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Bonn, 26. Juni 2019. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das Sicherheitselement SPU230 der Firma Qualcomm zertifiziert, das in die Mobile Platform Snapdragon 855 integriert ist.

Bonn, 26. Juni 2019. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informations-technik (BSI) hat das Sicherheits-element SPU230 von Qualcomm zertifiziert, das in die Mobile Platform Snapdragon 855 integriert ist.

Die Zertifizierung des aus Hardware, Firmware und Betriebssystem bestehenden Sicherheitselements erfolgte nach Common Criteria (ISO/IEC 15408) EAL 4 + ALC_DVS.2 und AVA_VAN.5. 
Erstmalig wurde damit ein Sicherheitselement nach Common Criteria zertifiziert, das in einem Breitbandprozessor für mobile Endgeräte wie etwa Smartphones integriert ist. Damit steht mobilen Plattformen ein Sicherheitsanker zur Verfügung, dessen Sicherheitsniveau mit dem einer Smartcard vergleichbar ist.

"Smartphones und Tablets werden heute für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt, bei denen hohe Sicherheitsanforderungen gelten, beispielsweise im Zahlungsverkehr, zur Speicherung von Passwörtern, Schlüsseln und sensiblen Daten wie Gesundheitsdaten oder zur 2-Faktor-Authentisierung. 
Bei der Absicherung dieser Geräte geht der Trend zu einer immer höheren Integration der Bauteile. 
Als zentrale Zertifizierungsstelle in Deutschland konnten wir mit der Zertifizierung dieses Systems-on-a-Chip zeigen, dass die Common Criteria auch für komplexe Produkte das Kriterienwerk der Wahl sind. Diese Zertifizierung ist außerdem eine Bestätigung für die weltweit hohe Reputation des BSI-Zertifizierungsschemas. BSI-Zertifikate werden im Rahmen internationaler Anerkennungsveeinbarungen und darüber hinaus weltweit anerkannt", erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Ein "System-on-a-Chip" (SoC) vereinigt sämtliche Funktionen eines Systems auf einem Chip, um kleinere Baugrößen und eine höhere Performance zu erreichen sowie Kosten und Energieverbrauch zu senken. Funktionen, für die früher mehrere ICs benötigt wurden, sind heute auf einem einzigen Chip integriert, z.B. CPU, Signalprozessor, Graphikprozessor, Sicherheitselement sowie verschiedene Breitbandmodems.

Die Common Criteria sind ein internationaler Standard (ISO/IEC 15408) für die Zertifizierung von IT-Sicherheitsprodukten mit transparenten Zertifizierungsergebnissen. Die Evaluierungsstufe EAL 4 + ALC_DVS.2 AVA_VAN.5 bestätigt eine Widerstandsfähigkeit des Produktes gegen Angreifer mit hohem Angriffspotential.

Der Zertifizierungsbericht ist abrufbar unter
https://www.commoncriteriaportal.org/products/h
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Zertifikate_CC/CC/System_on_a_Chip_SOC/1045.html

Niedersachsen forscht zu den Topthemen der CEBIT

Vom automatisierten Notruf über Augmented Reality für den Windpark bis zu Wissensmanagement und Digital Health

Die neue CEBIT bietet die Möglichkeit, sich über die neusten Angebote und Trends  im Bereich Digitalisierung zu informieren. Dabei sollte das kritische Hinterfragen nicht vergessen werden. Nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.

Die nachfolgenden Informationen wurden einer Pressemitteilung entnommen.

Hannover. Niedersachsen forscht zu den Topthemen der CEBIT. Das zweitgrößte Bundesland in Deutschland zeigt auf seinem Gemeinschaftsstand in Halle 16 Zukunftsszenarien der Digitalisierung.  Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen präsentieren Lösungen zu den Themen-Highlights der CEBIT 2018: Künstliche Intelligenz, Virtual und Augmented Reality, Security, Internet of Things, Smart Home, E-Learning und Digital Health.

Automatisierter Notruf, Netzwerk-Turbo für Panorama-Videos und ein Hörsystem der Zukunft

Mit ProtectMii hat die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg eine neuartige Notruf-App für die CEBIT angekündigt. Die Smartphone-Anwendung kann einen Hilferuf an ausgewählte Kontakte verschicken, ohne dass der Absender aktiv werden muss. Im Hintergrund arbeitet ein intelligentes Tracking-Verfahren, das auf einer patentierten Kombination aus Soft- und Hardware basiert und international einsetzbar sein soll. Außerdem präsentiert die Universität einen digitalen Assistenten für Wohnungsvermieter: Homevoice kann administrative Tätigkeiten wie die Kontrolle von Mieteingängen oder Nebenkostenabrechnungen vollständig automatisieren.

Das Streamen von Panorama-Videos erfreut sich dank der günstigen Preise von 360-Grad-Kameras zunehmender Beliebtheit. Doch auch in der Industrie 4.0 ergeben sich viele sinnvolle Anwendungen – zum Beispiel die Sicherheitsüberwachung oder Anlageninspektion. Allerdings benötigt die Übertragung dieser Videos über das Internet viel Bandbreite. Mit dem Projekt e360 zeigt die Georg-August-Universität Göttingen, wie sich mit einer Kombination aus Edge-Computing (Verarbeitung von Daten an der Netzwerkperipherie) und Future Internet die Belastung der Netzinfrastruktur bei der Übertragung der Videodateien reduzieren lässt.

An Hörsystemen der nächsten Generation forscht die Medizinische Hochschule Hannover. Künftig sollen Hörgeräte mit einem Brain-Computer-Interface ausgestattet sein und sich per Gedankenkontrolle steuern lassen. Dabei greifen die Forscher auf EEG-Signale des jeweiligen Trägers zurück. Ein weiteres einzigartiges Konzept ist die Einbindung von Künstlicher Intelligenz in ein Cochlea-Implantat. Dabei handelt es sich um eine Prothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktionsfähig ist.

Maschinelles Lernen und Prgramme für den Informatikunterricht

Die Leibniz Universität Hannover widmet sich dem weltweiten Trend zum Applied Machine Learning: Mit maschinellen Lernverfahren und der Analyse großer Datenmengen lassen sich auch komplexe Aufgaben effizient lösen. CEBIT-Besucher können sich anhand interaktiver Exponate, Lernmodule und Spiele von den vielfältigen Möglichkeiten des maschinellen Lernens überzeugen.

Die momentan verfügbaren E-Learning-Lösungen schöpfen das Potenzial der Digitalisierung nicht aus, weil sie in den meisten Fällen auf Einzelunterricht ausgelegt sind. Mit CodeUp hat die Universität Osnabrück ein Programm für den Informatikunterricht entwickelt, das Lernen zum Gruppenerlebnis macht. Die Software verbindet Erkenntnisse aus der neurologischen Forschung, Aspekte aus dem Bereich Gamification und moderne Machine-Learning-Ansätze zu einem spannenden Planspiel. Zudem möchte die Forschungseinrichtung auf der CEBIT ihr deutschlandweit einmaliges Industrial Design Labor vorstellen, in dem Produkt-Protoypen mit Hochleistungsrechnern, 3D-Druckern und Virtual-Reality-Technologie entstehen.

Augmented Reality für den Windpark, Smart-Home-Steuerung für mehr Energieeffizienz und Cybersicherheit für kleine Unternehmen

Wie mit der Verknüpfung von technischen und betriebswirtschaftlichen Daten ein homogenes Bild in Echtzeit entsteht, demonstriert die Jade Hochschule Wilhelmshavenam Beispiel eines Windparks. Um die Verfügbarkeit und Netzsicherheit solcher Anlagen sicherzustellen, wird eine smarte Infrastruktur eingesetzt. Alle Prozesse werden mit Hilfe von Augmented Reality in Form eines digitalen Zwillings dargestellt.

Für Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Komfort zuhause soll eine innovative App der Hochschule Hannover sorgen. Scheck365 ist der Prototyp einer Smartphone-Anwendung, mit der man die intelligent vernetzte Smart-Home-Technik in den eigenen vier Wänden so steuern kann, dass sich auch die Energieeffizienz vieler anderer Wohnungen in Deutschland verbessert. Wie das Ganze als Element der Energiewende funktioniert, verraten die Wissenschaftler auf der CEBIT.

Mit einer Cybersicherheits-Beratung für kleine Firmen, mittelständische Unternehmen und Hochschulen ist das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport in Halle 16 präsent. Die Informations- und Kommunikationsplattform zeigt IT-Entscheidern, mit welchen Mitteln sie ihr Unternehmen vor Hackerangriffen schützen können.

Big Data und KI: Intelligentes Wissensmanagement verbessert medizinische Therapiemöglichkeiten

Wie Big-Data-Technologien das Wissensmanagement im Medizinbereich auf eine neue Qualitätsstufe bringen können, demonstriert die Technische Informationsbibliothek aus Hannover, die nach eigenen Angaben weltgrößte Fachbibliothek für Technik und Naturwissenschaften. Anwendung findet das Verfahren bereits im EU-Forschungsprojekt IASIS – Big Data for Precision Medicine. Es zielt darauf ab, Informationen aus unterschiedlichen medizinischen Aufzeichnungen in Datenbanken oder Genomdaten darzustellen, um die Therapie von Kranken zu optimieren.

Mit einem ähnlichen Thema beschäftigt sich die Technische Universität Braunschweig. Deren Wissenschaftler demonstrieren auf der CEBIT, wie man so genannte Data Lakes, die verschiedenste Daten in ihrer natürlichen Form zusammenführen, strukturieren und in Services verwandeln kann, die sich schnell nach Schlagwörtern durchsuchen lassen. Als anschauliches Beispiel dient ein Medium aus der Pharmaziebranche.

Auch das Oldenburger OFFIS-Institut für Informatik will mit Big-Data- und Cloud-Unterstützung die Lebensqualität von Kranken verbessern und gleichzeitig die Behandlungskosten senken. Für das Projekt Medolution entstand eine intelligente Umgebung, die professionelle medizinische Informationen mit nutzergenerierten Daten verbindet. Die nötigen Prozesse werden auf der CEBIT am Beispiel eines Kunstherzens gezeigt.

CEBIT-Besucher, die wissen wollen, welche Zukunftstechnologien die Forschung bewegen, sollten also auf jeden Fall einen Besuch auf dem Niedersächsischen Gemeinschaftsstand einplanen (Halle 16, D18).