Studie zur Bürokratie­entlastung im Ehrenamt vorgestellt

Der Normenkontrollrat Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen Bericht mit 49 konkreten Vorschlägen zur Entlastung von Vereinen und Ehrenamtlichen von Bürokratie übergeben.

Das Foto zeigt: v.l.n.r.: Dr. h.c. Rudolf Böhmler, Dr. Gisela Meister-Scheufelen, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Staatssekretär Dr. Florian Stegmann und Bernhard Bauer
v.l.n.r.: Dr. h.c. Rudolf Böhmler, Dr. Gisela Meister-Scheufelen, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Staatssekretär Dr. Florian Stegmann und Bernhard Bauer

Der Normenkontrollrat hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen Bericht mit 49 konkreten Vorschlägen zur Entlastung von Vereinen und Ehrenamtlichen von Bürokratie übergeben. Die Empfehlungen des externen Beratungsgremiums zum Bürokratieabbau richten sich an das Land, aber auch an den Bund und die Kommunen.

49 Konkrete Vorschläge zum Bürokratieabbau bei Vereinen und Ehrenamtlichen

„Zum ersten Mal ist Licht in die Bürokratiebelastung im Ehrenamt gekommen: Der Normenkontrollrat hat die besonders belasteten Bereiche des Ehrenamts identifiziert und Vorschläge auf den Tisch gelegt, wie Vereine und Ehrenamtliche von Bürokratie entlasten werden können“, so die Vorsitzende des Normenkontrollrats Dr. Gisela Meister-Scheufelen.

Der Normenkontrollrat hatte gemeinsam mit dem Dienstleister Prognos AG eine Studie zur Bürokratiebelastung des Ehrenamts im Land durchgeführt, an der zahlreiche Vereine und Ehrenamtliche aus Baden-Württemberg mitgewirkt haben. Insgesamt wurden 1.900 Vereine und Ehrenamtsinitiativen befragt. Der Normenkontrollrat hat unter anderem vier Workshops in Schwäbisch Gmünd, Ravensburg, Ettlingen und Offenburg durchgeführt.

„Die Vereine und Ehrenamtlichen haben berichtet, dass die Bürokratiebelastung nach dem allgemeinen Nachwuchsproblem bereits an zweiter Stelle der Ursachen steht, warum die Vereine und Initiativen Schwierigkeiten bei der Gewinnung von ehrenamtlichem Engagement haben“, betonte die Vorsitzende des Normenkontrollrats.

Ergebnis der Studie ist, dass ein typischer Verein im Land durchschnittlich 6,5 Stunden wöchentlich mit Bürokratie zu tun habe und die Hauptbelastung derzeit am stärksten im Datenschutz- und Steuerrecht sowie den Auflagen bei der Genehmigung von Festen sehe. Der Grad der Belastung hänge dabei davon ab, wie vor Ort in den Landratsämtern und Kommunalverwaltungen das Recht vollzogen wird. Für 73 Prozent der Befragten verursachen Rechtsvorschriften eine hohe oder sehr hohe Bürokratiebelastung. 65 Prozent antworten, dass die bürokratischen Verfahren für sie eine hohe bzw. sehr hohe Bürokratiebelastung darstellen.

Die Empfehlungen des Normenkontrollrats richten sich daher zum einen auf konkrete Rechtsänderungen unter anderem im Steuer- und Sozialversicherungsrecht des Bundes sowie die Abschaffung von statistischen Meldepflichten. Um beispielsweise mehr Fußballtrainer zu gewinnen fordert der Rat eine deutliche Erhöhung der Übungsleiterpauschale und der Ehrenamtspauschale.

Normenkontrollrat empfiehlt Ernennung eines Ehrenamtsbeauftragten

Im Land empfiehlt der Normenkontrollrat die Ernennung eines Ehrenamtsbeauftragten der Landesregierung als Ansprechpartner für die Vereine und Ehrenamtlichen und die Schaffung einer zentralen Homepage Ehrenamt, auf der Informationen zu Vorschriften und Förderprogrammen gebündelt und in einfach verständlicher Sprache abrufbar sein sollen. Beispielsweise sollen Fragen zum Datenschutz praxisnah beantwortet werden und Hinweise auf Muster-Formulare oder Verträge auffindbar sein. Die Studie hat ergeben, dass die Ehrenamtlichen grundsätzlich Verständnis für die gesetzlichen Anliegen haben, allerdings die Vielzahl der Gesetze und die Komplexität beklagen.

„Für die Ehrenamtlichen wäre die Bündelung von Informationen im Internet eine sehr große Hilfe. Die Ehrenamtlichen sollen schnell verbindliche Antworten auf Fragen aus der Praxis erhalten“, so die Vorsitzende des Normenkontrollrats.

Der Normenkontrollrat hat den Bericht heute Herrn Ministerpräsident Kretschmann übergeben. „Nun ist die Landesregierung am Zuge“ sagte die Vorsitzende bei der Übergabe des Berichts und wies auf die große Erwartungshaltung der Ehrenamtlichen hin, schnell von Bürokratie entlastet zu werden. „Baden-Württemberg ist das erste Land, in dem es einen solchen Bericht gibt.“

Der Normenkontrollrat ist ein unabhängiges Gremium, das die Landesregierung im Bürokratieabbau berät. Die Vorschläge sind deshalb nicht mit der Landesregierung oder den jeweils zuständigen Ministerien abgestimmt.

Kretschmann dankt dem Normenkontrollrat

Der Ministerpräsident dankte dem Normenkontrollrat. „Das Ehrenamt liegt der Landesregierung und mir persönlich besonders am Herzen. Die Landesregierung hat bereits letzte Woche ein umfassendes Arbeitsprogramm mit 60 Maßnahmen zum Bürokratieabbau vorgelegt. Unter anderem entlasten wir damit die Ehrenamtlichen in unserem Land.“ Der Koordinator der Landesregierung für Bürokratieabbau und Chef der Staatskanzlei, Dr. Florian Stegmann, kündigte an, die jeweils betroffenen Fachministerien mit der inhaltlichen Prüfung der neuen Empfehlungen zu beauftragen: „Die Landesregierung wird kontinuierlich am Abbau von bürokratischen Hürden weiterarbeiten und begrüßt daher die Anregungen des Normenkontrollrats.“

Der Normenkontrollrat

Die Landesregierung hat im September 2017 ein umfassendes Regierungsprogramm zur Entbürokratisierung verabschiedet. Dazu wurde ein unabhängiger Normenkontrollrat eingerichtet, der seit 1. Januar 2018 im Amt ist. Ihm gehören Dr. Gisela Meister-Scheufelen (Vorsitzende), Bernhard Bauer (stellvertretener Vorsitzender), Dr. h.c. Rudolf Böhmler, Prof. Dr. Gisela Färber, Claus Munkwitz und Bürgermeisterin Gerda Stuchlik an.

Dr. Florian Stegmann ist seit Oktober 2018 als neuer Chef der Staatskanzlei der Koordinator für Bürokratieabbau der Landesregierung. Am 26. November 2019 hat die Landesregierung das größte Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau in der Geschichte des Landes verabschiedet.

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Das Regionen-Ranking für Familien & SeniorInnen

„Welche Regionen bieten gute Rahmenbedingungen für SeniorInnen und Familien?“, fragte uns das ZDF. Zwei Studien geben Antwort. Sie messen die äußeren Lebensumstände in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten und stellen sie in Rankings gegenüber.

Foto zeigt die Ergebnisse für Freiburg
Testen Sie Ihre Stadt – Hier Freiburg i. Breisgau

Die „Deutschland-Studie für Familien“ zeigt: Nahezu überall in Deutschland gibt es Kreise und Städte, in denen Familien gut wohnen können. Besonders gut schneiden Regionen im Umland von Großstädten und Ballungszentren ab. Auch ältere Menschen finden in Einzugsgebieten von Großstädten sowie in vielen kleineren bis mittelgroßen Städten gute Lebensbedingungen vor – zu diesem Ergebnis kommt die „Deutschland-Studie für Seniorinnen und Senioren“.

Screenshot der Ergebnisse für Freiburg. Die Stadt hat nicht alle Fragen beantwortet.
Warum Freiburg die Fragen nicht beantwortet hat, wissen wir nicht.

Die beiden Studien untersuchen die äußeren Lebensverhältnisse für Familien sowie Seniorinnen und Senioren in Deutschland. Die Studien 2019 knüpfen an die große Deutschland-Studie aus dem Mai 2018 an. Auf Basis statistischer Daten aus verschiedenen Lebensfeldern geben die Studien Orientierung, wo die äußeren Rahmenbedingungen für Familien und ältere Menschen besonders gut sind und wo es Verbesserungspotenziale gibt. Wurden in der ZDF-Deutschland-Studie 2018 die allgemeingültigen Lebensumstände gemessen, berücksichtigt die neue ZDF-Deutschland-Studie 2019 die Bedürfnisse in unterschiedlichen Lebensphasen.

In interaktiven Karten, Regionen-Rankings und zwei „ZDFzeit“-Dokumentationen hat das ZDF die Ergebnisse der Deutschland-Studie 2019 aufbereitet:
deutschland-studie.zdf.de/

Neuerungen im Vergleich zur Studie 2018

Die Systematik und der grundlegende Aufbau der Studien von 2018 und 2019 sind vergleichbar. Für beide wurde ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf objektiven Daten basiert.

Um die Besonderheiten jeder Region sichtbar zu machen, hatten die Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister 2019 zusätzlich die Chance, an einer Befragung teilzunehmen. Hier konnten sie angeben, was ihre Region für Seniorinnen, Senioren und Familien besonders macht. Das Ergebnis der Befragung enthält unvergleichbare Eigenschaften einer Region, die nicht in die Bewertung einfließen, da dafür nur vergleichbare, objektive Daten hinzugezogen werden können.

Neu ist auch, dass die Nutzerinnen und Nutzer auf der Website des ZDF außerdem die Möglichkeit haben, das allgemeingültige Ergebnis der Studien durch Anpassung bestimmter Parameter für sich zu verändern, so dass im Ergebnis individuelle Gewichtungen und persönliche Präferenzen dargestellt werden.

Sendetermine der ZDF-Deutschland-Studien 2019

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Ein Adventsgeschenk für Jung und Alt

Vom 7. bis 24. Dezember 2019 erhalten alle über 65-Jährigen freien Eintritt ins Museum. Für alle unter 25 Jahren ist der Museumsbesuch ohnehin gratis.

Besucherinnen der Ausstellung „Resonating Spaces“, Fondation Beyeler Riehen/Basel, 2019; Foto: Mathias Mangold
Besucherinnen der Ausstellung „Resonating Spaces“, Fondation Beyeler Riehen/Basel, 2019; Foto: Mathias Mangold

Zum Abschluss des erfolgreichen Ausstellungsjahres 2019 wendet sich das Museum mit einem besonderen Geschenk an das ältere Publikum und gewährt allen über 65-jährigen Besuchern freien Eintritt ab Samstag, den 7., bis und mit Dienstag, den 24. Dezember. In Kombination mit der überaus beliebten „U25“-Aktion mit Gratiseintritt für alle unter 25-Jährigen steht dem generationenübergreifenden Kunstgenuss während der Adventszeit nichts im Wege.

Für die jahrelange Treue der älteren Besucher möchte sich das Museum bedanken und schenkt allen über 65-Jährigen freien Eintritt vom 7. bis 24. Dezember 2019. Da alle unter 25-Jährigen ohnehin das ganze Jahr über freien Eintritt in die Fondation Beyeler geniessen, sind die beiden Aktionen kombiniert eine schöne Gelegenheit für einen Gratis-Museumsbesuch zweier Generationen. So können in der Vorweihnachtszeit Grosseltern mit ihren Enkeln gemeinsam die zeitgenössischen Werke und Installationen von Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Resonating Spaces“ erleben. Oder es können Enkel ihre Grosseltern ins Museum einladen, um die Sammlungsausstellung „Sammlung Beyeler / Sammlung Rudolf Staechelin“ zu sehen, ohne ihr schmales Taschengeldbudget zu belasten.

Überaus erfolgreich wurde bereits 2017 die Aktion „U25“ gestartet, bei der allen Museumsbesuchern unter 25 Jahren das ganze Jahr über freier Eintritt ins Museum gewährt wird. Seit der Lancierung haben fast 75’000 Jugendliche von diesem Angebot profitiert und sind gratis ins Museum gekommen.

Das Jahr 2019 in der Fondation Beyeler begann fulminant mit der Ausstellung „Der junge PICASSO – Blaue und Rosa Periode“, welche die frühen Werke des Jahrhundertkünstlers Pablo Picasso feierte und die mit über 330’000 Besucherinnen und Besuchern als die am zweitbesten besuchte Ausstellung in die Geschichte der Fondation Beyeler einging. Die Sommerausstellung zeigte daraufhin eine umfassende Werkschau des zeitgenössischen Malers Rudolf Stingel, parallel dazu lief den Sommer über die Ausstellung „Louise Bourgeois – Insomnia Drawings“. Die Sammlung Beyeler wurde mit den Sammlungsausstellungen „Picasso Panorama“ und „Lost in Time Like Tears in Rain“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Die aktuelle Herbstausstellung „Resonating Spaces“ präsentiert ausgewählte Arbeiten der fünf international renommierten, zeitgenössischen Künstlerinnen Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread und ist noch bis zum 26. Januar 2020 zu sehen. Die Werke dieser Künstlerinnen schaffen in sehr unterschiedlicher Form eine spezifische Qualität von Räumlichkeit – akustisch, als Skulptur oder gezeichnet. 

Die neueste Sammlungsausstellung „Sammlung Beyeler / Sammlung Rudolf Staechelin“ zeigt die erst dieses Jahr nach Basel zurückgekehrte Sammlung von Rudolf Staechelin in neuen und überraschenden Kombinationen mit Werkgruppen der Sammlung Beyeler und ist bis zum 5. Januar 2020 geöffnet. www.fondationbeyeler.ch

Fondation Beyeler, Beyeler Museum AG, Baselstrasse 77, CH-4125 Riehen

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Spaß beim Ermitteln im Landesmuseum Württemberg

Die Lust an Kriminalfällen ist ungebrochen! 

Skelett, Arzt und Musiker im Keller
Das Foto zeigt einen Klavierspieler und eine Sängerin im roten Kleid.

Umso mehr, wenn Krimifans selbst ermitteln und spielerisch Teil der kniffligen Handlung werden können – und dies noch dazu in einem außergewöhnlichen Ambiente. Auch 2020 führt das Landesmuseum Württemberg seine interaktive Reihe „Mord im Museum“ weiter. Da die Abendtermine erfahrungsgemäß rasch ausgebucht sind, empfiehlt es sich, frühzeitig Plätze zu sichern. Mit „Mord im Museum“ bietet das Landesmuseum Württemberg Hobbydetektiven die Gelegenheit, sich in einen spannenden Mordfall verwickeln zu lassen und an dessen Auflösung aktiv mitzuwirken. Dabei wird das Publikum durch bekannte und unbekannte Bereiche des Alten Schlosses bzw. des Fruchtkastens geführt und hat ganz nebenbei die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken. Passend zum musealen Flair geschehen die Verbrechen im „Kulturmilieu“ – ob bei der feierlichen Auftaktveranstaltung zu einer Vortragsreise über die Königinnen von Württemberg oder bei einem Konzert zwischen historischen Musikinstrumenten. Im kommenden Jahr stehen abwechselnd zwei Plots auf dem Spielplan: „Der Tod der Königin“ mit Schauplätzen im Alten Schloss und der Mordfall „Die Koloratur des Todes“, bei dessen Auflösung das Publikum durch das Haus der Musik im Fruchtkasten geführt wird. Tickets, die sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignen, können bereits gebucht werden. 

Termine MORD IM MUSEUM II “Der Tod der Königin” (jeweils 19 bis ca. 22 Uhr):Do 12.3. + Fr 13.3. + Sa 14.3.2020Do 7.5. + Fr 8.5. + Sa 9.5.2020Do 19.11. + Fr 20.11. + Sa 21.11.2020Ort: Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart 

Termine MORD IM MUSEUM III “Die Koloratur des Todes” (jeweils 19 bis ca. 21.30 Uhr):Do 30.1. + Fr 31.1. + Sa 1.2.2020Do 27.2. + Fr 28.2. + Sa 29.2.2020Do 24.9. + Fr 25.9. + Sa 26.9.2020Do 10.12. + Fr 11.12. + Sa 12.12.2020Ort: Haus der Musik im Fruchtkasten, Schillerplatz 1, 70173 Stuttgart 

Eintritt jeweils VVK 27 €, ermäßigt 17 €/ AK 29 €, ermäßigt 19 €

Tickets im VVK unter www.landesmuseumstuttgart.de oder an der Museumskasse im Alten Schloss

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Glauben Sie, dass wir zu lange leben?

Wie lange junge Erwachsene leben wollen

Unser Leben wird immer länger – leben wir vielleicht „zu lange“? Bisher ist wenig darüber bekannt, wie lange die Menschen leben wollen, und die meisten der wenigen bestehenden Studien haben sich ausschließlich auf Erwachsene mittleren und älteren Alters konzentriert. Von jungen Erwachsenen wird erwartet, dass sie noch länger leben als die heutigen Generationen, und sie sind auch dabei, eine Reihe von Entscheidungen zu treffen und Verhaltensmuster festzulegen, die ihre zukünftige Entwicklung und Gesundheit dramatisch beeinflussen. Daher ist es wichtig zu verstehen, wie lange besonders junge Menschen leben wollen, warum einige junge Menschen länger leben wollen als andere und welche Folgen es haben kann, wenn man kürzer oder länger leben will.

Catherine E. Bowen, Solveig Glestand Christiansen, Anastasia Emelyanova, Elena Golubeva, Marcin Stonawski und Vegard Skirbekk haben eine Umfrage unter über 700 Studierenden in Österreich, Norwegen, Polen und Russland durchgeführt. Sie fragten die Studierenden, wie lange sie leben wollen (bevorzugte Lebenserwartung), wie lange sie leben wollen (subjektive Lebenserwartung) und wie lange sie denken, dass eine durchschnittliche Person gleichen Alters und Geschlechts leben wird (Glaube an die durchschnittliche Lebenserwartung der Kohorte). Insgesamt befragten sie 715 Studierende. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 22 Jahre alt. Eine knappe Mehrheit waren Frauen (58,3%).

Mehr als ein Fünftel will nicht älter als 80 Jahre werden

Die Forscher fanden heraus, dass ein Fünftel der Teilnehmer (21,2%) weniger als 80 Jahre alt werden wollte, während etwas mehr als die Hälfte (53%) ihre 80er oder 90er Jahre erleben wollte, und ein Viertel (25,8%) 100 oder mehr Jahre leben wollte. Im Gegensatz zu dem Stereotyp, dass junge Menschen glauben, dass sie für immer leben werden, haben die Teilnehmer im Großen und Ganzen eher unterschätzt, wie lange sie im Vergleich zu den jüngsten Prognosen wahrscheinlich leben werden. Die überwiegende Mehrheit (über 85%) der Teilnehmer wollte mindestens so lange leben, wie sie es erwarten und mindestens so lange wie ein durchschnittliches Kohortenmitglied. Die Unterschiede zwischen der tatsächlichen Lebenserwartung und der Lebenserwartung der Teilnehmer waren erheblich: Im Durchschnitt wollten die Teilnehmer etwa acht Jahre länger leben, als sie persönlich erwarten, und etwa 13 Jahre länger, als sie glauben, dass ein durchschnittliches Kohortenmitglied leben wird. Basierend auf diesen Ergebnissen kamen die Autoren zu dem Schluss, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass junge Menschen glauben, dass sie „zu lange“ leben werden.

Junge Männer wollen länger leben als junge Frauen

Die Ergebnisse zeigten auch eine Reihe interessanter Länder- und Geschlechter-unterschiede. Wie in Abbildung 1 dargestellt, war die Kluft zwischen der Lebenserwartung und der Lebenserwartung der Teilnehmer besonders groß (ca. 10 Jahre) für Teilnehmer in Russland und Polen, d.h. den Ländern mit der niedrigsten Lebenserwartung in der Stichprobe. Obwohl Frauen meist länger leben als Männer, wollten männliche Teilnehmer mehrere Jahre länger leben als weibliche Teilnehmer (M = 91,34 Jahre bzw. 87,01 Jahre). Das Ausmaß des Geschlechtergefälles bei der bevorzugten Lebenserwartung war in den einzelnen Ländern ähnlich, obwohl das tatsächliche Geschlechtergefälle bei der Lebenserwartung in Österreich, Norwegen, Polen und Russland sehr unterschiedlich ist (z.B. ein Geschlechterunterschied in der Lebenserwartung von 4,1 Jahren in Norwegen gegenüber 11,4 Jahren in Russland).

Die Grafik zeigt die Verteilung der Antworten auf die Länder

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch mögliche Vorläufer und Folgen der bevorzugten Lebenserwartung junger Erwachsener auf. Besonders bemerkenswert ist, dass die Denkweise der Menschen über das Alter ein wichtiger Indikator dafür zu sein scheint, wie lange sie leben wollen, auch im jungen Erwachsenenalter. Interessanterweise waren Teilnehmer, die es vor ihrem 80. Geburtstag vorzogen zu sterben, eher bereit, täglich Tabak zu konsumieren und völlig körperlich inaktiv zu sein, als ihre Altersgenossen, die bis zu ihrem 80. oder 90. Lebensjahr leben wollten.

https://population-europe.eu/pop-digest/do-you-think-we-live-too-long

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Konzept gegen die Einsamkeit im Alter

Was Städte tun können, um Einsamkeit ihrer alternden
Bevölkerung vorzubeugen

Psychologen sprechen von einer neuen Volkskrankheit, Großbritannien gründet ein
Ministerium zu ihrer Bekämpfung: Einsamkeit ist ein Phänomen unserer Zeit. Auch in Deutschland betrifft sie Menschen allen Alters, ab dem 75. Lebensjahr nimmt die Einsamkeit statistisch gesehen zu. Da es in Deutschland künftig immer mehr Ältere
geben wird, dürfte Einsamkeit an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnen. Zu diesem Schluss kommt das Diskussionspapier »(Gem)einsame Stadt? Kommunen gegen soziale Isolation im Alter« des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der
Körber-Stiftung.

Titelbild der Studie "Gemeinsame Stadt?"

Neben der demografischen Entwicklung können auch gesellschaftliche Trends zu einer Zunahme von Einsamkeit und sozialer Isolation führen: Die Altersarmut wird insgesamt steigen, immer mehr Menschen werden ohne Partner und Kinder alt und der Infrastruktur-Abbau im ländlichen Raum dürfte zunehmen und damit Begegnungsmöglichkeiten reduzieren.

Kommunen als Schlüsselakteure

Die Autoren des Diskussionspapiers verweisen aber auch auf Entwicklungen, die diese Trends entgegenwirken und sich positiv auf die soziale Einbindung der älteren Generationen auswirken: »Die zukünftigen Senioren werden durchschnittlich so mobil,
gesund, gebildet, engagiert und digital aktiv alt wie keine Vorgängergeneration vor ihnen«, erklärt Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts.

Begegnungsorte, geeignete Wohnformen und Teilhabemöglichkeiten schützen Ältere darüber hinaus vor Einsamkeit und sozialer Isolation. Karin Haist, Leiterin der Projekte
demografische Zukunftschancen der Körber-Stiftung, betont: »Da Kommunen solche Angebote für Begegnung und Teilhabe vor Ort bieten können, sind sie die Schlüssel-akteure bei der Bekämpfung von Einsamkeit ihrer älteren Bewohner und Bewohnerinnen.«

Kommunen können somit die Lebensqualität des Einzelnen
erhöhen und zugleich Kosten für die Gemeinschaft senken, denn
Einsamkeit beschleunigt nachweislich Erkrankungen und frühere
Pflegebedürftigkeit.

Handlungsempfehlungen gegen Einsamkeit

Die Körber-Stiftung und das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung haben Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese sollen Kommunen darin unterstützen, der Einsamkeit ihrer alternden Bevölkerung vor Ort entgegenzuwirken.
Strategie entwickeln: Einsamkeit enttabuisieren und Verwaltung und lokale Organisationen sensibilisieren.

  • Strategie entwickeln: Einsamkeit enttabuisieren und Verwaltung und lokale Organisationen sensibilisieren.
  • Wohnen »mit Anschluss« fördern: Wohnformen erarbeiten, die einen Verbleib im gewohnten Umfeld ermöglichen.
  • Soziale Partizipation ermöglichen: Gute Rahmenbedingungen für Engagement schaffen und Selbstorganisation fördern. Auf bereits Isolierte mit individuellen Angeboten zugehen.
  • Öffentliche Orte gestalten und schaffen: Öffentliche Orte für Begegnung gestalten und Mobilitätsangebote schaffen.
  • Aktiv informieren, sensibel kommunizieren: Infomaterial bereitstellen und Angebote nicht explizit als Einsamkeitsprävention vermitteln.

Über die Körber-Stiftung
Die Körber-Stiftung stellt sich mit ihren operativen Projekten, in ihren
Netzwerken und mit Kooperationspartnern aktuellen Herausforderungen
in den Handlungsfeldern Innovation, Internationale Verständigung und
Lebendige Bürgergesellschaft. 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber
ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute von ihren Standorten Hamburg
und Berlin aus national und international aktiv.


Über das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein unabhängiger
Thinktank, der sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer
Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige
Stiftung gegründet und hat die Aufgabe, das Bewusstsein für den
demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern,
neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung
demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten.

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Digitales Hilfsportal

Ein Modell für Freiburg?

Vortrag, Information und Diskussion

  • Wie lassen sich die Lösungen für den demografischen Wandel besser koordinieren?
  • Welche Möglichkeit gibt es für Nachbarschaftshilfen, um weniger Hilfsanfragen ablehnen zu müssen und mehr Engagierte zu gewinnen?
  • Wie können sich pflegende Angehörige, Nachbarschaftshilfen und Pflegedienste besser miteinander abstimmen?

Dazu lädt am Mittwoch, 4. Dezember die inklusive Sozial- und Quartiersgenossenschaft SAGES eG zusammen mit der Stadt Freiburg ein. Die Veranstaltung startet um 17:30 Uhr in den Tagungsraum „Schauinsland“ des Rathauses im Stühlinger (Fehrenbachallee 12). Thema des Abends ist die digitale Transformation in der Nachbarschaftshilfe.
Nach dem Grußwort des Ersten BüBürgermeister Ulrich von Kirchbach wird ein gut funktionierendes Modell digitalisierter Nachbarschaftshilfe von Thomas Oeben vorgestellt, Geschäftsführer der Helferportal GmbH. Sein interdisziplinäres Modell verbindet Pflege, bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement, hervorragend funktionierende Logistik und einen hohen Grad der Digitalisierung. Das Konzept wird in München bereits erfolgreich durch den Verein DeinNachbar e.V. umgesetzt. Nach dem Vortrag gibt es Gelegenheit zur Diskussion und Nachfragen. Bei Brot und Wein können sich Interessierte anschließend über die Pläne zur Anpassung des vorgestellten Modells in Freiburg informieren. Die SAGES eG steht für Gespräche zur Helfer*innendatenbank für bürgergetragene Nachbarschaftshilfen, als auch anderen der SAGES eG angegliederten Projekte zur Verfügung. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Wann: Mittwoch, 4. Dezember 2019 um 17:30 Uhr

Wo: Tagungsraum „Schauinsland“ des Rathauses im Stühlinger (Fehrenbachallee 12).

SAGES eG

… ist eine gemeinnützige Genossenschaft in Freiburg, die seit 2006 über vielfältige Erfahrungen im Bereich der Senioren- und Familienhilfe verfügt. Sie steht neuen Mitgliedern, Gruppen und Projekten im Bereich der Nachbarschaftshilfe aufgeschlossen gegenüber. Bisher sind 65 Menschen und Organisationen Mitglied der SAGES eG. Ihr Zweck im Rahmen einer demokratischen Unternehmensstruktur ist, die sozialen oder kulturellen Belange von Mitgliedern und Nichtmitgliedern mittels gemeinschädlichen Geschossbetriebes zu fördern.
www.sages-eg.de

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So (un)frei ist das Internet

Weltweite Internetnutzung

In nur 15 von 65 für die Studie Freedom of the Net 2019 untersuchten Ländern ist das Internet frei. Das Gegenteil gilt in 21 Ländern. Das am umfangreichsten zensierte Netz der Welt ist das von der „großen Firewall“ abgeschirmte China. Aber auch in den USA sehen die Analysten die Internetfreiheit unter Druck. In 47 Ländern wurden Nutzer wegen online getätigter politischer, sozialer oder religiöser Äußerungen festgenommen. In mindestens 20 Ländern wurden Social Media– und Kommunikationsanwendungen gesperrt. Unterm Strich lässt sich sagen, dass das freie Internet derzeit weltweit bedroht ist.

Infografik: So (un)frei ist das Internet | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die Grafik bildet den Stand der Internetfreiheit in 65 Ländern ab

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Angehörige nicht allein lassen

Der Demenz-Podcast von Christine Schön

Label des Podcastformates Demenz

Der große Durchbruch bei der medikamentösen Behandlung von Demenz lässt bislang auf sich warten. Deswegen ist die menschliche Unterstützung das wichtigste „Medikament“ zur Behandlung von Demenz. Der größte Teil der Pflege wird von Angehörigen übernommen.
Sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen ist Demenz eine aufwühlende Diagnose.

Viele ungewohnte Situationen entstehen: „Wie reagiere ich, wenn Opa sich plötzlich ganz anders verhält als früher?“ Doch wichtig ist: Die Gefühle und die Persönlichkeit der Betroffenen bleiben, wir müssen nur einen anderen Zugang zu ihnen finden.

Um Angehörige zu informieren und ihnen die Unsicherheit im Umgang mit Demenz zu nehmen, hat die Hörfunkautorin und Klangkünstlerin Christine Schön den Demenz-Podcast entwickelt. Die Moderatorin des Podcasts widmet schon seit sechs Jahren ihre Recherchen dem Thema Demenz und ist dabei oft mit Pflegenden und Angehörigen in Kontakt gekommen. Ihr Audioformat „Hörzeit – Radio wie früher“ richtet sich vor allem an Betroffene, im Demenz-Podcast möchte sie die Angehörigen ansprechen. Am Anfang jeden Monats erscheint eine neue etwa halbstündige Folge des Podcasts. Pro Sendung steht ein Aspekt im Mittelpunkt: Wie wird eine Demenz festgestellt? Wie kommuniziere ich am besten mit Menschen mit Demenz oder wie kann der Alltag gestaltet werden? Der Podcast lichtet den Demokratie-Dschungel: Stichworte wie Vorsorgevollmacht, rechtliche Betreuung und Pflegegrad sind danach kein Rätsel mehr. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch den Podcast, wie sowohl für Angehörige als auch Betroffene ein erfülltes und glückliches Leben trotz Demenz möglich ist.

Christine Schön spricht in ihrem Podcast mit Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, aber auch Angehörigen, um den gesunden Umgang mit Demenz persönlich und von allen Seiten zu beleuchten. Ziel ist es, den Hörern kompakte und dabei unterhaltsame Informationen weiterzugeben. Der Vorteil von Podcasts ist, dass man sie überall hören kann: beim Gärtnern, Kochen oder Autofahren. Hörer finden den Demenz-Podcast über die Website www.demenz-podcast.de–dort gibt es zudem hilfreiche Links, Tipps und Anlaufstellen –oder auf allen gängigen Podcatchern. Gefördert wird der Podcast von der Veronika Stiftung. Die Zwischenbilanz überzeugt: Nach nur kurzer Zeit erfreut sich der Podcast bereits in der Fachwelt, aber auch bei pflegenden Angehörigen großer Beliebtheit.

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Überleben in Auschwitz

Im Gespräch mit Zdzisława Włodarczyk, Zeitzeugin des Nationalsozialismus

Foto: Zdzisława Włodarczyk, Zeitzeugin und Überlebende von Auschwitz-Birkenau
Zdzisława Włodarczyk. Foto: privat

Die heute 86-jährige Zdzisława Włodarczyk war sechs Jahre alt, als die Wehrmacht Polen überfiel. Im Alter von elf Jahren kam sie ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Der Zweite Weltkrieg hat sie einer glücklichen Kindheit beraubt und Erinnerungen hinterlassen, die sie bis heute quälen. Das Colloquium politicum veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk und der Landeszentrale für politische Bildung Freiburg im Wintersemester 2019/20 erneut einen Abend in der Reihe „Zeitzeugen der NS-Zeit im Gespräch“. Unter dem Titel „Überleben in Auschwitz – Die Bilder des Krieges lassen mich nicht los“ spricht Włodarczyk über ihre Erinnerungen, über tieffliegende Flugzeuge und Bomben, die auf Zivilistinnen und Zivilisten fielen. „Die Kriegserinnerungen tun mir weh, aber ich muss darüber berichten, damit sich das nicht wiederholt“, erklärt die Referentin, die sich seit Jahren ehrenamtlich engagiert und anderen ehemaligen KZ-Häftlingen in ihrer Region hilft.

Was: Zeitzeugengespräch

Wann: 05. November 2019, 20:15 Uhr

Wo:
Kollegiengebäude I
Hörsaal 1010
 Platz der Universität 3
79098 Freiburg

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Veranstalter: Colloquium Politicum, Maximilian-Kolbe-Werk, Landeszentrale für politische Bildung

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenlos. Die Veranstaltungssprache ist Deutsch.

Weitere Informationen

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