Archiv der Kategorie: Allgemein

Besonders Ältere sehen Windräder als Störfaktor an

Eine aktuelle YouGov-Umfrage offenbart die Einstellung der Deutschen zu Windrädern

Das Foto zeigt ein Windrad

Köln, 23.01.2020. Das Thema Nachhaltigkeit spielt auch im Bereich Energie eine immer größere Rolle. Vor allem die Windkraft macht einen bedeutenden Teil der regenerativen Energien aus. Doch wie stehen die Deutschen zu Windkraftanlagen und Windrädern, und wie unterscheiden sich die Meinungen in den verschiedenen Altersgruppen? Drei Viertel (74 Prozent) der deutschen Befragten geben an, dass sie Windräder als Lieferanten erneuerbarer Energien befürworten, 16 Prozent wiederum lehnen sie ab. Die Befürwortung von Windkraftanlagen schlägt sich auch im Verständnis der Befragten für den Bau neuer Windräder nieder: 73 Prozent halten Neubauten für wichtig, 17 Prozent für unwichtig. Einer von fünf (20 Prozent) Deutschen im Alter von 55 Jahren und älter lehnt Windräder ab. Von den jungen Befragten zwischen 18 und 24 Jahren haben 9 Prozent eine ablehnende Haltung zu Windrädern. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der internationalen Data and Analytics Group YouGov, für die 2.068 Personen vom 17.01. bis 20.01.2020 ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

Ältere Befragte bevorzugen am ehesten Offshore-vor Onshore-Windparks, das zeigt diese Statistik

Akzeptanz von Windrädern im Landschaftsbild bei jüngeren Befragten höher

Drei von zehn (30 Prozent) Deutschen befürworten die Optik von Windrädern im Landschaftsbild, 20 Prozent lehnen sie ab. 43 Prozent wiederum stehen dem Aussehen der Windräder neutral gegenüber. Der Blick in die Altersgruppen zeigt, dass sich die jüngeren Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren nicht so sehr an der Optik von Windkraftanlagen stören wie die älteren ab 55 Jahren: Vier von zehn (40 Prozent) Deutschen im Alter von 18 bis 24 Jahren bewerten das Aussehen als gut bis sehr gut (vs. 28 Prozent der Befragten im Alter ab 55 Jahren). Eine ablehnende Haltung zur Optik der Windräder haben dagegen 7 Prozent der jungen Deutschen (vs. 25 Prozent der Personen ab 55 Jahren).

Windräder stören ein Fünftel der in der Nähe von Windrädern Lebenden 

Von den Befragten, bei denen im Umkreis von 5 km des eigenen Wohnsitzes Windräder erbaut worden sind (42 Prozent der Gesamtbefragten), geben 20 Prozent an, dass sie sich von den Windrädern gestört fühlen. 79 Prozent fühlen sich nicht gestört. Am ehesten geben die 35-44-Jährigen (27 Prozent) an, dass sie sich durch die Anlagen gestört fühlen.

Offshore- oder Onshore-Windparks bevorzugt?

Ein Viertel (24 Prozent) der Deutschen spricht sich für Offshore-Windparks aus, also jene vor der Küste bzw. im Meer, 8 Prozent für Onshore-Windparks, die sich auf dem Festland befinden. 45 Prozent der Befragten befürworten beide Standortoptionen. 9 Prozent lehnen sowohl Offshore- als auch Onshore-Windparks ab. Drei von Zehn (29 Prozent) der Befragten ab 55 Jahren befürworten Offshore-Windparks und 6 Prozent Onshore-Windparks. Die jüngeren Befragten sind im Vergleich dazu konträr eingestellt: 13 Prozent der 18-24-Jährigen befürworten Windräder auf dem Festland, 15 Prozent dagegen an der Küste oder im Meer. 10 Prozent der Personen ab 55 Jahren lehnen sowohl Offshore- als auch Onshore-Windparks ab, bei den 18-24-Jährigen geben 3 Prozent diese Antwort.

Sonnenenergie und Wasserkraft wird im Vergleich zur Windenergie als wichtiger erachtet

Windenergie ist allerdings nicht die als am wichtigsten erachtete regenerative Energiequelle. Sonnenenergie wird von den Deutschen zu 89 Prozent als wichtig erachtet, Wasserkraft zu 86 Prozent und Windenergie zu 80 Prozent. Besonders die Befragten ab 55 Jahren schätzen die Energieerzeugung durch Sonne (94 Prozent) und Wasser (91 Prozent) als wichtiger ein als durch Wind (81 Prozent). 

„Nur wer arbeitet, soll auch essen.“

Ein Zitat von Franz Müntefering, 09.05.2006, das die Gemüter erhitzte

Wie kann man mehr Alterseinkommen und Rentenerhöhungen frühzeitig gestalten ?

Gastbeitrag von *Dr. Johannes Fiala

Steuern sparen bei Kapitalauszahlung der betrieblichen Altersversorgung (bAV), Abfindungen und nach aktiver Altersteilzeit *

In den letzten bis zu mehr als 35 Jahren haben Volksparteien das gesetzliche Netto-Rentenniveau bis zu mehr als halbiert. Der Aufwand für eine gleich hohe kapitalgedeckte Altersversorgung in sicheren Staatsanleihen hat sich durch politische Gestaltungen in etwa verdreifacht. Beziehern von Grundsicherung – die vom wachsenden Prekariat überwiegend nicht beantragt wird – kann diese Entwicklung wohl gleichgültig sein. Der Mittelstand ist faktisch oft gezwungen, Vermögenszuwächse zur Optimierung der eigenen dauerhaften Altersversorgung einzusetzen.

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Adventszeit ist Lese-Zeit

Diese Bücher habe ich sehr, sehr gerne gelesen.

„Unverfügbarkeit“ von Hartmut Rosa

Buchcover Unverfjügbarkeit von Hartmur Rosa

Ein fundiertes Plädoyer für eine Gesellschaft, die der Verfügbarkeit der Welt Grenzen setzt, schreibt der Verlag über das Buch. Auch in diesem Buch geht es immer wieder um Resonanz. Am Beispiel des Lernens beschreibt Hartmut Rosa, weshalb das aktuelle Schulsystem keine Resonanz erzeugt. Mit einfachen Worten ausgedrückt: Nur, wer für ein Thema brennt, wird sich umfangreich damit beschäftigen. 136 Seiten lassen sich entspannt über die Feiertage lesen.

Warum wir tun, was wir tun – Wie die Psychologie unseren Alltag bestimmt von Jens Förster

Buchcover Warum wir tun, was wir tun von Jens Förster

Auch dieses Buch von Jens Förster habe ich mit großem Interesse gelesen. An vielen Stellen kamen mir sofort eigene Erlebnisse in den Sinn.

Jens Förster begibt sich auf einen Streifzug durch unseren Alltag und beschreibt an vielen anschaulichen Beispielen, wie die Psychologie unser Denken, Fühlen und Handeln erklärt. Dabei stützt er sich auf Erkenntnisse der Entwicklungs-, Persönlichkeits-, Sozial-, Motivations-, Werbe- und Organisations-Psychologie, schreibt der Verlag. Förster schreibt sehr gut verständlich, so dass man die Lust am Lesen auch noch auf Seite 512 hat. Es ist vor allem ein Buch, das ich immer wieder gerne in die Hand nehme, um das eine oder andere Kapitel erneut zu lesen.

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Kassenbon per Email – für viele Deutsche vorstellbar

YouGov-Studie anlässlich der Kassenbon-Pflicht ab 2020

Grafik zeigt die Statistik für Mobile Payment

Köln, 12.12.2019. Ob an der Supermarkt-Kasse, beim Elektronik-Händler oder in der Drogerie – das Aushändigen des Kassenbons ist in den meisten Geschäften selbstverständlich. Ab Januar 2020 wird es sogar für alle zur Pflicht. Eine Möglichkeit dem zu entgehen, wäre die Digitalisierung des Einkaufbelegs, doch dabei müssen auch die Verbraucher mitspielen. Eine Studie des internationalen Marktforschungsinstituts YouGov zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen beim Einkauf im stationären Handel in vielen Fällen die Zusendung des Kassenbons per Email oder Messenger anstelle eines ausgedruckten Belegs bevorzugen würde.
Je nach genutzter Zahlungsmethode allerdings variiert die Bereitschaft, auf den ausgedruckten Beleg zu verzichten. Drei Viertel der Deutschen (76 Prozent), die ihre Einkäufe unter anderem per Mobile Payment bezahlen, würden einen elektronischen Kassenbon dem Papierbeleg vorziehen. Bei Befragten, die ihre Einkäufe mit EC- oder Kreditkarte bezahlen, ist diese Bereitschaft hingegen etwas weniger ausgeprägt: Zwei Drittel der Kreditkarten-Zahler (65 Prozent) und mehr als jeder zweite EC-Karten-Zahler (58 Prozent) wären bereit, auf den Thermopapierbeleg zu verzichten. Bei Barzahlenden ist das Umfrageergebnis ein anderes: Weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Befragten, die im Geschäft bar zahlen, würde den elektronischen Beleg bevorzugen. Für die Studie wurden 2.047 Personen zwischen dem 06. und 08.12.2019 mittels standardisierter Online-Interviews befragt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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Das Regionen-Ranking für Familien & SeniorInnen

„Welche Regionen bieten gute Rahmenbedingungen für SeniorInnen und Familien?“, fragte uns das ZDF. Zwei Studien geben Antwort. Sie messen die äußeren Lebensumstände in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten und stellen sie in Rankings gegenüber.

Foto zeigt die Ergebnisse für Freiburg
Testen Sie Ihre Stadt – Hier Freiburg i. Breisgau

Die „Deutschland-Studie für Familien“ zeigt: Nahezu überall in Deutschland gibt es Kreise und Städte, in denen Familien gut wohnen können. Besonders gut schneiden Regionen im Umland von Großstädten und Ballungszentren ab. Auch ältere Menschen finden in Einzugsgebieten von Großstädten sowie in vielen kleineren bis mittelgroßen Städten gute Lebensbedingungen vor – zu diesem Ergebnis kommt die „Deutschland-Studie für Seniorinnen und Senioren“.

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Spaß beim Ermitteln im Landesmuseum Württemberg

Die Lust an Kriminalfällen ist ungebrochen! 

Skelett, Arzt und Musiker im Keller
Das Foto zeigt einen Klavierspieler und eine Sängerin im roten Kleid.

Umso mehr, wenn Krimifans selbst ermitteln und spielerisch Teil der kniffligen Handlung werden können – und dies noch dazu in einem außergewöhnlichen Ambiente. Auch 2020 führt das Landesmuseum Württemberg seine interaktive Reihe „Mord im Museum“ weiter. Da die Abendtermine erfahrungsgemäß rasch ausgebucht sind, empfiehlt es sich, frühzeitig Plätze zu sichern. Mit „Mord im Museum“ bietet das Landesmuseum Württemberg Hobbydetektiven die Gelegenheit, sich in einen spannenden Mordfall verwickeln zu lassen und an dessen Auflösung aktiv mitzuwirken. Dabei wird das Publikum durch bekannte und unbekannte Bereiche des Alten Schlosses bzw. des Fruchtkastens geführt und hat ganz nebenbei die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken. Passend zum musealen Flair geschehen die Verbrechen im „Kulturmilieu“ – ob bei der feierlichen Auftaktveranstaltung zu einer Vortragsreise über die Königinnen von Württemberg oder bei einem Konzert zwischen historischen Musikinstrumenten. Im kommenden Jahr stehen abwechselnd zwei Plots auf dem Spielplan: „Der Tod der Königin“ mit Schauplätzen im Alten Schloss und der Mordfall „Die Koloratur des Todes“, bei dessen Auflösung das Publikum durch das Haus der Musik im Fruchtkasten geführt wird. Tickets, die sich auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignen, können bereits gebucht werden. 

Termine MORD IM MUSEUM II “Der Tod der Königin” (jeweils 19 bis ca. 22 Uhr):Do 12.3. + Fr 13.3. + Sa 14.3.2020Do 7.5. + Fr 8.5. + Sa 9.5.2020Do 19.11. + Fr 20.11. + Sa 21.11.2020Ort: Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart 

Termine MORD IM MUSEUM III “Die Koloratur des Todes” (jeweils 19 bis ca. 21.30 Uhr):Do 30.1. + Fr 31.1. + Sa 1.2.2020Do 27.2. + Fr 28.2. + Sa 29.2.2020Do 24.9. + Fr 25.9. + Sa 26.9.2020Do 10.12. + Fr 11.12. + Sa 12.12.2020Ort: Haus der Musik im Fruchtkasten, Schillerplatz 1, 70173 Stuttgart 

Eintritt jeweils VVK 27 €, ermäßigt 17 €/ AK 29 €, ermäßigt 19 €

Tickets im VVK unter www.landesmuseumstuttgart.de oder an der Museumskasse im Alten Schloss

Angehörige nicht allein lassen

Der Demenz-Podcast von Christine Schön

Label des Podcastformates Demenz

Der große Durchbruch bei der medikamentösen Behandlung von Demenz lässt bislang auf sich warten. Deswegen ist die menschliche Unterstützung das wichtigste „Medikament“ zur Behandlung von Demenz. Der größte Teil der Pflege wird von Angehörigen übernommen.
Sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen ist Demenz eine aufwühlende Diagnose.

Viele ungewohnte Situationen entstehen: „Wie reagiere ich, wenn Opa sich plötzlich ganz anders verhält als früher?“ Doch wichtig ist: Die Gefühle und die Persönlichkeit der Betroffenen bleiben, wir müssen nur einen anderen Zugang zu ihnen finden.

Um Angehörige zu informieren und ihnen die Unsicherheit im Umgang mit Demenz zu nehmen, hat die Hörfunkautorin und Klangkünstlerin Christine Schön den Demenz-Podcast entwickelt. Die Moderatorin des Podcasts widmet schon seit sechs Jahren ihre Recherchen dem Thema Demenz und ist dabei oft mit Pflegenden und Angehörigen in Kontakt gekommen. Ihr Audioformat „Hörzeit – Radio wie früher“ richtet sich vor allem an Betroffene, im Demenz-Podcast möchte sie die Angehörigen ansprechen. Am Anfang jeden Monats erscheint eine neue etwa halbstündige Folge des Podcasts. Pro Sendung steht ein Aspekt im Mittelpunkt: Wie wird eine Demenz festgestellt? Wie kommuniziere ich am besten mit Menschen mit Demenz oder wie kann der Alltag gestaltet werden? Der Podcast lichtet den Demokratie-Dschungel: Stichworte wie Vorsorgevollmacht, rechtliche Betreuung und Pflegegrad sind danach kein Rätsel mehr. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage durch den Podcast, wie sowohl für Angehörige als auch Betroffene ein erfülltes und glückliches Leben trotz Demenz möglich ist.

Christine Schön spricht in ihrem Podcast mit Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, aber auch Angehörigen, um den gesunden Umgang mit Demenz persönlich und von allen Seiten zu beleuchten. Ziel ist es, den Hörern kompakte und dabei unterhaltsame Informationen weiterzugeben. Der Vorteil von Podcasts ist, dass man sie überall hören kann: beim Gärtnern, Kochen oder Autofahren. Hörer finden den Demenz-Podcast über die Website www.demenz-podcast.de–dort gibt es zudem hilfreiche Links, Tipps und Anlaufstellen –oder auf allen gängigen Podcatchern. Gefördert wird der Podcast von der Veronika Stiftung. Die Zwischenbilanz überzeugt: Nach nur kurzer Zeit erfreut sich der Podcast bereits in der Fachwelt, aber auch bei pflegenden Angehörigen großer Beliebtheit.

Alternde Zellen gehen mit Änderungen in der Hirnstruktur einher

Die Telomere der Chromosomen verändern sich gemeinsam mit der Struktur des Gehirns

Telomere sind die Schutzkappen unserer Chromosomen und spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle. Kurze Telomere werden mit chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht – zur Verkürzung beitragen kann zum Beispiel eine hohe Stressbelastung. Verändern sich Telomere in ihrer Länge, spiegelt sich das direkt in unserer Hirnstruktur. Das konnte nun ein Team um Lara Puhlmann und Pascal Vrticka vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig sowie Elissa Epel von der University of California und Tania Singer von der Forschungsgruppe für Soziale Neurowissenschaften in Berlin im Rahmen des von ihr geleiteten ReSource-Projektes zeigen.

Um den Einfluss der Telomerlänge auf die Gehirnstruktur zu untersuchen, bestimmten die Wissenschaftler deren Länge anhand der Leukozyten-DNA aus dem Blut der Studienteilnehmer mittels Polymerase-Kettenreaktion. Zusätzlich berechneten sie mithilfe von MRT-Scans die Dicke der Großhirnrinde jedes Teilnehmers.
© MPI CBS

Telomere sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die bei jeder Zellteilung kürzer werden. Werden sie so kurz, dass von ihnen beschützte Gene geschädigt werden könnten, hören die Zellen auf sich zu teilen und zu erneuern. Die Zelle kann ihre Funktionen zunehmend schlechter ausführen. Dies ist einer der Mechanismen für das Altern.

Die Länge der Telomere gilt daher als Marker für das biologische Alter eines Menschen – im Gegensatz zum chronologischen Alter, welches wir in Zahlen definieren. Von zwei Menschen mit gleichem chronologischen Alter hat also die Person mit kürzeren Telomeren ein erhöhtes Risiko, altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln, oder sogar eine kürzere Lebenserwartung.

Verlängerung der Telomere?

Ein Schlüssel, um länger jung zu bleiben, scheint daher mit der Frage zusammenzuhängen: Wie schaffen wir es, die Verkürzung der Telomere so lange wie möglich aufzuhalten? Nicht nur Genetik und ungesunder Lebensstil, sondern auch psychischer Stress kann zur Verkürzung der Telomere beitragen. Forscher haben daher untersucht, wie stark der Lebensstil die Länge der Telomere beeinflussen kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass sich Telomere viel schneller verändern können als bisher angenommen, und sich sogar nach nur ein bis sechs Monaten mentalen oder körperlichen Trainings verlängern können. Es blieb bisher jedoch unklar, ob diese Verlängerung tatsächlich bedeutet, dass das biologische Alter eines Menschen reduziert wird.

„Um herauszufinden, ob eine kurzfristige Veränderung der Telomerlänge nach nur wenigen Monaten wirklich mit Veränderungen im biologischen Alter einer Person einhergehen könnte, haben wir sie mit einem anderen Biomarker des individuellen Alterns und der Gesundheit in Verbindung gebracht: der Gehirnstruktur“, erklärt Lara Puhlmann, die inzwischen in der Gruppe ‚Sozialer Stress und Familiengesundheit‘, geleitet von Veronika Engert, am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften forscht. Das Projekt war von Tania Singer im Rahmen der ReSource Studie initiiert worden.

Dazu nahmen die Teilnehmer der Studie an vier MRT-Untersuchungen im Abstand von drei Monaten teil und gaben zu den gleichen Terminen Blutproben ab. So konnten die Wissenschaftler anhand der DNA der Leukozyten aus dem Blut der Probanden die Länge der Telomere mittels Polymerase-Kettenreaktion bestimmen. Zusätzlich wurde mithilfe von MRT-Scans die Dicke der Großhirnrinde jedes Teilnehmers berechnet. Diese wird mit dem Alter zunehmend dünner. Man weiß außerdem, dass einige neurologische altersbedingte Erkrankungen mit einer schnelleren Verdünnung des Kortex in bestimmten Regionen verbunden sind.

Flexibles Altern

Das Ergebnis: „Unser biologisches Alter scheint flexibler zu sein, als bisher angenommen. Anzeichen von Alterung auf verschiedenen biologischen Ebenen können schon innerhalb von drei Monaten parallel verändern“, sagt Puhlmann. Veränderten sich die Telomere in der Länge, so war dies mit plastischen Veränderungen im Gehirn verbunden. Wenn sich die Telomere also bei den Studienteilnehmern verlängerten, konnte auch eine stärkere Tendenz zur Verdickung des Kortex gemessen werden. Andersherum war eine Telomerverkürzung mit einer Verdünnung der Großhirnrinde verbunden. Davon war spezifisch der sogenannte Precuneus betroffen – ein wichtiger Stoffwechsel- und Netzwerkknoten im Gehirn.

Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass bereits kurzfristige Veränderungen der Telomerlänge Schwankungen im Gesundheits- und Alterungszustand eines Körpers im Allgemeinen widerspiegeln. Welcher biologische Mechanismus den kurzfristigen Veränderungen in der Telomerlänge zugrunde liegt, bleibt jedoch unklar. „Wir wissen zum Beispiel nicht, ob sich die kurzfristigen Veränderungen wirklich längerfristig auf die Gesundheit auswirken“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Einfluss von mentalem Training

Gleichzeitig ist das Forscherteam der Frage nachgegangen, ob sich die Länge der Telomere durch ein auf Achtsamkeit und Mitgefühl basierendes neunmonatiges, mentales Training tatsächlich verändern lässt und ob solche systematischen Veränderungen der Telomerlänge ebenfalls mit einer Verdickung oder Verdünnung der Gehirnstruktur einhergehen. Vorherige Daten aus dem vom Europäischen Forschungsrat unterstützten ReSource-Projekt hatten bereits gezeigt, dass sich bestimmte Regionen des Kortex durch Training verdicken lassen, abhängig von den jeweiligen mentalen Trainingsinhalten der drei dreimonatigen Trainingsmodule. Auch die physiologische Stressreaktion konnte durch mentales Training mit sozialen Aspekten verringert werden.

Im Unterschied zu früheren Arbeiten fand das Team in der aktuellen Studie jedoch keine Hinweise dafür, dass mentales Training Telomere verändern kann. Zukünftige Studien müssen nun zeigen, welche Maßnahmen oder Verhaltensweisen am effektivsten sind, um den biologischen Alterungsprozess aufzuhalten oder sogar umzukehren.

Wer gebildet ist, lebt länger

Die ARD-Themenwoche 2019 widmet sich der „Zukunft Bildung“

WESTDEUTSCHER RUNDFUNK KÖLN: "Wer gebildet ist, lebt länger" - Die ARD Themenwoche widmet sich der "Zukunft Bildung Im Kreis von wissbegierigen Kindern stellen Eckart von Hirschhausen, Volker Herres, Mai-Thi Kim Ngyuem und WDR-Intendant Tom Buhrow das Programm der ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung" vor. © WDR/Annika Fußwinkel,
WESTDEUTSCHER RUNDFUNK KÖLN: „Wer gebildet ist, lebt länger“ – Die ARD Themenwoche widmet sich der „Zukunft Bildung Im Kreis von wissbegierigen Kindern stellen Eckart von Hirschhausen, Volker Herres, Mai-Thi Kim Ngyuem und WDR-Intendant Tom Buhrow das Programm der ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“ vor. © WDR/Annika Fußwinkel,

Wer gebildet ist, lebt länger. Von welchen Faktoren hängt das ab, und wie kann man unabhängig von Herkunft und Alter mit Bildung sein Leben verändern? Das sind Fragen, die in der ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“ vom 9. bis 16. November 2019 beantwortet werden. Das Erste, die Fernseh- und Radioprogramme der ARD und die Online-Angebote der Senderfamilie stellen in zahlreichen Sendungen und Beiträgen vor, wie Bildung gelingen kann und welche Chancen sie bietet. Die ARD selbst leistet dazu einen wichtigen Beitrag. In Köln wurden am Mittwoch (25.9.) ausgewählte lineare und digitale Programmhöhepunkte und Projekte der Themenwoche vorgestellt. Federführer der 14. ARD-Themenwoche ist der Westdeutsche Rundfunk (WDR).

WESTDEUTSCHER RUNDFUNK KÖLN ARD-Themenwoche "ZUKUNFT BILDUNG" ARD Themenwoche 2019 "Zukunft Bildung", vom 10.11.-16.11.2019 auf allen Fernseh- und Radioprogrammen der ARD sowie Online-Angeboten der gesamten Senderfamilie. "Zukunft Bildung" ist die Überschrift der ARD-Themenwoche 2019 unter Federführung des Westdeutschen Rundfunk. Web-Logo zur ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung". © ARD
WESTDEUTSCHER RUNDFUNK KÖLN ARD-Themenwoche „ZUKUNFT BILDUNG“ ARD Themenwoche 2019 „Zukunft Bildung“, vom 10.11.-16.11.2019 auf allen Fernseh- und Radioprogrammen der ARD sowie Online-Angeboten der gesamten Senderfamilie. „Zukunft Bildung“ ist die Überschrift der ARD-Themenwoche 2019 unter Federführung des Westdeutschen Rundfunk. Web-Logo zur ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“. © ARD,

Neue Lösungen, Quereinstieg und ein Weltrekordversuch
Wer von Beruf, Einkommen, Wohnsituation und Zugang zum Gesundheitswesen benachteiligt ist, lebt bis zu zehn Jahre kürzer. Dr. Eckart von Hirschhausen, der zum Auftakt der Themenwoche durch die Samstagabendshow „Frag doch mal die Maus“ (Das Erste, 9.11., 20.15 Uhr) führt, möchte etwas dagegen tun, dass Gesundheit so eng von Bildung abhängt. Für die Dokumentation „Hirschhausen macht Schule – warum Bildung gesund macht“ (Das Erste, 11.11., 20.15 Uhr) sucht er nach neuen Lösungen. Die Journalistin Petra Boberg startet in „Ungenügend – Wie der Lehrermangel unsere Grundschüler abhängt“ (Das Erste, 11.11., 22.45 Uhr) einen Selbstversuch und unterrichtet als Quereinsteigerin an einer Grundschule. „Das schaffst Du nie! – die XXXXL Challenge“ (ARD-alpha und „Das schaffst du nie!“-Kanal bei YouTube, 12.-15.11.) will mit einem 72-Stunden-Moderationsexperiment den Rekord für die längste Live-Fernsehsendung der Welt brechen. Zwei funk-Moderatoren wollen drei volle Tage durchsenden und dabei jede Stunde ein Stückchen schlauer werden.

„Bildung gehört zur DNA der ARD“

WDR-Intendant Tom Buhrow: „Bildung gehört zur DNA der ARD. Sie spielt nicht nur im Rahmen der Themenwoche eine zentrale Rolle in unseren Programmen und Kanälen. Denn auch wir sind gefragt, mit spannenden Projekten zur Wissensvermittlung unseren Bildungsauftrag ins Digitale zu übersetzen.“

Programmier-App und Publikumsaktion #dankdir

Pünktlich zur Themenwoche startet die ARD im Netz ein neues, innovatives Bildungsangebot: Mit dem „App-Maker“ machen Erwachsene mühelos erste Schritte im Programmieren. Für Kinder gibt es bereits das Angebot „Programmieren mit der Maus“. Die neue Plattform „Schule digital“ bündelt erstmals die zahlreichen Bildungsangebote der ARD. In der Themenwoche ist auch das Publikum gefragt: Bei der Aktion #dankdir können alle „Einfach mal Danke sagen“ und ihren Wegbegleiter*innen und Förderern Wertschätzung entgegenbringen.

Austausch in Social Media

Alle Informationen zur ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“ werden online unter themenwoche.ARD.de gebündelt. Ab November bieten dort viele aktuelle Beiträge einen breiten Zugang zu den digitalen Angeboten der Themenwoche rund um Bildungsalltag, Diversität oder Digitalisierung. Alle Landesrundfunkanstalten der ARD rufen ihre Nutzer*innen dazu auf, sich über die sozialen Netzwerke an der Diskussion rund um das Thema Bildung zu beteiligen. Unter den Hashtags #ZukunftBildung und #ARDThemenwoche können sie sich austauschen. Zudem bietet der Twitterkanal @ARDThemenwoche Informationen rund um die ARD-Themenwoche 2019. Das Teletext-Angebot des Ersten unterstützt die Themenwoche mit einem Informationspaket ab Videotextseite 800.

Brain Rules fürs Älterwerden

Lebensfroh, vital und geistig fit bleiben

Ich habe schon einige Bücher über das Älterwerden gelesen. Manche waren sehr interessant, aber nicht besonders unterhaltsam geschrieben. Andere hingegen waren weder interessant noch unterhaltsam.

Dieses Buch unterscheidet sich positiv von den bisherigen Büchern, die ich zu diesem Thema gelesen habe.

Wenn ich in einem öffentlichen Raum lese, dann bemerke ich ab und zu, dass ich beobachtet werde. Das dürfte wohl daran liegen, dass ich immer wieder schmunzeln muss. Dafür danke ich sowohl dem Autor John Medina als auch der Übersetzerin Catherine Hornung.

Wenn Sie und Ihr Gehirn ein Leben lang fit bleiben wollen, dann sollten Sie dieses Buch unbedingt lesen, denn es bringt die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen unterhaltsam auf den Punkt. Der Autor gibt dabei auch persönliche Erfahrungen zum Besten.

Unter dem Titel „geistiger Schluckauf“ lässt uns John Medina wissen, dass unsere Fähigkeit, Ablenkungen zu ignorieren, von 82 % im Durchschnittsalter von 26 Jahren auf 56 % bei einem Durchschnittsalter von 76 Jahren sinkt. Und dann erklärt er das anhand einer autofahrenden Großmutter (es könnte auch ein Großvater sein). Wenn sie auf der Autobahn die Spur wechselt, kann es passieren, dass sie den Wagen rechts von ihr beinahe streift, weil ihr Vordermann plötzlich langsamer fährt und sie dadurch abgelenkt wird.

Dies ist unserer Verarbeitungsgeschwindigkeit geschuldet. Denn wenn unser Gehirn einen Gang runterschaltet, kann es nicht mehr auf mehrere brenzlige Fahrsituationen gleichzeitig reagieren. Leider wollen das betagte Autofahrer oft nicht einsehen. Sie glauben, dass sie das alles noch so gut wie in jungen Jahren können.

Sind Sie vergesslich?

Vergesslichkeit kann in jedem Alter auftreten, wenn man einen Raum verlässt und einen anderen betritt, hat man schnell vergessen, was man eigentlich tun wollte.

Sie werden das vielleicht kennen. Sie gehen in die Küche, um sich ein Getränk zu holen. Auf dem Weg dorthin stolpern sie über ein Spielzeug ihres Enkelkindes. Sie räumen es weg. Dann gehen Sie in die Küche und haben inzwischen vergessen, was Sie dort machen wollten. „Türschwellen sind wahre Gedächtniskiller“, meint der Psychologe Gabriel Radvansky von der Universität Notre Dame. Das ist kein Anzeichen von Demenz. Also auch kein Grund zur Sorge!

Das viel beschworene Multitasking kann in keinem Alter erfolgreich angewandt werden. Menschen verarbeiten analog. Kurze Zeitintervalle rauben Aufmerksamkeit. Und diese Fähigkeit nimmt bereits ab dem zwanzigsten Lebensjahr kontinuierlich ab.

Mehr will ich über den Inhalt des Buches hier nicht verraten. Einen Tipp gebe ich jedoch noch gerne weiter:

„Setzen Sie sich bloß nicht zur Ruhe!“

246 Seiten Information und Unterhaltung plus 43 Seiten Literaturhinweise zeichnen dieses Buch aus.

Das Foto auf dem Buchcover bringt es auf den Punkt. Sie werden nicht enttäuscht sein.

Ria Hinken

Brain Rules fürs Älterwerden – Lebensfroh, vital und geistig fit bleiben, John Medina, erschienen bei hogrefe, 2019, ISBN: 9783456858982
29,95 €, eBook 26,99

Der Verlag schreibt:

Dieses Buch richtet sich an alle, die bereits gewisse Alterungssymptome bei sich oder ihren Angehörigen festgestellt haben. Ich finde, dass dies nicht unbedingt die Voraussetzung ist, um dieses wunderbare Buch zu lesen.