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Demografischer Wandel in Deutschland:

„Wir brauchen mehr lokale Daten zur Versorgung alter Menschen“fordert die Deutschen Gesellschaft für Geriatrie

(23.08.2018) Wie müssen Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige am besten
zusammenarbeiten, um betagte Patienten zu versorgen? Dieser Frage widmet
sich die Versorgungsforschung. Warum sie gerade für das Wohlergehen alter
Menschen essenziell ist, erläutert Professor Cornel Sieber in seiner Keynote
„Stand der Versorgungsforschung in der Geriatrie“ beim Gerontologie- und
Geriatrie-Kongress in Köln. Dazu laden die Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
(DGG) sowie die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG)
vom 6. bis 8. September auf den Campus der Universität zu Köln ein. Cornel
Sieber leitet das Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander-
Universität Erlangen-Nürnberg. „Ich wünsche mir mehr Forschungsvorhaben aus
der Geriatrie“, sagt er. Im Interview erklärt der Geriater, welche Relevanz die
Ergebnisse für die ärztliche und pflegerische Praxis haben.

Herr Prof. Sieber, wo steht Deutschland bei der Versorgungsforschung in der
Geriatrie?

Wir sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nicht sehr weit vorn. Aber wir
sind auch nicht abgehängt. Das Problem der Versorgungsforschung ist, dass sie sehr
kontextspezifisch ist. Wir können also nicht einfach Ergebnisse aus anderen Ländern
auf Deutschland übertragen, sondern müssen diese Daten selbst lokal erheben.

Warum ist das denn insbesondere ein Thema für die Geriatrie?

In einer Gesellschaft des demografischen Wandels, wo die Versorgung für Betagte und
Hochbetagte ein Topthema ist, brauchen wir wissenschaftliche Daten, um
Versorgungsstrukturen gut planen und implementieren zu können. Gerade der
vulnerable alte Mensch beansprucht im Gesundheitswesen überproportional viele
Ressourcen. Häufig ist seine Selbstständigkeit gefährdet und er benötigt eine komplexe
Behandlung, an der viele Akteure beteiligt sind, die gut zusammenarbeiten müssen für
ein optimales Ergebnis.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die wichtigsten Forschungsgebiete?

Ganz klar an den Schnittstellen rund um die Versorgung von multimorbiden Patienten
im Akutkrankenhaus. Bei der Einlieferung in die Notaufnahme entsteht häufig ein
riesiger Informationsverlust. Wie können sich Krankenhaus und niedergelassene Haus-
und Fachärzte besser absprechen, um das zu verhindern? Es folgt das
Überleitungsmanagement bei der Entlassung. Viele dieser multimorbiden alten
Menschen verlassen das Krankenhaus, wenn das akute Problem recht gut versorgt ist.
Aber dann funktioniert die Nachsorge häufig nicht und die Patienten kommen rasch mit
dem gleichen Problem wieder ins Krankenhaus. Hierzu leite ich selbst gerade ein
Forschungsprojekt mit dem Titel TIGER – Transsektionales Interventionsprogramm zur
Verbesserung der Geriatrischen Versorgung in Regensburg.

Was kann Versorgungsforschung denn hier leisten?

In dem Projekt begleiten Pflegefachpersonen den Übergang vom Krankenhaus zur
Versorgung zu Hause. Wir nennen sie „Pfadfinder“. Diese Pfadfinder besuchen die
Patienten auch zu Hause. Dort registrieren sie mögliche Verschlechterungen frühzeitig
und können zum Beispiel eine Konsultation beim Hausarzt koordinieren. Im Rahmen
dieser Studie untersuchen wir, ob sich mit diesem Versorgungsmodell die
Wiedereinweisungsrate senken lässt. Im besten Fall senkt das Kosten und finanziert
somit die Pfadfinder. Auch das ist keine neue Idee, sie heißt „Transitional Care Model“.
Aber dass dieses Modell in Kanada funktioniert, genügt eben nicht. Wir müssen es hier
bei uns ausprobieren.

Was können Kongress-Besucher, die Ihre Keynote gehört haben, in ihren
Häusern selbst umsetzen?

Im besten Fall überlegen sie gemeinsam mit ihrem Team, welches Forschungsprojekt
sie angehen wollen und wo sie dafür einen Antrag einreichen. Ich werde in meinem
Vortrag aufzeigen, dass die Förderlandschaft für die Versorgungsforschung in der
Geriatrie gut aufgestellt ist und die wichtigsten Fördertöpfe benennen.

Zur Person:

Prof. Dr. med. Cornel C. Sieber ist Direktor des Instituts für Biomedizin des Alterns an
der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg. Zudem arbeitet er als
Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus der
Barmherzigen Brüder in Regensburg. Nach Medizinstudium und Approbation lehrte und
forschte der gebürtige Schweizer an den Universitäten Basel und Genf, bevor er 2001
den Ruf an die FAU annahm. Von 2005 bis 2008 war Sieber Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Geriatrie und für die Amtszeit 2017/2018 Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Innere Medizin.

Termin:

Prof. Dr. Cornel Sieber

Keynote-Lecture: „Stand der Versorgungsforschung in der Geriatrie“

DGGG/DGG-Kongress

Hörsaalgebäude 105, Hörsaal B, Universität zu Köln

Donnerstag, 6. September 2018

10:45 bis 11:30 Uhr

Das Interview wurde nicht von uns geführt. Es gehört zu einer Pressemitteilung der DGGG/DGG

Fraunhofer-Gesellschaft stellt KI-Studie vor

Maschinelles Lernen: Kompetenzen, Forschung, Anwendung

Maschinelles Lernen (ML) ist die Schlüsseltechnologie für kognitive Systeme auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) und damit einer der entscheidenden Faktoren für die globale wirtschaftliche Entwicklung. Grundlegend für eine nachhaltige Positionierung Deutschlands und Europas im internationalen Wettbewerb ist die faktenbasierte Auseinandersetzung mit KI- und ML-basierten Technologien. Die neue Studie der Fraunhofer-Gesellschaft ordnet die wesentlichen Begriffe des Maschinellen Lernens ein, gibt einen Überblick zu aktuellen Herausforderungen und künftigen Forschungsaufgaben und stellt Deutschlands Position in der Anwendung von Maschinellem Lernen dar.

© Fraunhofer IAIS / Fraunhofer IMW Entwicklung der Patentfamilien zu ML-Technologie nach Ländern 2006 - 2015.
© Fraunhofer IAIS / Fraunhofer IMW
Entwicklung der Patentfamilien zu ML-Technologie nach Ländern 2006 - 2015.

Es gibt kaum einen Bereich, der nicht von ML- und KI-basierten Technologien entscheidend transformiert wird: von der Güterproduktion über die Logistik bis zur Medizintechnik. Schon die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten ist ein Grund für das öffentliche Interesse. Die Debatte ist jedoch oft von Halbwissen, Vermutungen und Mythen geprägt. Aufklärung ist gefragt, denn die gesellschaftliche Akzeptanz ist für die weitere Verbreitung maschinell basierter Lernverfahren von zentraler Bedeutung. Hier setzt die im Kontext eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts erstellte Studie »Maschinelles Lernen – Kompetenzen, Anwendungen und Forschungsbedarf« an. Durchgeführt wurde das Projekt vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, dem Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW sowie der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Studie gibt eine kompakte Einführung in die wichtigsten Konzepte und Methoden des Maschinellen Lernens, einen Überblick über Herausforderungen und neue Forschungsfragen. Darüber hinaus ermöglicht sie eine Übersicht zu Akteuren, Anwendungsfeldern und sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Forschung mit Fokus auf den Standort Deutschland.

Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft

© Fraunhofer IAIS / Fraunhofer IMW Kompetenzlandkarte auf Basis wissenschaftlicher Publikationen, 2006 - 2015.
© Fraunhofer IAIS / Fraunhofer IMW
Kompetenzlandkarte auf Basis wissenschaftlicher Publikationen, 2006 - 2015.

Forschung ist die Basis jeder neuen Technologie. Für die weitere Entwicklung neuer ML-Techniken wurde in Deutschland bereits eine solide Grundlage geschaffen. Entscheidend ist aber vor allem der Transfer von wissenschaftlichen Ergebnissen in kon­krete Produkte, Prozesse und Dienstleistungen. So sind zum Beispiel Länder wie die USA, China, Südkorea oder Japan, was die Anzahl der Patentfamilien im Bereich ML und KI angeht, Deutschland noch weit voraus. Dementsprechend wichtig ist es, nicht den Anschluss zu verlieren und sowohl in die ML-Forschung zu investieren als auch gezielt den Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft zu fördern. Hier gilt es vor allem, den Einsatz von ML-Techniken in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu fördern und Eigenentwicklungen anzuregen, um hinsichtlich des Rückstands bei den Patentanmeldungen im internationalen Vergleich aufzuschließen. Dies ist insbesondere eine Frage zielgerichteter Informationsangebote, etwa in Form von Best Practices und konkreten Anwendungsszenarien. So zeigen KMU vielfach Interesse an ML-Techniken, sobald ihnen konkrete Einsatzmöglichkeiten mit unternehmerischem Mehrwert aufgezeigt werden.

Handlungsfelder für die Forschung

Die wissenschaftliche Ausgangslage in Deutschland und Europa ist vielversprechend. Doch insbesondere im Hinblick auf den Transfer in die Praxis identifiziert die Studie Forschungsfelder, die es zu intensivieren gilt. Die befragten Expertinnen und Experten halten vor allem folgende Forschungsfelder für relevant, in die Deutschland und Europa verstärkt investieren sollten, um sich langfristig im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu positionieren.

  • »Erklärbare KI« für bessere Transparenz und Verlässlichkeit ML-basierter Entscheidungsprozesse
  • Maschinelles Lernen mit wenigen Daten
  • »Informed ML« – Maschinelles Lernen mit zusätzlichem Wissen von Experten
  • Verbesserung der Betriebs-, Cyber- und Datensicherheit sowie der Robustheit von ML-Systemen

Diese Forschungsfelder bieten das Potenzial, Wissen anwendungsorientiert auszubauen, völlig neue Anwendungen zu ermöglichen – von der Industrie 4.0 bis zum Gesundheitssektor – und die wirtschaftliche und gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken.

Zentrale Herausforderungen und Rahmenbedingungen

Über den Forschungsbedarf in den zentralen Handlungsfeldern hinaus spielen auch übergeordnete rechtliche, gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz von ML und KI geht. Die Studie betont hier vor allem den Fachkräftemangel, denn der Bedarf an Expertinnen und Experten für Datenanalyse in Deutschland ist immens: Aktuell fehlen rund 85 000 Akademikerinnen und Akademiker mit fortgeschrittenen Datenanaly­sekenntnissen sowie zusätzlich rund 10 000 IT-Spezialfachkräfte in den Bereichen Big Data, Advanced Analytics, Business Intelligence und Data Science. Handlungsbedarf besteht auch hinsichtlich der Verfügbarkeit von Daten. Gerade im internationalen Vergleich mangelt es in Deutschland an allgemein zugänglichen, verwertbaren Daten. Um Anreize zu schaffen, entsprechende Daten zu generieren und auszutauschen, ist es jedoch wichtig, dass Urheber die Kontrolle und Souveränität über ihre Daten behalten. Modelle wie der Industrial Data Space, in dem Unternehmen ihre Daten zum gegenseitigen Nutzen teilen und dabei stets die Kontrolle über die Verwen­dung ihre Daten behalten, sind hier beispielhaft.

Strategische Investitionen in ML-Forschung

Die Fraunhofer-Gesellschaft engagiert sich nicht nur hinsichtlich der Aus- und Weiterbildung mit einem eigenen Schulungs- und Zertifizierungsprogramm für »Data Scientists«. An vielen Instituten, sowohl am Standort Deutschland als auch im europäischen Kontext, entwickelt Fraunhofer Schlüsseltechnologien der KI und ihrer Anwendungen. Maschinelle Lernverfahren für die Industrie gehören ebenso dazu wie der Einsatz kognitiver Systeme in der Cybersicherheit und die weitere Erforschung künstlicher neuronaler Netze. Darüber hinaus adressiert Fraunhofer zum Beispiel mit dem neuen Forschungszentrum Maschinelles Lernen aktuelle Herausforderungen der Industrie, die es ermöglichen, transparente und belastbare Lösungen der Künstlichen Intelligenz strategisch in Produktions-, Geschäfts- und Vertriebsprozesse zu integrieren.

Titelbild der Studie Fraunhofer-Studie_ML_2018_WEB

Fußballroboter im Dienst der Wissenschaft – Vortrag, Interaktion und Torwandschießen am 05.07.2018

Foto des Plakates Science WM Jam KopfballEs geht um Präzision, Taktik, Ausdauer – und natürlich um Tore! Um die Fußball-WM also? Sozusagen. Nur nicht um die, die wir gerade in den Medien verfolgen können.

Aber das Engagement, mit dem Fußballroboter weltweit in verschiedenen Ligen und im RoboCup gegeneinander antreten, steht dem Ehrgeiz der Profifußballer in nichts nach. Und sie tun dies sogar in höherer Mission. Denn die gut geölten und hervorragend programmierten Maschinenkicker dienen vor allem der Wissenschaft. Inwiefern?

Das erfahren Sie von Prof. Dr. Joschka Bödecker vom Neurorobotics Lab Freiburg. Er wird Sie zunächst in die Welt der Fußballrobotik einführen und Ihnen dann anhand konkreter Beispiele aufzeigen, wie Erkenntnisse aus dem sportlichen Kampf der Titanen in ganz konkrete neurowissenschaftliche Forschung einfließen. Anschließend können Sie am eigenen Leib erfahren, wie Roboter das Lernen lernen. Und vielleicht sogar eine kleine Überraschung gewinnen.

Neugierig geworden? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch – und versprechen Ihnen einen kurzweiligen Abend, der Ihnen einen ganz neuen Blick auf die Verbindung von Neurowissenschaft, Technik, Medizin und Sport vermitteln wird.

  • Was: Vortrag, Interaktion und Torwandschießen
  • Wann: 05.07.2018, 20:00 Uhr
  • Wo: Bernstein Center Freiburg
    Bernstein-Werkstatt (Untergeschoss, Zugang über den Parkplatz)
    Hansastraße 9a, 79104 Freiburg
  • Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten.
  • Veranstalter: Bernstein Center Freiburg und NEXUS EXPERIMENTS / BrainLinks-BrainTools
  • Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
  • Der Eintritt ist kostenlos.
  • Die Vortragssprache ist Deutsch.

Die „Science Jams“ sind eine Veranstaltungsreihe des Bernstein Center Freiburg und des Exzellenzclusters BrainLinks-BrainTools (Nexus Experiments). Sie präsentieren Wissenschaft in ungewöhnlichen Zusammenhängen – weitab von Hörsälen und Seminarräumen. Die Veranstaltung richtet sich an die breite Öffentlichkeit. Die Zahl der Sitzplätze ist begrenzt, eine Reservierung ist leider nicht möglich.

Bayerische Leitlinien Seniorenverpflegung

Es ist angerichtet! Genussvoll essen in Senioreneinrichtungen

Gesunde Ernährung in der Seniorenpflege

Die Verpflegung in bayerischen Senioreneinrichtungen trägt wesentlich zum Wohlbefinden der Bewohner bei. Daher hat das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) im Auftrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) Leitlinien für die Seniorenverpflegung erarbeitet. Ein unabhängiges Fachgremium aus Vertretern der Praxis, der Wirtschaft und der Wissenschaft hat die Arbeit beratend unterstützt. Die Leitlinien dienen den Verantwortlichen in den Einrichtungen als Orientierungshilfe für ein rundum gelungenes Essensangebot.

Die Leitlinien für die Seniorenverpflegung bilden als vierte Bayerische Leitlinien den Abschluss der Reihe. Mit ihnen bestehen neben Betriebsgastronomie, Schule und Kindertageseinrichtungen für die wesentlichen Settings der Gemeinschaftsverpflegung definierte Qualitätsempfehlungen.

Eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung ist ein zentrales Handlungsfeld des Staatsministeriums. Die Leitlinien Seniorenverpflegung sind eine maßgebende Orientierungshilfe für hochwertiges, bedarfsgerechtes und regionaltypisches Essen in Senioreneinrichtungen.

Unsere Philosophie

Wenn Genuss, Gesundheit und Qualität Hand in Hand gehen, gewinnen alle Seiten: Bewohner, Mitarbeiter und die Einrichtung genauso wie Produzenten und Umwelt. Für jede Einrichtung stellt daher die Gestaltung der Verpflegung eine verantwortungsvolle Aufgabe dar. Wenn die individuelle Essbiografie jedes einzelnen Bewohners und die im Alter hinzukommenden gesundheitlichen und körperlichen Einschränkungen berücksichtigt werden, ist dies eine gute Basis, dass sich Senioren auch in einer stationären Einrichtung zuhause fühlen können.

Vier Leitgedanken beschreiben zunächst, was eine gute Seniorenverpflegung ausmacht.

Wertschätzung

Zu einem seniorengerechten Essen gehört noch mehr als ein den persönlichen Anforderungen angepasstes und schmackhaftes Menü. Individuelle Essenszeiten, harmonische Atmosphäre, ansprechende Tisch- und Raumgestaltung, eine ruhige Umgebung sowie geeignete Unterstützung bei der Essenseinnahme verstärken die Wertschätzung gegenüber den Bewohnern. Ein Verpflegungsleitbild, das von der gesamten Einrichtung mitgetragen wird, zeigt, dass die Küche und die Verpflegung der Einrichtung den Stellenwert haben, den sie verdienen. Diese Wertschätzung kann nur gelingen, wenn die Kommunikation stimmt: nach innen wie nach außen.

Gesundheit

Wenn im Alter gesundheitliche Einschränkungen zunehmen, der Appetit nachlässt und die Portionen kleiner werden, ist eine hochwertige Lebensmittelauswahl umso wichtiger. Grundlage für die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Speisen- und Getränkeangebots ist der DGE-Qualitätsstandard für die stationäre Seniorenverpflegung. Darüber hinaus müssen der individuelle Geschmack und die persönlichen Ernährungs- und Essgewohnheiten der Bewohner Beachtung finden.

Regionalität

Es gibt viele Gründe, zu regionalen – und auch saisonalen – Lebensmitteln zu greifen. Sie reichen vom Genussfaktor erntefrischer und voll ausgereifter Lebensmittel über die Bekanntheit sowie der besonderen Wertschätzung bei den Senioren bis zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.

Gerade für ältere Menschen spielen Heimat und kulturelle Identität eine wichtige Rolle. Neben der Verwendung regionaler und saisonaler Zutaten genießen die Bewohner besonders auch das regelmäßige Angebot regionaltypischer Gerichte. Bekannte Gerichte der bayerischen Esskultur stärken das Gefühl von Heimat und wecken schöne Erinnerungen.

 

Ökologie

Von einer ökologischen Landwirtschaft profitieren alle: Klima, Böden, Gewässer, Pflanzen, Tiere und Menschen. Nachhaltige Verpflegung stärkt die heimische Ernährungs- und Landwirtschaft. Sie schließt die Aspekte regional, saisonal, ökologisch, Fairtrade und Tierwohl ein. Ökologisch zu denken, schließt kurze Transportwege ein. Deshalb spielt die Herkunft auch hier eine Rolle: Ökologische Lebensmittel aus Bayern erfüllen diesen Anspruch. Eine gute Verpflegung schließt ökologische Lebensmittel, möglichst aus der Region, deshalb selbstverständlich ein.

 

Praktische Orientierungshilfen

Wer Ja zu den Leitgedanken sagt, will diese auch im Alltag umsetzen. Dazu haben wir vier Bereiche definiert, in denen alle Verantwortlichen maßgebliche Entscheidungen fällen, die die Qualität der Verpflegung sichern: Rahmen gestalten, verantwortungsvoll einkaufen, ausgewogen verpflegen, erfolgreich kommunizieren.

Eine Zusammenfassung des 6. BDF im Februar 2017

Das Berliner Demografie-Forum ist eine parteiübergreifende, globale Dialogplattform, konzipiert als jährlich stattfindende Konferenz mit wechselnden Fragestellungen zu demografischen Herausforderungen.

Zielsetzung ist, die Spitzen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenzubringen, um gemeinsam neue Impulse zu setzen, Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung zu diskutieren und Handlungsmöglichkeiten für den demografischen Wandel zu entwickeln.

Vom 15. bis 16. Februar 2017 fand das BDF zum sechsten Mal statt.

Wir freuen uns auf das 7. Berliner Demografie Forum 2018.

Blog mit viel Input zum Thema demografischer Wandel bleibt

EY_ALTER_7603_∏_Daimler_AG_Universum©_BremenNach 10 Monaten Laufzeit mit vielen begeisterten Besuchern verabschiedet
sich die erfolgreiche Sonderausstellung EY ALTER – Du kannst dich mal
kennenlernen aus dem Universum® Bremen. „Mit dem besonderen Thema
dieser Sonderausstellung und einem umfangreichen Begleitprogramm für jede
Altersstufe konnten wir allen Besuchern interessante neue Blickwinkel auf den
demografischen Wandel eröffnen,“ freut sich Geschäftsführer Dr. Herbert
Münder. Besonders die Stationen zur Erkundung des eigenen Potenzials kamen
gut beim Publikum an.

Auf das vom Mercedes-Benz Werk Bremen initiierte Projekt zur Fragestellung,
wie Jung und Alt künftig zusammenarbeiten können, sprangen weitere Partner
auf: die IG Metall Küste und Nordmetall. Die Jacobs University Bremen
begleitete die Ausstellungskonzeption wissenschaftlich. Als Netzwerkpartner
kamen die Arbeitnehmerkammer Bremen, die Handelskammer Bremen und die
Handwerkskammer Bremen, die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, der
Industrie-Club Bremen e.V., das DemografieNetzwerk Nordwest, i2b und WDN –
WISE Demografie Netzwerk hinzu. Sie unterstützten u.a. mit eigenen
Veranstaltungen das Begleitprogramm.

„Für Mercedes-Benz ist die Ausstellung ein voller Erfolg. Es ist klasse, dass wir
hier die Initialzündung für eine positive und praxisnahe Auseinandersetzung mit
den Chancen des demografischen Wandels setzen konnten und die
Ausstellung jetzt nach Stuttgart ins Mercedes-Benz Museum geht“, so
Projektleiterin Sylvia Hütte-Ritterbusch. EY ALTER wurde bereits mehrfach
ausgezeichnet, u.a. mit dem Human Resources Excellence Award 2015. Sowohl
in der Kategorie „Chancengleichheit im Beruf“ als auch in der begehrten
Sonderkategorie „HR Innovation des Jahres“ belegte EY ALTER den ersten
Platz.

Auch wenn die Ausstellung für zwei Monate ihre Tore schließt, auf dem Blog EY
ALTER finden Interessierte regelmäßig neue Beiträge und wegweisende Best
Practice Beispiele zum Thema „Jung & Erfahren – Teams von morgen“:
www.eyalter.com

ALTERN MIT KÖPFCHEN

„Alter ist Kopfsache“ heißt es, doch wie hängt Intelligenz eigentlich mit dem
Alter(n) zusammen?

141_1_EY_ALTER_7165__Daimler_AG_Universum_Bremen.jpgEs sind nicht die Köpfe, die alt sind, sondern die darin verankerten Bilder. Altern
wird oft mit Verfall und Abbau gleichgesetzt. Dabei geht das Altern mit
ständiger Entwicklung einher und so entwickeln sich auch die kognitiven
Leistungen mit. Jung und schlau, alt und dumm? Weit gefehlt.

Was sagt die Wissenschaft?

Einen Paradigmenwechsel läutete 1971 der US-amerikanisch Psychologe
Raymond Bernard Cattell mit dem Zwei-Faktoren-Modell, einem
Kompensationsmodell ein. Er unterscheidet dabei zwischen fluider und
kristalliner Intelligenz.  1 Doch was bedeutet das genau?

1 Vgl. http://library.mpib-berlin.mpg.de/ft/pb/PB_Life_2006.pdf

Bei der fluiden Intelligenz dreht sich alles um die Geschwindigkeit der
Informationsverarbeitung. Das Gedächtnis, die räumliche Orientierung und das
logische Denken – beispielsweise zum Erkennen von Lösungsstrategien – sind
hier angesiedelt. Im Kindes- und Jugendalter nimmt die fluide Intelligenz so
richtig Fahrt auf. Allerdings ist sie eher ein Kurzstreckensprinter, denn bereits
ab circa Mitte zwanzig beginnt die fluide Intelligenz abzufallen.

Ihr Partner die kristalline Intelligenz übernimmt hier den Staffelstab und legt
den restlichen Lebenslauf in Sachen Intelligenz zurück. Kristalline Intelligenz
basiert auf gesammelten Erfahrungen und erworbenem Wissen. Sie zeigt sich in
der Größe des Wortschatzes sowie der Lese- und Schreibfertigkeit. Aha! Aus
diesem Grund hat Opa so ein schier unerschöpfliches Allgemeinwissen. Die
kristalline Intelligenz wächst fast ein Leben lang und fällt erst im hohen Alter
etwas ab. Das Zusammenspiel von fluider und kristalliner Intelligenz bewirkt
große Resultate, schließlich ergänzen sich beide wunderbar.

Und was heißt das für die Arbeitswelt?

In vielen Berufsfeldern wird bereits die Bereicherung durch altersgemischte
Teams und damit der Herstellung einer Balance zwischen fluider und kristalliner
Intelligenz erkannt, denn sie führt nachgewiesen zum bestmöglichen Ergebnis.
Jeder bringt die ihm innewohnenden Qualifikationen und Erfahrungen im Sinne
des Gesamtergebnisses mit ein.

Alter erfahren und entdecken

Manchmal verschwimmen auch die Grenzen, denn was bedeutet es überhaupt
jung zu sein und wann gilt man als alt? Welche Rolle spielt das Denkvermögen
beim Altern?