig kritisierten versicherungsförmigen Garantien. Das liegt aber nicht nur an den Kosten der Garantie. Vielmehr legen die Versicherer das Geld ihren Kunden derzeit auch überwiegend in sicheren Zinspapieren und damit extrem ertragsschwach an. Dabei könnten sie durchaus mehr Anlagerisiko wagen. Die Anlagevorschriften lassen ihnen durchaus Spielräume. Die werden aber nicht genutzt, weil die Versicherer bei einer solchen Anlagepolitik mehr Eigenkapital vorhalten müssen. Das haben sie derzeit überwiegend nicht. Das Riester-Recht kennt jedoch auch andere Garantiemodelle, wie sie zum Beispiel für Riester-Fondssparpläne gelten: Die kosten zwar auch Geld, sind aber längst nicht so teuer, wie das Garantiemodell der Versicherer - und liefern daher auch höhere Erträge. Zudem können Fondsgesellschaften das Kapital weitaus chancen- und ertragreicher anlegen als Versicherer und dennoch Kapitalerhalt zu Rentenbeginn garantieren. Das beste Beispiel liefert Union Invest. Die Kapitalanlagegesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken konnten für ihre riestergeförderte Uni-Profi-Rente bis Ende 2015 nach eigenen Angaben noch jährliche Renditen von 8,1 Prozent erzielen -ein Bombenergebnis im damaligen Kapitalmarktumfeld. Allerdings war der Umschichtungsmodus in schlechten Börsenzeiten den eigenen Kunden ebenfalls zu konservativ. Nach heftiger Kritik lässt Union Invest ab Juli diesen Jahres daher deutlich höhere Aktienquoten (mindestens 51 Prozent) bei seinen Riester-Fondssparplänen zu - ohne dass Sparer dafür auf den Kapitalerhalt verzichten müssen. Das zeigt: die Nutzung von Renditechancen lässt sich durchaus mit Sicherheit kombinieren.

 

7. Altenbericht & 15. Kinder- und Jugendbericht im Bundestag

23.06.2017 Anlässlich der Beratung des 7. Altenberichts und des 15. Kinder- und Jugendberichts im Deutschen Bundestag stellte Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley die gemeinsamen Interessen von jungen und älteren Menschen heraus: Beide Generationen wünschen sich Teilhabe und Eigenständigkeit und beide Generationen sind im Besonderen auf eine gute kommunale Infrastruktur angewiesen.

Jugend und Alter – diese beiden sehr gegensätzlichen Lebensphasen standen im Deutschen Bundestag am 23. Juni im Zentrum der gemeinsamen Beratung des 7. Altenberichts und des 15. Kinder- und Jugendberichts. Beide Generationen verbindet ein Generationenvertrag, der durch den demografischen Wandel auf die Probe gestellt wird.

"Die Lebensphasen Jugend und Alter liegen weit auseinander, haben aber durchaus Schnittstellen, wo sich Bedürfnisse und Probleme treffen.  Die beiden Generationen bilden die wesentlichen Pfeiler des Generationenvertrages. Dieser Vertrag wird  durch den demografischen Wandel auf die Probe gestellt. Wir müssen Antworten auf die Fragen finden: Wie schaffen wir es, dass die Jungen in einer immer älter werdenden Gesellschaft die Belastungen stemmen können? Und wie schaffen wir es, dass ältere Menschen so lange und so gut wie möglich selbstbestimmt in ihrer gewählten Umgebung leben können? Beide Fragen müssen wir im demografischen Wandel neu beantworten", sagte Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley.

15. Kinder- und Jugendbericht

Der 15. Kinder- und Jugendbericht legt erstmals seinen Schwerpunkt auf die eigenständige Lebensphase Jugend. Jugendliche und junge Erwachsene stehen vor besonderen Herausforderungen: Sie müssen sich qualifizieren, sie müssen selbstständig werden und sie müssen ihre Position in der Gesellschaft finden. Damit das gelingt, muss die Politik geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

Leitbild des Bundesjugendministeriums ist die Eigenständige Jugendpolitik, die auf Beteiligung der jungen Generation setzt. Denn eine Jugendpolitik, die allein von Erwachsenen gemacht wird, nimmt Jugendliche nicht ernst. So wurden Jugendliche auch bei der Erstellung des Kinder- und Jugendberichts beteiligt: Ergänzend zum fast 600 Seiten umfassenden Bericht, hat ein Redaktionsteam der Jugendpresse Deutschland eine Broschüre erstellt, die zentrale Themen des Berichts aufgreift.

7.  Altenbericht

Der Wunsch nach Teilhabe und Eigenständigkeit verbindet Jugendliche und ältere Menschen. Welche Voraussetzungen für ein gutes Leben im Alter erforderlich sind, steht im Zentrum des Siebten Altenberichts.

Ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität im Alter sind die lokale Infrastruktur und die sozialen Netzwerke. Mit den Mehrgenerationenhäusern, den Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz oder mit der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements stärkt das Bundesfamilienministerium die Kommunen. Eine Herausforderung bleibt aber die Sicherung von gleichwertigen Lebensverhältnissen in ländlichen und strukturschwachen Regionen.

Zurzeit wird der 7. Altenbericht in lokalen Fachforen deutschlandweit diskutiert. Wo und wann das nächste Fachforum stattfindet, wird im Laufe der nächsten Monate auf der Webseite zum Siebten Altenbericht bekannt gegeben.

Neugeborene haben hohe Chancen älter als 90 Jahre zu werden

Wiesbaden (ots) - WIESBADEN - Setzt sich der Trend zu einem immer längeren Leben fort, dann könnten 2017 geborene Jungen durchschnittlich bis zu 90 Jahre, Mädchen bis zu 93 Jahre alt werden. Grundlage dieses Ergebnisses ist die höhere Variante der neu vorgelegten Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für Kohortensterbetafeln der Geburtsjahrgänge von 1871 bis 2017. Nach der niedrigeren Variante würde die durchschnittliche Lebenserwartung für heute geborene Jungen 84 Jahre und für Mädchen 88 Jahre erreichen. Vor 100 Jahren geborene Jungen und Mädchen hatten im Durchschnitt lediglich eine Lebenserwartung von 55 beziehungsweise 62 Jahren.

Die Ergebnisse der Kohortensterbetafeln verdeutlichen die gestiegenen Chancen, ein hohes Alter zu erreichen. Nur etwa 54 % der Männer und 65 % der Frauen, die 1917 geboren wurden, sind mindestens 65 Jahre alt geworden. Von den 2017 Geborenen könnten dagegen bis zu 95 % der Jungen und 97 % der Mädchen dieses Alter erreichen. Das Alter von 90 Jahren würden dann immer noch rund 62 % der Männer und 73 % der Frauen erleben. Eine Chance 100 Jahre alt zu werden, hätten bis zu 16 % der 2017 geborenen Jungen und bis zu 22 % der heute geborenen Mädchen. Voraussetzung ist, dass der Trend zu einem immer längeren Leben anhält. Dieser ist eng mit weiteren Fortschritten in der Medizin, mit gesünderen Lebensstilen und einem steigenden Wohlstand der Bevölkerung verknüpft. Ereignisse mit negativen Auswirkungen auf die Lebenserwartung wie Kriege, Umwelt- oder Wirtschaftskatastrophen müssten ausbleiben.

Methodische Hinweise

Für die Berechnung von Kohortensterbetafeln werden die Sterbefälle und die Bevölkerungszahlen eines Geburtsjahrgangs über die Zeit hinweg betrachtet. Kohortensterbetafeln sind als Modellrechnung anzusehen, weil einerseits bei älteren Geburtsjahrgängen Datenlücken geschlossen und Gebietsveränderungen berücksichtigt werden müssen. Anderseits sind Schätzungen zur Sterblichkeit der Geburtsjahrgänge notwendig, deren Angehörige noch leben. Mit den Kohortensterbetafeln kann dann jedoch der Frage nachgegangen werden, welche durchschnittliche Lebenserwartung einzelne Geburtsjahrgänge unter Berücksichtigung der möglichen künftigen Entwicklung der Sterblichkeit erreichen können. Hierfür wurden zwei verschiedene Sterblichkeitstrends unterstellt. Diese lehnen sich an die beiden Annahmen zur Entwicklung der Sterblichkeit aus der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes an.

Eine Kohortensterbetafel unterscheidet sich von den sogenannten Periodensterbetafeln, die das Statistische Bundesamt in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Periodensterbetafeln bilden die durchschnittliche Lebenserwartung der gesamten Bevölkerung während bestimmter Kalenderjahre ab, zuletzt für den Zeitraum 2013/2015. Sie beruhen auf der Zahl der Gestorbenen und der Bevölkerung in diesem Zeitraum. Als Beschreibung der gegenwärtigen Sterblichkeitsverhältnisse sind sie unverzichtbar. Im Gegensatz zu den hier vorgelegten Ergebnissen aus Kohortensterbetafeln werden bei den Periodensterbetafeln jedoch keine Vorausschätzungen künftiger Sterblichkeitsverhältnisse berücksichtigt.

Vergleich der Lebenserwartung bei Geburt nach Jahrgängen

Quelle: Statistisches Bundesamt, 23.06.2017

Forscher finden Zusammenhang zwischen der Ungleichheit von Einkommen und dem ökonomischen Wert der Natur - Je gerechter, desto grüner

In diesem Artikel geht es zwar um Forschungsergebnisse der Universitäten Freiburg, Kiel und Berlin , es könnte auch ein idealer Slogan für eine Grün-Rote-Bundesregierung (auch umgekehrt denkbar) sein., finden wir.

Forscher der Universitäten Freiburg, Kiel und Berlin haben herausgefunden, dass der ökonomische Wert der Natur für eine Gesellschaft unter anderem von der Einkommensungleichheit in der Gesellschaft bestimmt wird. „Soziale Gerechtigkeit und Naturschutz stehen nicht unbedingt in einem Konflikt zueinander, anders als häufig behauptet wird. Vielmehr können Maßnahmen für mehr soziale Gerechtigkeit in einer gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Betrachtung auch den Naturschutz stärken“, betont Stefan Baumgärtner, Professor für Umweltökonomie und Ressourcenmanagement an der Universität Freiburg und Leiter der Studie. Die Wissenschaftler haben ihre Theorie im „Journal of Environmental Economics and Management“, der führenden Fachzeitschrift der Umweltökonomie, vorgestellt und anhand eines umfangreichen empirischen Datensatzes zu Naturbewertungen in 22 Ländern weltweit quantifiziert.

Natürliche Ökosysteme sind für Menschen aus vielen Gründen nützlich

Sie stellen Wasser, Nahrungsmittel, Baustoffe, Energie und Medikamente bereit; sie regulieren das Klima und die Ausbreitung von Krankheiten; und sie haben wichtige kulturelle Bedeutung. Aus all diesen Gründen hat Natur einen ökonomischen Wert für Menschen. „Auch wenn dieser Wert nicht offensichtlich ist, da die meisten und wichtigsten Leistungen der Natur nicht auf Märkten gehandelt werden, sollte er bei Entscheidungen über den Umgang mit Natur, zum Beispiel bei der Planung neuer Verkehrswege, Wohn- oder Gewerbegebiete, berücksichtigt werden“, betont Baumgärtner.
Dass der ökonomische Wert der Natur für eine Gesellschaft umso höher ist, je höher das durchschnittliche Einkommen in der Gesellschaft ist, war schon länger bekannt. Das liegt daran, dass bei der ökonomischen Naturbewertung die Leistungen der Natur mit dem Nutzen von Konsumgütern verglichen werden. Wer über ein höheres Einkommen verfügt, kann mehr konsumieren und wird damit normalerweise auch der Natur einen höheren Wert zusprechen.

Unklar war bislang, welchen Einfluss die Ungleichheit der Einkommensverteilung auf den ökonomischen Wert der Natur hat. Diese Frage ist nun beantwortet: Wenn die Leistungen der Natur für das menschliche Wohlbefinden gut durch von Menschen produzierte Güter und Dienstleistungen ersetzt werden können, ist der ökonomische Wert der Natur für eine Gesellschaft umso höher, je gleichmäßiger die Einkommen in dieser Gesellschaft verteilt sind. In diesem Fall gilt umgekehrt auch: Je ungleicher die Einkommen verteilt sind, desto geringer ist der ökonomische Wert der Natur für die Gesellschaft. Die empirischen Daten deuten darauf hin, dass die Bedingung der guten Ersetzbarkeit für viele Leistungen der Natur auf dem derzeitigen Konsumniveau erfüllt ist.

„Dieses Ergebnis ist wichtig, weil es einen klaren Zusammenhang zwischen sozialer Gerechtigkeit und Naturschutz herstellt“, sagt Baumgärtner. Einkommensungleichheit führe nach diesem Ergebnis nämlich zu einer Unterbewertung von Natur. Eine Verringerung von Einkommensungleichheit hätte demnach eine Höherbewertung von Natur zur Folge. Damit würde die Natur in Entscheidungen über wirtschaftliche Entwicklungsmaßnahmen auch einen höheren Stellenwert erhalten.

Originalveröffentlichung
S. Baumgärtner, M.A. Drupp, J.N. Meya, J.M. Munz and M.F. Quaas (2017), Income inequality and willingness to pay for environmental public goods, Journal of Environmental Economics and Management 85: 35–61.
http://doi.org/10.1016/j.jeem.2017.04.005

 

 

Der Preis: Das politische Buch 2017 geht an Wolfgang Gründinger

„ Die Opa-APO. Warum die  Alten unsere wichtigsten Bündnispartner sind“

Für sein Buch „Alte Säcke Politik. Wie wir unsere Zukunft verspielen“
erhält der Sozialwissenschaftler, Publizist und Zukunftslobbyist
Wolfgang Gründinger den diesjährigen Preis „Das politische Buch“ der
Friedrich-Ebert-Stiftung.

„ Sorry for the inconvenience,  but we are trying to change  the world“

Der Preis, der zu den wichtigsten Sachbuchpreisen im deutschen
Sprachraum zählt, ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird am 10. Mai 2017
im Rahmen eines Festakts in Berlin überreicht.

Die Jury würdigt Gründingers „Alte Säcke Politik“ als einen geistvollen,
streitbaren und brillant geschriebenen Beitrag zur Debatte um einen
zukunftsfähigen, generationengerechten Gesellschaftsentwurf. In seiner
Streitschrift plädiert er für einen Paradigmenwechsel hin zu den
Belangen der nachkommenden Generationen und prüft weite Felder in
Politik und Gesellschaft auf ihre Zukunftsfähigkeit: Renten, Löhne,
Digitalisierung, Bildung, Steuersystem. Anhand konkreter
Handlungsempfehlungen fordert er eine stärkere Berücksichtigung
junger Interessen und macht Vorschläge, wie unterschiedliche Werte
und Prioritäten von Alt und Jung in Einklang gebracht werden können.
(Wolfgang Gründinger: Alte Säcke Politik. Wie wir unsere Zukunft
verspielen, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh/München 2016, 223 S.)

"Der Jugend gehört die Zukunft. Den Alten alles andere.“

Der Preis „Das politische Buch“ wird jährlich für eine herausragende
Neuerscheinung verliehen, die sich kritisch mit aktuellen
gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinandersetzt,
richtungsweisende Denk- und Debattenanstöße gibt und ihre Inhalte
einem breiten Publikum verständlich macht. Zu den bisherigen
Preisträger_innen zählen u.a. Swetlana Alexijewitch, Norberto Bobbio,
Hans Magnus Enzensberger, Václav Havel, Richard Sennett, Heinrich
August Winkler, Colin Crouch und Thomas Piketty.

Des Weiteren wurden folgende Bücher von der Jury als besonders lesenswert empfohlen:

• Anthony B. Atkinson: Ungleichheit. Was wir dagegen tun können, Klett-Cotta, Stuttgart 2016
• Zygmunt Baumann: Die Angst vor den anderen – Ein Essay über Migration und Panikmache, Suhrkamp, Berlin 2016
• Kirsten Boie, Jan Birck: Bestimmt wird alles gut, Übersetzung ins Arabische von Mahmoud Hassanein, Klett Kinderbuch, Leipzig 2016
• Ian Kershaw: Höllensturz. Europa 1914 bis 1949, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2016
• Ulrich Teusch: Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten, Westend Verlag, Frankfurt/Main 2016
• Armin Thurnher: Ach Österreich! Europäische Lektionen aus der Alpenrepublik, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2016

SodaStream und Hannes Jaenicke wollen Deutschland für immer verändern

Hannes Jaenicke unterstützt die Aktion von SodaStream

PET-Flaschen, Plastiktüten und unnötiges Verpackungsmaterial gehören neben dem enormen CO2-Ausstoß zu den größten Problemen unserer Zivilisation. Rund 675 Tonnen Müll werden jede Stunde in unseren Ozeanen entsorgt, gefährden ganze Arten von Meeresbewohnern und gelangen über den Nahrungskreislauf wieder in den menschlichen Organismus. Mit ihren Wassersprudlern sorgt die weltgrößte Sprudelwassermarke SodaStream schon heute dafür, dass in Deutschland jede Woche neun Millionen Plastikflaschen vermieden werden. Doch das ist erst der Anfang – und dem Unternehmen und seinem Umweltbotschafter Hannes Jaenicke lange nicht genug.

Deutschland soll Geschichte schreiben und PET-Flaschen und unnötiges Plastik komplett aus seinem Alltag verbannen. Das ist das große Ziel, für das SodaStream ab sofort laut, unbequem und unbarmherzig in den Kampf zieht. Warum dafür nicht nur die Bürger gefragt sind, sondern auch der Gesetzgeber, wie SodaStream Druck auf Politik und Plastiklobby ausüben wird und was jeder der 82 Millionen Deutschen dafür tun kann, wird das Unternehmen im Rahmen einer großen Pressekonferenz vorstellen, an der neben SodaStream Geschäftsführer Ferdinand Barckhahn auch der Umweltaktivist Hannes Jaenicke teilnimmt. Leider können wir am 15. Mai nicht in Berlin dabei sein.

ÖKO-TEST Rosensträuße - Giftiger Blumengruß zum Muttertag

Einige Rosensträuße
enthalten eine Vielzahl an Pestiziden

Rosensträuße sind erheblich mit Pestiziden verseucht. Zu diesem Ergebnis kommt ÖKO-TEST in der aktuellen Mai-Ausgabe. Bis zu 20 verschiedene Spritzgifte wies das Labor in einem Strauß nach, darunter solche, die hierzulande verboten sind. Diese Chemiekeulen haben vor allem gravierende gesundheitliche Folgen für die Arbeiter in den Farmen.

ÖKO-TEST hat 14 Rosensträuße auf Pestizidrückstände untersuchen lassen. Das Ergebnis ist größtenteils miserabel: Das Labor fand etwa mehr als 100 mg/kg Spritzgifte in einem Blumenstrauß. Leider ist das gesetzlich erlaubt, denn einen Grenzwert für Schnittblumen gibt es nicht. Die Belastung setzt sich aus bis zu 20 verschiedenen Pestiziden zusammen. Zudem ist etwa jede dritte der nachgewiesenen Substanzen besonders bedenklich. Etliche stehen im Verdacht, Krebs zu erregen oder die Fortpflanzung zu beeinträchtigen. Außerdem gibt es solche, die akut toxisch sind, wenn sie eingeatmet oder verschluckt werden. Einige dürfen in Deutschland nicht verwendet werden, aber für Rosen aus Ostafrika gelten die Regeln der dortigen Länder.

Die hohe Schadstoffbelastung ist vor allem für die Arbeiter auf den Farmen ein Problem. Das Pestizid-Aktionsnetzwerk PAN Germany schätzt, dass weltweit 40.000 Menschen an den Folgen der Giftspritzerei sterben.

ÖKO-TEST interessierte außerdem, welche Verantwortung die Anbieter übernehmen, wenn es um die gesundheitsgefährdenden Spritzgifte bei der Produktion geht. Enttäuschend ist, dass das nur bei vier der 14 Anbieter der Fall ist. Sind die Farmen mit dem Siegel Fairtrade oder MPS zertifiziert, wird der Pestizideinsatz zwar kontrolliert – in der Regel aber nur einmal im Jahr.

ÖKO-TEST rät daher, Blumen aus dem heimischen Freilandanbau zu verschenken. Das ist auch mit Blick auf Energieeinsatz und Transportkosten die klimafreundlichere Wahl.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2017 gibt es seit dem 27. April 2017 im Zeitschriftenhandel.

 

„March for Science"  -  Kundgebung am 22.04.2017 zur Bedeutung wissenschaftlicher Fakten als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses

Grafik: March for Science Germany

Am 22. April 2017 werden Menschen in mehr als 400 Städten weltweit ein Zeichen dafür setzen, dass wissenschaftliche Fakten als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind. Auch in Freiburg haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen „March for Science" organisiert: Die Demonstration startet um 11 Uhr auf dem Platz der Weißen Rose und gipfelt in einer Schlusskundgebung auf dem Augustinerplatz. Der Senat der Universität Freiburg bittet die Mitglieder sowie die Freundinnen und Freunde der Universität, sich am „March for Science" zu beteiligen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wenden sich gegen die Tendenz im politischen und gesellschaftlichen Diskurs, die Grenze zwischen Tatsache, persönlicher Meinung und freier Erfindung – beispielsweise in Form so genannter alternativer Fakten – aufzuweichen. „Wir wollen deutlich machen, dass die Wertschätzung von Expertentum und wissenschaftlich gesicherter Erkenntnis entscheidende Voraussetzungen bilden für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Dialogfähigkeit", sagt Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, der ebenfalls am „March for Science" teilnehmen wird. „Forschungsergebnisse können unbequem sein und sind es – zum Wohle der Menschheit – in Jahrhunderten oftmals gewesen. Sie können alltägliche Gewissheiten und Gewohnheiten in Frage stellen und das Selbstbild von Einzelpersonen und Gesellschaften destabilisieren. Die Wissenschaft braucht eine gleichermaßen gelassene wie aufgeschlossene Haltung gegenüber diesen Zumutungen, um sich optimal entfalten und einen Fortschritt realisieren zu können, der im 21. Jahrhundert notwendiger ist denn je."

Weitere Informationen:
http://marchforscience.de
www.facebook.com/ScienceMarchFreiburg

WohnPortal Plus bietet kostenloses eBook für die Planung und Gründung einer Senioren-Wohngemeinschaft an

Was muss bei Wohngemeinschaften für Senioren unbedingt beachtet werden, wo liegen die Fallstricke? Die 50plus-Plattform WohnPortal Plus
( http://www.wohnportal-plus.de ) bietet jetzt gratis einen Ratgeber für Senioren, deren Angehörige, Immobilienunternehmen und sonstige Interessenten an, die mit dem Gedanken an eine Gründung einer Senioren-WG spielen oder sich bereits in der Planungsphase befinden.

Hamburg, 12. April 2017 – Ein praktischer Leitfaden für alle Senioren-WG-Gründer: WohnPortal Plus, der digitale Marktplatz für Angebot und Nachfrage von alternativen Wohnformen im Alter, hat ein eBook zusammengestellt, in dem die wichtigsten Tipps und Hinweise rund um die Gründung einer Senioren-Wohngemeinschaft gebündelt sind. „Viele Senioren oder deren Angehörige denken aus guten Gründen über die Gründung einer Senioren-WG nach, wissen aber nicht, was dabei auf sie zukommt. Mit dem kostenlosen eBook wollen wir allen 50plus WG-Interessenten und -Planern einen Ratgeber an die Hand geben, der eine erste Orientierung bietet und das Problembewusstsein schärft“, sagt der Gründer von WohnPortal Plus, Karsten Bradtke.

Das eBook rund um die Planung und Gründung einer Senioren-Wohngemeinschaft von WohnPortal Plus umfasst mehrere Themengebiete. Angefangen bei den Argumenten, die für eine Gründung einer Senioren-WG auf eigene Faust sprechen, über staatliche und karitative Beratungsstellen, der notwendigen Barrierefreiheit, der Infrastrukturanbindung, den unterschiedlichen Mietformen bis hin zur Mitbewohner-Suche und der Verteilung der Aufgaben in der Wohngemeinschaft.

Stetig steigende Nachfrage nach Informationen und Beratung für Senioren-WGs

Die Motivation, ein solches eBook für Senioren-WGs zu erstellen und kostenlos anzubieten, ist laut Karsten Bradtke denkbar einfach: „WohnPortal Plus ist ein digitaler Marktplatz für Angebote und Nachfragen aus den Bereichen 50plus, Senioren- und Handicap-, sowie barrierefreies und barrierearmes Wohnen und Leben. Da wir jedoch gemerkt haben, dass die Gründung einer Senioren-WG für viele ältere Menschen und deren Angehörige eines der wichtigen Themen ist, haben wir gezielt relevante Informationen über Senioren-WGs zusammengestellt und auch eine Telefon-Hotline eingerichtet. Da die Nachfrage nach diesen Informationen, Beratungen und Dienstleistungen sehr groß war, haben wir uns schließlich entschlossen, auch noch ein kostenloses eBook anzubieten, das diese wichtige Thematik explizit behandelt.“

Dass das eBook gratis angeboten wird, spiegelt die Unternehmensphilosophie vom WohnPortal Plus wider, denn die Benutzung des digitalen Marktplatzes, der vom Bundesverband Initiative 50Plus e. V. empfohlen wird, ist für Privatpersonen vollkommen kostenlos. Bezahlen für die Dienste von WohnPortal Plus müssen ausschließlich die Gewerbekunden, die auf dem Portal Anzeigen und Inserate schalten. Für Senioren, Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung sowie für deren Angehörigen fallen keinerlei Kosten an.

Das eBook kann natürlich nicht alle Fragen rund um Senioren-WGs umfassend beantworten, ist jedoch als Anregung und Hilfestellung mehr als nur hilfreich. Schließlich bekommt man einen guten Überblick darüber, was auf einen zukommt, wenn man eine WG für ältere Menschen gründen möchte. Wo es Hilfestellung und Mitstreiter gibt, welche Erfahrung andere WG-Bewohner gemacht haben, wo es Unterstützung gibt und die Fallstricke lauern. Gefragt, was ihm besonders am Herzen liegt, sagt Karsten Bradtke: „Natürlich sind die harten Themen wie etwa Infrastruktur, Barrierfreiheit und die Form der Mietverträge zunächst am wichtigsten. Man sollte dabei jedoch auch nicht die weichen Themen unterschätzen, wie etwa bei der Mitbewohnersuche darauf zu achten, dass die Chemie zwischen den WGlern auch wirklich stimmt und wie der Tagesablauf geregelt werden soll – etwa mit Putz- oder Kochplänen. Und letztlich möchten wir mit unserem Ratgeber möglichst viele Menschen dazu ermuntern, eine Senioren- oder 50plus-Wohngemeinschaft zu gründen. Denn diese alternative Wohnform im Alter wird aufgrund ihrer vielen Vorzüge wie selbstbestimmtes Wohnen immer populärer und wichtiger.“

Das Gratis-eBook von Wohnportal Plus kann über die Webseite http://www.wohnportal-plus.de/user/register angefordert werden.

Weitere Informationen über WohnPortal Plus gibt es auf www.wohnportal-plus.de/?q=content/fragen-und-antworten oder über die Hotline 04107 / 907-959. Interessierten steht zudem auf YouTube ein kurzer Film zur Verfügung, auf dem das praktische Internetportal für Senioren, Behinderte und selbstbestimmtes Wohnen im Alter erklärt wird.

Über WohnPortal Plus:

WohnPortal Plus (www.wohnportal-plus.de) ist die erste Internet-Plattform, die Angebot und Nachfrage aus den Bereichen Senioren- und Handicap-, sowie barrierefreies und barrierearmes Wohnen auf einem praktischen Marktplatz vereint. Zusätzlich bietet das vom Bundesverband Initiative 50Plus e. V. empfohlene WohnPortal Plus individuellen Service und Beratung, denn mit regionalen Koordinatoren stehen persönliche Ansprechpartner vor Ort für die alltäglichen Dinge des Lebens zur Verfügung. So bietet WohnPortal Plus einzigartige Lösungen für alle, die senioren-, pflege- und behindertengerechtes Wohnen anbieten oder suchen.
WohnPortal Plus bündelt Angebot und Nachfrage der Mega-Märkte Soziales und Gesundheit, Immobilien und Senioren und vereint die enormen Potenziale dieser Sektoren auf einem innovativen Portal. Suchende und Interessenten finden immer die besten und passenden Immobilien und Einrichtungen für Wohnen im Alter und mit Handicap. Anbietern ermöglicht WohnPortal Plus wirksame und effiziente Marketing- und Vertriebslösungen, um ihren behinderten- und seniorengerechten Wohnraum regional und deutschlandweit gezielt und interaktiv zu präsentieren. Anbieter von Wohnraum und regionale Koordinatoren erhalten durch ihre Präsentation und Aktivitäten auf WohnPortal Plus deutlich mehr Anfragen von Interessenten.
Die regionalen WohnPortal Plus Koordinatoren informieren, beraten und begleiten bei der Suche nach geeignetem Wohnraum für Senioren und Menschen mit Handicap und Pflegebedarf. Sie kümmern sich auch um die alltäglichen Dinge des Lebens, wie beispielsweise die Vermittlung eines Umzugsunternehmens, Behördengänge sowie sonstige notwendigen Beratungs-, Pflege- und Betreuungsleistungen.
WohnPortal Plus hilft und unterstützt tatkräftig dabei, senioren- und behindertengerecht zu wohnen und zu leben – bei Bedarf auch im Rahmen von Wohngemeinschaften (Senioren-WG, Pflege-WG, Demenz-WG u.a.) und sonstigen alternativen Lebens- und Wohnformen.
Karsten Bradtke hat das WohnPortal Plus ins Leben gerufen. Als selbstständiger Steuerberater hatte er über Jahrzehnte erfolgreich eine eigene Kanzlei in Hamburg geführt. Nach rund 30jähriger Tätigkeit entschloss er sich dann – auch aufgrund persönlicher Erfahrungen – dazu, in den Sektoren Pflege, Soziales und Immobilien tätig zu sein und Angebote wie Nachfrage in diesen Bereichen durch eine spezielle Internetlösung zu optimieren. Auf WohnPortal Plus finden Senioren, Menschen mit Handicap und Angehörige alles unter einem Dach – und für Privatpersonen absolut kostenlos.

Das cep hat in seinem jüngsten Default-Index die Kreditfähigkeit Großbritanniens untersucht und kommt zu ernüchternden Ergebnissen

Die Kreditfähigkeit Großbritanniens verfällt seit nunmehr vier Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt das cep in seinem Default-Index 2017. Ein Hauptgrund hierfür ist die hohe Konsumneigung der Bevölkerung: Seit 2012 werden mehr als 100% des verfügbaren Einkommens konsumiert. Für Prof. Lüder Gerken, Mitautor der Studie, hat dies Auswirkungen auf die bevorstehenden Brexitverhandlungen. „Die Erosion der Kreditfähigkeit schwächt die Verhandlungsposition der Briten gegenüber der EU, weil sie auf Kapital aus dem Ausland angewiesen sind. Sie benötigen Kredite aus dem Ausland, um ihren Konsum zu finanzieren. So etwas funktioniert nur eine bestimmte Zeit", so Gerken.

Für Mitautor Matthias Kullas ist darüber hinaus die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der britischen Wirtschaft ein weiteres unbewältigtes Problem. „Die Briten kommen um Maßnahmen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit nicht herum“, erklärt er.

Der Default-Index für Großbritannien zeigt an, dass sowohl der BIP-Deflator als auch die Lohnstückkosten in den letzten Jahren schneller gestiegen sind als im EU-Durchschnitt. Die hohe Konsumneigung und die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit haben dazu geführt, dass der Nettobedarf an Krediten aus dem Ausland seit 2013 bei über vier Prozent des BIP liegt.

Methodik des cepDefault-Index

Der cepDefault-Index misst seit 2011, wie sich die Fähigkeit eines Landes zur Rückzahlung der Auslandskredite und damit die Kreditfähigkeit entwickelt. Er ist damit kein Bestands-, sondern ein Prozessmaß. Dies hängt nicht nur von der Verschuldung des Staates ab. Vielmehr ist die Solidität der gesamten Volkswirtschaft ausschlaggebend. Insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf den Weltmärkten beeinflusst die Kreditfähigkeit eines Landes. So führt eine Erosion der Wettbewerbsfähigkeit regelmäßig zu höheren Importen und geringeren Exporten und damit zu Leistungsbilanzdefiziten. Der cepDefault-Index berücksichtigt daher neben den Staatshaushalten auch das Kreditverhalten der Banken, Unternehmen und Konsumenten und misst entsprechend die Entwicklung der Kreditfähigkeit des Landes insgesamt.

Am 20. Februar hatte das cep den Default-Index 2017 allein für die Euro-Zone vorgelegt.