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Dok 5 - Das Feature | 26.05.2019, 11.04 - 12.00 Uhr | WDR 5

Plötzlich liegt im Briefkasten eine Mahnung von einem britischen Online-Shop: Angeblich soll eine teure Uhr bestellt und nicht bezahlt worden sein. Bald kommen Mahnungen für Jacken, Hosen und noch mehr Uhren. So hat es SR-Autorin Katrin Aue am eigenen Leib erfahren. Sie ist Opfer von Identitätsdiebstahl geworden. In ihrem Namen haben Kriminelle über Monate immer wieder Waren bestellt und diese dann trickreich abgegriffen. Eine Masche, die offiziell Warenkreditbetrug genannt wird und zu einem Massenphänomen geworden ist.

Allein in Berlin hat sich die Zahl der angezeigten Fälle für Warenkreditbetrug in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. In der Regel stecken international organisierte Banden hinter dem Betrug. Katrin Aue spricht mit weiteren Opfern, erfährt von Ermittlern und Experten mehr über die Täter und stellt Hilfsangebote vor. „Betrug in meinem Namen – Ein Feature über Identitätsdiebstahl“ heißt das neue ARD radiofeature. Ab Mittwoch, 22. Mai 2019, ist es in sieben Wort- und Kulturwellen der ARD zu hören und ist im Internet unter www.ardaudiothek.de sowie als Podcast verfügbar.

Laut Forsa war in Deutschland fast jeder Achte schon mal von einer der vielen Formen des Identitätsdiebstahls betroffen, also der missbräuchlichen Nutzung personenbezogener Daten. An Namen, Adressen und Ausweiskopien gelangen die Täter unter anderem über gefälschte Immobilienangebote und Jobanzeigen. Unter nicht mehr genutzten Internet-Domains werden Fake-Shops eingerichtet – im Namen der ehemaligen Besitzer der Internetadressen. In Deutschland wird die Identität bei der Domainregistrierung wenig bis gar nicht kontrolliert. Leichtes Spiel für Kriminelle.

Für die Betrugsopfer können die Fälle zur nervlichen Belastung werden. Eine Betroffene sagt: „Das ist etwas, was mir auch persönlich Angst macht. Das Gefühl geht auch nie weg. Dass jemand deinen Namen missbraucht, um jemand anderen zu betrügen.“ Ein Patentrezept, um sich zu schützen, gibt es nicht. Grundsätzlich empfehlen Experten einen restriktiven Umgang mit den eigenen personenbezogenen Daten. Betrugsfälle sollten Betroffene unmittelbar zur Anzeige bringen.

Katrin Aue, gebürtige Ostfriesin, studierte Ethnologie. Volontariat beim RBB, dann Reporterin bei den politischen Magazinen des RBB-Fernsehens. Wechsel ins Recherche-Team der Nachrichtenagentur dapd. Seit 2014 als Moderatorin, Redakteurin und Reporterin beim Saarländischen Rundfunk.

Sendetermine:
SWR - Mittwoch, 22. Mai 2019, 22:03 Uhr
BR 2 - Samstag, 25. Mai 2019, 13:05 Uhr
SR 2 KulturRadio - Samstag, 25. Mai 2019, 17:04 Uhr
Bremen Zwei (RB) - Samstag, 25. Mai 2019, 18:05 Uhr
WDR 5 - Sonntag, 26. Mai 2019, 11:05 Uhr
NDR Info - Sonntag, 26. Mai 2019, 11:05 Uhr
hr2-kultur - Sonntag, 26. Mai 2019, 18:05 Uhr

Redaktion: Jochen Marmit (SR)

Eine Produktion des Saarländischen Rundfunks für das ARD radiofeature 2019

WDR Programmschwerpunkt zu Sozialen Medien und Datenschutz: Fake News, Algorithmen und die Macht von Facebook

Das Netz ist ohne soziale Medien heute kaum vorstellbar. Milliarden Menschen nutzen Facebook und andere Plattformen, um sich mit Freunden zu verabreden, sich über aktuelle Themen zu informieren und darüber zu diskutieren. Doch der jüngste Facebook-Skandal und ein neues Datenschutzgesetz verunsichern viele Menschen. Der WDR blickt in einem Programmschwerpunkt im Fernsehen, im Radio und Online auf das komplexe Thema und erklärt das Wichtigste kompakt und verständlich.

Das Wissensmagazin „Quarks“ zeigt in der Sendung am 15. Mai (21.15 Uhr, WDR Fernsehen), wie Konzerne Nutzerdaten sammeln, was Algorithmen damit machen können und wie Facebook damit Geld verdient. Das Betriebsgeheimnis, das Facebook hütet, ist der sogenannte Newsfeed-Algorithmus: ein Programm, das bestimmt, welche Inhalte jeder Nutzer auf der Plattform sieht. Das Ziel des Algorithmus ist, dass Nutzer möglichst viel Zeit bei Facebook verbringen. WDR Netz-Reporter Dennis Horn lässt sich vom Chef-Entwickler des Facebook-Newsfeeds erklären, wie das genau funktioniert.

Moderator Ranga Yogeshwar blickt in der Sendung auch auf das Thema Fake News. Eine aktuelle Studie belegt: Falsche Nachrichten verbreiten sich sechsmal schneller als richtige, bei politischen Fake News sogar bis zu siebzigmal häufiger – und das liegt nicht nur an Trollen oder Bots. Richtigstellungen verbreiten sich hingegen kaum und finden zumeist eine andere Zielgruppe als die der Fake News. Quarks visualisiert diesen Mechanismus anhand eines prominenten Beispiels im Netz.

Unter dem Titel „Digitale Datensammlungen, werden wir gruselig gläsern oder praktisch vernetzt?“ beschäftigt sich am 16. Mai das WDR 5 Wissensmagazin Leonardo mit Datenschutz im Netz. Gemeinsam mit Experten von netzpolitik.org können Hörerinnen und Hörer zwischen 15.30 und 16.00 Uhr bei „Wissen im Gespräch“ diskutieren. Am 25. Mai ist WDR-Netzexperte Jörg Schieb zu Gast in der Sendung. Er spricht mit Anrufern über das Thema: „Endlich Datenschutz für Alle oder schon zu viel? – Was bedeutet die Entwicklung für mich als Nutzer?“

Umfassende Informationen zum neuen Datenschutzgesetz, das ab dem 25. Mai gilt, bietet eine Übersichtsseite auf wdr.de. Was ändert sich für Privatpersonen, was für Vereine und Ehrenämtler, und wie kann ich mein Facebook-Profil sicherer machen? Ausführliche FAQs zum Nachlesen gibt es ab dem 15.Mai auf wdr.de.

Das Programm im Überblick:

Fernsehen:
15. Mai, 21.15 Uhr, Quarks, Soziale Medien: Wie viel Macht Facebook wirklich hat

Radio:
16. Mai, 15.30 Uhr, WDR 5 Leonardo „Wissen im Gespräch“, „Digitale Datensammlungen, werden wir gruselig gläsern oder praktisch vernetzt?“ – Im Gespräch mit Netzpolitik.org
25. Mai, 15.30 Uhr, WDR 5 Leonardo „Wissen im Gespräch“, „Endlich Datenschutz für Alle oder schon zu viel? Was bedeutet die Entwicklung für mich als Nutzer?“ – Im Gespräch mit WDR-Netzexperte: Jörg Schieb

Online auf wdr.de: Ab dem 15. Mai, Infopaket zum neuen Datenschutzgesetz

Recherche von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung

Glyphosat: Alleingang offenbar von langer Hand vorbereitet

Die umstrittene deutsche Zustimmung zum Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist offenbar monatelang vorbereitet worden. Im Bundeslandwirtschaftsministerium wurde nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung schon im Sommer vorgeschlagen, für Glyphosat zu stimmen - auch gegen den Widerstand des Umweltministeriums.

Im Bundeslandwirtschaftsministerium wurde schon lange darauf gedrungen, der Entscheidung, der Glyphosat-Verlängerung im Alleingang zuzustimmen. Das ergibt sich aus internen Unterlagen, die WDR, NDR und SZ einsehen konnten. Demnach empfahl das zuständige Fachreferat für Pflanzenschutz seinem Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) bereits am 7. Juli zu prüfen, ob man ohne das Einverständnis des Bundesumweltministeriums dem Vorschlag der EU-Kommission „eigenverantwortlich“ zustimmen könne. Eine Zustimmung ohne Einigung in der Bundesregierung widerspricht den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages von CDU und SPD. Dieser sieht vor, dass sich die Bundesregierung in solchen Fällen auf europäischer Ebene enthalten muss.

Wenige Wochen später bat die Fachabteilung die Leitungsebene dann sogar darum, bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Weisung zu erwirken. Durch den Gebrauch ihrer Richtlinienkompetenz könne das Ministerium dann ohne Rücksicht auf das Umweltministerium in Brüssel der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung zustimmen, heißt es. Das Schreiben an die Leitungsebene vom 24. August ist mit einer Fußnote versehen: Merkel habe sich zuletzt auf dem Deutschen Bauerntag ja öffentlich für Glyphosat ausgesprochen.

Die Fachabteilung im Landwirtschaftsministerium hat den zuständigen Staatssekretär schließlich am 2. Oktober noch einmal zu einer Entscheidung gedrängt: Eine deutsche Enthaltung in Brüssel gemäß Koalitionsvertrag würde einer faktischen Ablehnung entsprechen und hätte zur Folge, dass noch weitere Mitgliedsstaaten dem Kommissionsvorschlag nicht zustimmen würden. Die EU-Kommission müsste den Wirkstoff also im Alleingang genehmigen. Allerdings, so hieß es, bliebe ja noch eine weitere Handlungsoption: „Zustimmung ohne ressortabgestimmte Haltung“.

Aus den Akten, die WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung einsehen konnten, geht außerdem hervor, dass die zuständigen Ministerien Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft sich regelmäßig über die deutsche Position in Brüssel beraten haben. Ob neben dem Bundesumwelt- und dem Bundeswirtschaftsministerium auch das Bundeskanzleramt eingebunden war, lässt sich dagegen nicht ersehen, da die Akteneinsicht vom Bundeslandwirtschaftsministerium an mehreren Stellen zwischen dem 7.7. und dem 27.11 verwehrt wurde mit den Hinweisen „Interne Beratung BReg“ und „Vertrauliche Beratung BReg – nicht abgeschlossenes Verfahren“. Nach Merkels Darstellung hat Minister Christian Schmidt mit der Entscheidung in Brüssel für die Verlängerung des Pflanzenschutzmittels gegen die Weisung der Bundesregierung verstoßen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium erklärt auf Anfrage, die Vermerke seien nur zur Kenntnisnahme erstellt worden und hätten damals noch keinerlei Entscheidung nach sich gezogen.

Stand: 28.11.2017, 16.00 Uhr

Digitaler Nachlass - Wer löscht unsere Online-Konten?

Facebook ist laut einem Artikel auf WDR.de auf dem Weg, ein digitaler Friedhof zu werden. Im Jahr 2089 wird es in Deutschland erstmals mehr tote als lebende Facebook-Nutzer geben, so die Berechnung des Journalisten Dennis Horn. Tatsächlich ist der digitale Tod - und damit auch der digitale Nachlass - ein Thema, das zunehmend Beachtung findet. Indes haben laut einer Bitkom-Umfrage nur die wenigsten bislang geregelt, was nach dem Ableben mit den eigenen Online-Konten passiert. 80 Prozent der befragten Internetnutzer haben ihren digitalen Nachlass noch überhaupt nicht geregelt.

Infografik: Was passiert nach dem Tod mit Online-Konten? | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Hungriges Google

194 M&A-Deals hat Google von 2006 bis 2016 laut Angaben von CB Insights durchgezogen. So hungrig wie die Suchmaschine ist keines der vier GAFA-Unternehmen, wie unsere Grafik zeigt. Facebook kommt im selben Zeitraum auf vergleichsweise bescheiden 77 Fusionen und Übernahmen. Der größte Zukauf von Google war wohl bislang 2014 der Motorola Deal (12,5 Milliarden US-Dollar). Für die Tech-Riesen sind Investitionen in dieser Größenordnung kein Problem. So verfügt beispielsweise Apple aktuell über Finanzreserven in Höhe von über 260 Milliarden US-Dollar.

Infografik: Hungriges Google | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Einzigartige Musiksendung feiert Jubiläum: „WDR Rockpalast“

Schweiß, Adrenalin, Leidenschaft, Kult – U2, The Police, David Bowie, die Red Hot Chili Peppers und viele andere. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 1977 fand die erste der berühmten europaweit ausgestrahlten „Rockpalast“-Nächte in der Essener Grugahalle statt. Auf der Bühne: Rory Gallagher, Little Feat und Roger McGuinn´s Thunderbyrd.

In diesem Sommer feiert der WDR den 40. Geburtstag seiner einzigartigen Musiksendung mit zwei Fernsehnächten.
In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2017 sendet Das Erste ab 0.40 Uhr die 45-minütige WDR-Dokumentation „40 Jahre Rockpalast-Nacht – I've lost my mind in Essen“ und Konzerthighlights aus vier Jahrzehnten.
Das WDR Fernsehen widmet dem Rockpalast vom 28. auf den 29. Juli von 23.30 bis 7.20 Uhr ebenfalls eine Nacht mit einer 60-Minuten-Fassung der Dokumentation, einem „Best of“ aus 40 Jahren und der Wiederholung der ersten Rocknacht vom Juli 1977.
Auch ONE zeigt ab dem 24. Juli verschiedene „Rockpalast“-Konzerte. Darüber hinaus entstehen vier umfangreiche Online-Multimedia-Reportagen (www.rockpalast.de).

Das Erste

Samstag, 22.Juli 2017, 0.40 bis 5.20 Uhr
0.40 bis 1.25 Uhr Dokumentation „40 Jahre Rocknacht – I’ve lost my mind in Essen“
01.25 bis 5.20 Uhr „40 Jahre Rockpalast“ mit Konzerten:
U2 (Loreley 1983)
R.E.M. (Grünspan, Hamburg 1998 / Ausschnitte von Rock am Ring 2005)
Rage Against The Machine ( Philipshalle, Düsseldorf 2000)

WDR Fernsehen

Freitag, 28. Juli 2017, 23.30 bis 7.20 Uhr
23.30 bis 0.30 Uhr: Dokumentation „40 Jahre Rocknacht – I’ve lost my mind in Essen“
00.30 bis 3.20 Uhr: Best of 40 Jahre „Rockpalast“ – Ein Zusammenschnitt der besten Songs aus 40 Jahren
03.20 bis 7.20 Uhr: Die erste Rockpalast-Nacht (Essen, 23./24.7.1977 mit Rory Gallagher, Little Feat und Roger McGuinn ́s Thunderbyrd)

Zu Zeiten von Alan Bangs war der Rockpalast bei uns sehr beliebt

„Es ging um Unaustauschbares, das man etwas macht, was sich sonst keiner traut!“. BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken schwärmt in der WDR-Dokumentation noch heute von den Anfängen des „Rockpalasts“. Erste Gehversuche hatte es bereits 1974 gegeben. Seitdem brachte der WDR große Bands und Nachwuchstalente ins Fernsehen und später auch ins Netz. Rammstein, Die Toten Hosen, BAP, Metallica, R.E.M. und viele andere waren Gäste auf den Bühnen des „Rockpalasts“. Aus dem Befreiungsschlag der Rockfans wurde eine Institution mit festem wöchentlichen Sendeplatz und zusätzlichen Events und Sendungen. Das blieb auch so, als der heutige Redaktionsleiter Peter Sommer 2003 die Sendung von seinem Vorgänger Peter Rüchel übernahm. Rüchel hatte den „Rockpalast“ zusammen mit Regisseur Christian Wagner erfunden.

Die „Rockpalast“-Nächte wurden in den Eurovisionsländern zeitgleich in Radio und Fernsehen übertragen und waren schnell in ganz Europa Kult: Man feierte eine Party und nahm das Konzert auf Tonband auf, um es sich später wieder anzuhören. Das Archiv des „Rockpalasts“ ist eine wahre Fundgrube: Hunderte Konzerte dokumentieren die Entwicklung der internationalen Populärmusik seit den Siebzigerjahren: von The Who zu Kraftklub und von ZZ TOP zu den Foo Fighters.

Die Übertragungen der Sommerfestivals gehören heute genauso zum Programm wie die Aufzeichnungen ausgewählter Einzelkonzerte oder das Klubfestival „Crossroads“. Abseits der Bühne spielt die Reihe „Rockpalast-Backstage“, in der Gastgeber Ingo Schmoll nationale Musikgrößen zum Gespräch trifft.

Der „Rockpalast“ läuft regelmäßig in der Nacht von Sonntag auf Montag im WDR Fernsehen. Zusätzliche Sendetermine gibt es im MDR und bei ONE. Auch 3sat und die Radioprogramme 1LIVE, COSMO, WDR 2 und WDR 4 spielen „Rockpalast“-Aufzeichnungen. In Zusammenarbeit mit ARTE entstehen zudem Musik-Dokumentationen.

„Wir haben da mal was vorbereitet“

Wir haben da mal was vorbereitet“ – dieser Satz von Jean Pütz aus seiner ‚Do-it-yourself-Sendung‘ „Hobbythek“ ist legendär. Am 21. September wird er 80 Jahre alt. Aus diesem Anlass erinnert das WDR Fernsehen am kommenden Freitag, 16. September 2016, von 23.30 bis 0 Uhr an die Jahrzehnte, in denen Jean Pütz sich und die „Hobbythek“ zu einer bekannten Fernsehmarke geformt hat. Mit scheinbar biederen, manchmal auch verrückten Themen, mit unbequemen und manchmal kämpferischen Botschaften, mit seiner unnachahmlichen Art, komplizierte Dinge einfach und verständlich darzustellen. Und mit einem Gespür für neue Produkte und neue Trends.

ean Pütz © WDR
Jean Pütz, © WDR

Ob Joghurt oder Süßstoff, Hautcreme oder Haarshampoo – Jean Pütz hatte für alles ein eigenes Rezept. 345 Mal war er mit der „Hobbythek“ auf Sendung und setzte damit einen Trend: Nicht kaufen, selber machen.

Wunderdoktor und Verbraucherschützer
Dutzende Sendungen handelten von Kosmetik und selbst gemachten Cremes oder Seifen. Sie wurden zu Verkaufsschlagern, weil Verbraucher mit Allergien und Hautproblemen endlich Produkte wollten, bei denen sie wussten, was drin ist.
Dabei kannte Pütz keine Tabus, wenn es um Themen ging, von denen er meinte: Sie sind genau das, worüber jeder hinter vorgehaltener Hand redet: Intimes, Sex, Stuhlgang, Wasserlassen. Mit der Hobbythek „Darm und Po“ (1996) packte er diese Themen an und wurde erst belächelt - dann um den Erfolg beneidet.

Spürnase und Trendsetter


Jean Pütz entwickelte einen Öko-Waschmittelbaukasten; zunächst mit flüssigen Zutaten, später mit Pulver. Die Stiftung Warentest zeichnete den Baukasten mit der Note „gut bis sehr gut“ aus und nannte es „das ökologischste aller bestehenden Systeme“. Auch das Lebenselixier Wasser war ihm ein Anliegen. So verbreitete er einen Sprudelautomaten für Leitungswasser (1999) und stellte teures Mineralwasser in Frage. Mineralwasserproduzenten klagten, auch ein bekannter Hersteller von Wasserfiltern. Sie verloren - und Pütz behielt recht: „Dat Wasser vun Kölle es jot“.

Hobbykoch und Ernährungsberater

Pütz war auch Hobbykoch – immer unter der Prämisse: Genuss ohne Reue. Mit seinen Ballaststoffen, Erbsenfasern und Geliermitteln propagierte er einen neuen Koch- und Ess-Stil – die von ihm entwickelten Süßstoffe werden noch heute vertrieben.


Neue Zahlen zu Topverdienern in Deutschland - Ungleichheit bei den Einkommen größer als bislang bekannt

Neue Daten über die Einkommen der reichsten Deutschen zeigen: Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland deutlich weiter auseinander, als es die offiziellen Statistiken bisher ausweisen. Darüber berichtet das ARD-Magazin MONITOR in seiner heutigen Ausgabe (14.07.2016, 21.45 Uhr im Ersten).

© WDR
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Bei den Daten handelt es sich um Einkommenszahlen von Spitzenverdienern aus mehr als 1.300 Unternehmen, welche die Unternehmensberatung Kienbaum erhoben hat. Danach sind die Einkommen von Geschäftsführern von 1997 bis 2014 um 42 Prozent angestiegen. Die Einkommen von Vorständen legten um 59 Prozent zu, die von DAX-Vorständen sogar um 186 Prozent. Zum Vergleich: Die Einkommen von Durchschnittsverdienern stiegen im selben Zeitraum nur um 15 Prozent.

Die Zahlen geben deutliche Hinweise darauf, dass die offiziellen Erhebungen die Einkommen von Spitzenverdienern viel zu niedrig einschätzen. So lag das mittlere Einkommen von Geschäftsführern und Vorständen laut den Kienbaum-Daten im Jahr 2013 beispielsweise bei rund 500.000 Euro brutto. Das so genannte sozioökonomische Panel SOEP geht dagegen davon aus, dass das oberste Prozent im selben Jahr im Schnitt nur rund 200.000 Euro brutto verdient hat.

Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung, weil die Daten des SOEP auch eine wichtige Grundlage bilden für den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Dass es hierbei nur zu einer ungenügenden Erfassung der Topverdiener kommt, war bisher bekannt – nicht jedoch das Ausmaß der Verzerrung.

Der Wirtschaftsweise Prof. Peter Bofinger hält die von Monitor veröffentlichten Zahlen für äußerst relevant. „Man sieht hier, die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet als es in den bisherigen Statistiken abgebildet wird“, so Bofinger. Auch angesichts der neuen Zahlen fordert der Wirtschaftsweise, die Steuern für hohe Einkommen zu erhöhen. „Aus meiner Sicht würde es naheliegen, wieder zu den Steuersätzen zurückzukehren, die wir in den 90er Jahren hatten. Und das war ein Spitzensteuersatz in der Einkommenssteuer von 53 Prozent.“

Das für den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zuständige Bundesarbeitsministerium teilte gegenüber Monitor mit, dass man „Neuerungen im Bereich der statistischen Berichterstattung zu Reichtum in Deutschland“ künftig aufnehmen wolle.

ARD-DeutschlandTrend

Sonntagsfrage: Regierungsparteien legen zu, AfD verliert

 © WDR Quellenangabe „ARD /Infratest dimap“

© WDR
Quellenangabe „ARD /Infratest dimap“

In der Sonntagsfrage kommt die Union auf 34 Prozent (+2 im Vergleich zum Vormonat). Die SPD legt um einen Punkt zu und erreicht 22 Prozent. Die Linke erreicht 9 Prozent (+/-0), die Grünen 13 Prozent (+/-0). Die FDP kommt auf 6 Prozent (+/-0) und die AfD auf 12 Prozent (-3). Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.504 Wahlberechtigte bundesweit befragt. Die Streitigkeiten um die AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg finden in der bis Mittwochabend durchgeführten Erhebung keinen erkennbaren Niederschlag.

Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung steigt in diesem Monat wieder an. Mit der Arbeit der Bundesregierung sind 48 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden (+6). 52 Prozent sind weniger bzw. gar nicht zufrieden (-5).

Auf Platz eins der Liste der beliebtesten Politiker liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit 74 Prozent Zustimmung (+3 im Vergleich zum Vormonat). Ihm folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 64 Prozent Zustimmung (+4). Es folgt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 59 Prozent Zustimmung (+9). Dies ist ihr bester Wert seit September 2015 (damals: 63 Prozent Zustimmung). Mit der Politik des Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir sind 50 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden (+3), Innenminister Thomas de Maizière kommt auf 46 Prozent Zustimmung (-3). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kommt auf 45 Prozent Zustimmung (+/-0) und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel auf 41 Prozent Zustimmung (-2).

Befragungsdaten

  • Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
  • Fallzahl: 1.004 Befragte, Sonntagsfrage: 1.504 Befragte
  • Erhebungszeitraum: 4.7.2016 bis 5.7.2016, Sonntagsfrage: 4.7.-6.7.2016
  • Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
  • Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe/Dual Frame
  • Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 5%;
** bei einem Anteilswert von 50%

Stand: 07.07.2016, 23.45 Uhr

„Fußpilz“: Drehstart für neuen „Tatort“ aus Münster

Jan Josef Liefers und Axel Prahl© WDR/Markus Tedeskino
Jan Josef Liefers und Axel Prahl© WDR/Markus Tedeskino

Heute starten die Dreharbeiten für den nächsten „Tatort“ aus Münster: „Fußpilz“ führt Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) in den tiefen Wald. Dort haben Arbeiter die sterblichen Überreste einer jungen Frau entdeckt, die eigentlich schon vor zwei Jahren in ihre moldawische Heimat zurückkehren wollte. Die Episodenhauptrollen in diesem Tatort übernehmen Thomas Heinze („Blochin“, „Der Minister“) und Max von Pufendorf („Der Fall Bruckner“, „Mit Burnout durch den Wald“). Regie führt Thomas Jauch („Tatort: Mord ist die beste Medizin“, „Bloch: Inschallah“), Kameramann ist Clemens Messow („Tannbach – Schicksal eines Dorfes“, „Die Spiegel-Affäre“). Das Drehbuch stammt wieder vom bewährten Autorenduo Stefan Cantz und Jan Hinter, die schon den ersten Fall des Münsteraner „Tatort: Der dunkle Fleck“ (2002) geschrieben hatten.

Was machen denn Professor Karl-Friedrich Boerne und die Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) gemeinsam auf dem Tanzparkett? Kommissar Frank Thiel kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Auch ihn hat es in die Tanzsportgemeinschaft Münster verschlagen – allerdings aus beruflichen Gründen. Bei der im Wolbecker Wald gefundenen Leiche handelt es sich um die Tänzerin Elmira Dumbrowa. Sie gehörte zur Lateinformation des Vereins. Ihre ehemaligen Tanzpartner sind geschockt von der Nachricht dass die junge Moldawierin ermordet wurde. Doch zum Trauern bleibt ihnen keine Zeit. Sie stehen kurz vor einem wichtigen Wettkampf, der sie in die Spitzenklasse des deutschen Tanzsports katapultieren könnte. Der Vereinspräsident Dr. Winfried Steul (Thomas Heinze) und der Trainer Andreas Roth (Max von Pufendorf) treiben ihr Team. Da wird im Wald in der Nähe des Tatorts ein abgetrennter Männerfuß gefunden…

In Gastrollen in diesem „Tatort“ zu sehen sind unter anderem Gordon Kämmerer („Dessau Dancers“) und Mersiha Husagic („Mordkommission Istanbul“), Nathalie Thiede („Für immer“) u.v.a.. Wieder mit dabei sind außerdem ChrisTine Urspruch als Prof. Boernes Assistentin Silke „Alberich“ Haller, Friederike Kempter als Kommissarin Nadeshda Krusenstern und Claus D. Clausnitzer als Taxifahrer Herbert Thiel.

Der „Tatort: Fußpilz“ ist eine Produktion der Bavaria Fernsehproduktion GmbH (Niederlassung Köln; Produzentin: Sonja Goslicki) im Auftrag des WDR (Redaktion: Nina Klamroth). Die Dreharbeiten laufen bis 4. Dezember 2015 in Münster, Köln und Umgebung. Ein Sendetermin steht leider noch nicht fest. Wir freuen uns dennoch schon jetzt darauf.

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Welche Rechte habe ich als Mieter? Wie sorge ich am besten fürs Alter vor? Wie viel Bio steckt tatsächlich in Bio-Produkten? Viele der Fragen, die sich im Alltag stellen, beantwortet der WDR in seinem vielfältigen Programmangebot. Doch um die gesuchte Information zu finden, musste der Verbraucher sich bisher mühsam durch Programm und Internet arbeiten.


Einkaufswagen
© WDR/dpa/Achim Weigel

Ab 17. August ist das anders. Dann geht die WDR Verbraucherplattform an den Start. Alle Inhalte der verschiedenen Hörfunk- und Fernsehsendungen sind dann auf einer Plattform zu finden. Unter www.verbraucher.wdr.de sind alle Themen user-freundlich aufbereitet, die bisher in den vielfältigen Verbrauchersendungen und Websites behandelt wurden. Gesundheit, Ernährung, Wohnen, Geld  oder Freizeit – alle Informationen dazu sind auf dem Portal zusammengefasst. Aktuell, kompetent, unabhängig, werbefrei und kritisch.

Mit der Verbraucherseite bedient der WDR das große Bedürfnis und Interesse des Publikums nach alltagsnaher Information, Hintergrundberichterstattung und Beratung. Die Sendungen „Servicezeit“, „markt“, „Marken- und Haushaltscheck“ im Fernsehen sowie „Profit“ oder „Quintessenz“ auf WDR 5 bündeln ihre Informationskompetenz deshalb auf einer gemeinsamen  Plattform.

Ab 17. August auf www.verbraucher.wdr.de.