Springe zum Inhalt

Alternde Zellen gehen mit Änderungen in der Hirnstruktur einher. Die Telomere der Chromosomen verändern sich gemeinsam mit der Struktur des Gehirns

Die Telomere der Chromosomen verändern sich gemeinsam mit der Struktur des Gehirns

Telomere sind die Schutzkappen unserer Chromosomen und spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle. Kurze Telomere werden mit chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht – zur Verkürzung beitragen kann zum Beispiel eine hohe Stressbelastung. Verändern sich Telomere in ihrer Länge, spiegelt sich das direkt in unserer Hirnstruktur. Das konnte nun ein Team um Lara Puhlmann und Pascal Vrticka vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig sowie Elissa Epel von der University of California und Tania Singer von der Forschungsgruppe für Soziale Neurowissenschaften in Berlin im Rahmen des von ihr geleiteten ReSource-Projektes zeigen.

Um den Einfluss der Telomerlänge auf die Gehirnstruktur zu untersuchen, bestimmten die Wissenschaftler deren Länge anhand der Leukozyten-DNA aus dem Blut der Studienteilnehmer mittels Polymerase-Kettenreaktion. Zusätzlich berechneten sie mithilfe von MRT-Scans die Dicke der Großhirnrinde jedes Teilnehmers.
© MPI CBS

Telomere sind Schutzkappen an den Enden der Chromosomen, die bei jeder Zellteilung kürzer werden. Werden sie so kurz, dass von ihnen beschützte Gene geschädigt werden könnten, hören die Zellen auf sich zu teilen und zu erneuern. Die Zelle kann ihre Funktionen zunehmend schlechter ausführen. Dies ist einer der Mechanismen für das Altern.

Die Länge der Telomere gilt daher als Marker für das biologische Alter eines Menschen – im Gegensatz zum chronologischen Alter, welches wir in Zahlen definieren. Von zwei Menschen mit gleichem chronologischen Alter hat also die Person mit kürzeren Telomeren ein erhöhtes Risiko, altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln, oder sogar eine kürzere Lebenserwartung.

Verlängerung der Telomere?

Ein Schlüssel, um länger jung zu bleiben, scheint daher mit der Frage zusammenzuhängen: Wie schaffen wir es, die Verkürzung der Telomere so lange wie möglich aufzuhalten? Nicht nur Genetik und ungesunder Lebensstil, sondern auch psychischer Stress kann zur Verkürzung der Telomere beitragen. Forscher haben daher untersucht, wie stark der Lebensstil die Länge der Telomere beeinflussen kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass sich Telomere viel schneller verändern können als bisher angenommen, und sich sogar nach nur ein bis sechs Monaten mentalen oder körperlichen Trainings verlängern können. Es blieb bisher jedoch unklar, ob diese Verlängerung tatsächlich bedeutet, dass das biologische Alter eines Menschen reduziert wird.

„Um herauszufinden, ob eine kurzfristige Veränderung der Telomerlänge nach nur wenigen Monaten wirklich mit Veränderungen im biologischen Alter einer Person einhergehen könnte, haben wir sie mit einem anderen Biomarker des individuellen Alterns und der Gesundheit in Verbindung gebracht: der Gehirnstruktur“, erklärt Lara Puhlmann, die inzwischen in der Gruppe ‚Sozialer Stress und Familiengesundheit‘, geleitet von Veronika Engert, am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften forscht. Das Projekt war von Tania Singer im Rahmen der ReSource Studie initiiert worden.

Dazu nahmen die Teilnehmer der Studie an vier MRT-Untersuchungen im Abstand von drei Monaten teil und gaben zu den gleichen Terminen Blutproben ab. So konnten die Wissenschaftler anhand der DNA der Leukozyten aus dem Blut der Probanden die Länge der Telomere mittels Polymerase-Kettenreaktion bestimmen. Zusätzlich wurde mithilfe von MRT-Scans die Dicke der Großhirnrinde jedes Teilnehmers berechnet. Diese wird mit dem Alter zunehmend dünner. Man weiß außerdem, dass einige neurologische altersbedingte Erkrankungen mit einer schnelleren Verdünnung des Kortex in bestimmten Regionen verbunden sind.

Flexibles Altern

Das Ergebnis: „Unser biologisches Alter scheint flexibler zu sein, als bisher angenommen. Anzeichen von Alterung auf verschiedenen biologischen Ebenen können schon innerhalb von drei Monaten parallel verändern“, sagt Puhlmann. Veränderten sich die Telomere in der Länge, so war dies mit plastischen Veränderungen im Gehirn verbunden. Wenn sich die Telomere also bei den Studienteilnehmern verlängerten, konnte auch eine stärkere Tendenz zur Verdickung des Kortex gemessen werden. Andersherum war eine Telomerverkürzung mit einer Verdünnung der Großhirnrinde verbunden. Davon war spezifisch der sogenannte Precuneus betroffen – ein wichtiger Stoffwechsel- und Netzwerkknoten im Gehirn.

Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass bereits kurzfristige Veränderungen der Telomerlänge Schwankungen im Gesundheits- und Alterungszustand eines Körpers im Allgemeinen widerspiegeln. Welcher biologische Mechanismus den kurzfristigen Veränderungen in der Telomerlänge zugrunde liegt, bleibt jedoch unklar. „Wir wissen zum Beispiel nicht, ob sich die kurzfristigen Veränderungen wirklich längerfristig auf die Gesundheit auswirken“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Einfluss von mentalem Training

Gleichzeitig ist das Forscherteam der Frage nachgegangen, ob sich die Länge der Telomere durch ein auf Achtsamkeit und Mitgefühl basierendes neunmonatiges, mentales Training tatsächlich verändern lässt und ob solche systematischen Veränderungen der Telomerlänge ebenfalls mit einer Verdickung oder Verdünnung der Gehirnstruktur einhergehen. Vorherige Daten aus dem vom Europäischen Forschungsrat unterstützten ReSource-Projekt hatten bereits gezeigt, dass sich bestimmte Regionen des Kortex durch Training verdicken lassen, abhängig von den jeweiligen mentalen Trainingsinhalten der drei dreimonatigen Trainingsmodule. Auch die physiologische Stressreaktion konnte durch mentales Training mit sozialen Aspekten verringert werden.

Im Unterschied zu früheren Arbeiten fand das Team in der aktuellen Studie jedoch keine Hinweise dafür, dass mentales Training Telomere verändern kann. Zukünftige Studien müssen nun zeigen, welche Maßnahmen oder Verhaltensweisen am effektivsten sind, um den biologischen Alterungsprozess aufzuhalten oder sogar umzukehren.

Wenn Sie und Ihr Gehirn ein Leben lang fit bleiben wollen, dann sollten Sie dieses Buch unbedingt lesen, denn es bringt die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen unterhaltsam auf den Punkt.

Lebensfroh, vital und geistig fit bleiben

Ich habe schon einige Bücher über das Älterwerden gelesen. Manche waren sehr interessant, aber nicht besonders unterhaltsam geschrieben. Andere hingegen waren weder interessant noch unterhaltsam.

Dieses Buch unterscheidet sich positiv von den bisherigen Büchern, die ich zu diesem Thema gelesen habe.

Wenn ich in einem öffentlichen Raum lese, dann bemerke ich ab und zu, dass ich beobachtet werde. Das dürfte wohl daran liegen, dass ich immer wieder schmunzeln muss. Dafür danke ich sowohl dem Autor John Medina als auch der Übersetzerin Catherine Hornung.

Wenn Sie und Ihr Gehirn ein Leben lang fit bleiben wollen, dann sollten Sie dieses Buch unbedingt lesen, denn es bringt die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen unterhaltsam auf den Punkt. Der Autor gibt dabei auch persönliche Erfahrungen zum Besten.

Unter dem Titel „geistiger Schluckauf“ lässt uns John Medina wissen, dass unsere Fähigkeit, Ablenkungen zu ignorieren, von 82 % im Durchschnittsalter von 26 Jahren auf 56 % bei einem Durchschnittsalter von 76 Jahren sinkt. Und dann erklärt er das anhand einer autofahrenden Großmutter (es könnte auch ein Großvater sein). Wenn sie auf der Autobahn die Spur wechselt, kann es passieren, dass sie den Wagen rechts von ihr beinahe streift, weil ihr Vordermann plötzlich langsamer fährt und sie dadurch abgelenkt wird.

Dies ist unserer Verarbeitungsgeschwindigkeit geschuldet. Denn wenn unser Gehirn einen Gang runterschaltet, kann es nicht mehr auf mehrere brenzlige Fahrsituationen gleichzeitig reagieren. Leider wollen das betagte Autofahrer oft nicht einsehen. Sie glauben, dass sie das alles noch so gut wie in jungen Jahren können.

Sind Sie vergesslich?

Vergesslichkeit kann in jedem Alter auftreten, wenn man einen Raum verlässt und einen anderen betritt, hat man schnell vergessen, was man eigentlich tun wollte.

Sie werden das vielleicht kennen. Sie gehen in die Küche, um sich ein Getränk zu holen. Auf dem Weg dorthin stolpern sie über ein Spielzeug ihres Enkelkindes. Sie räumen es weg. Dann gehen Sie in die Küche und haben inzwischen vergessen, was Sie dort machen wollten. „Türschwellen sind wahre Gedächtniskiller“, meint der Psychologe Gabriel Radvansky von der Universität Notre Dame. Das ist kein Anzeichen von Demenz. Also auch kein Grund zur Sorge!

Das viel beschworene Multitasking kann in keinem Alter erfolgreich angewandt werden. Menschen verarbeiten analog. Kurze Zeitintervalle rauben Aufmerksamkeit. Und diese Fähigkeit nimmt bereits ab dem zwanzigsten Lebensjahr kontinuierlich ab.

Mehr will ich über den Inhalt des Buches hier nicht verraten. Einen Tipp gebe ich jedoch noch gerne weiter:

„Setzen Sie sich bloß nicht zur Ruhe!“

246 Seiten Information und Unterhaltung plus 43 Seiten Literaturhinweise zeichnen dieses Buch aus.

Das Foto auf dem Buchcover bringt es auf den Punkt. Sie werden nicht enttäuscht sein.

Ria Hinken

Brain Rules fürs Älterwerden - Lebensfroh, vital und geistig fit bleiben, John Medina, erschienen bei hogrefe, 2019, ISBN: 9783456858982
29,95 €, eBook 26,99

Der Verlag schreibt:

Dieses Buch richtet sich an alle, die bereits gewisse Alterungssymptome bei sich oder ihren Angehörigen festgestellt haben. Ich finde, dass dies nicht unbedingt die Voraussetzung ist, um dieses wunderbare Buch zu lesen.

„Wir haben festgestellt, dass die Kopplung der beiden Nervenzellrhythmen mit dem Alter tendenziell abnimmt und die Vergesslichkeit gleichzeitig zunimmt. Dies bedeutet zugleich: Diejenigen unter den älteren Probanden, die bei den Gedächtnistests gut abschnitten, zeigten auch ein Kopplungsmuster, das dem der jüngeren Probanden ähnelt“, sagt Markus Werkle-Bergner, Seniorautor und Projektleiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Altern verändert die Feinabstimmung neuronaler Rhythmen im Schlaf

Unser Gehirn arbeitet unentwegt. Während wir schlafen, sorgt es dafür, dass tagsüber Erlebtes im Gedächtnis dauerhaft verfügbar bleibt. Dieser Vorgang wird als Konsolidierung bezeichnet. Konsolidierung erfordert, dass langsame rhythmische Muster neuronaler Aktivität möglichst präzise mit schnellen Mustern gekoppelt werden, insbesondere im Tiefschlaf. Ein Forscher*innenteam am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung konnte nun mit Kolleg*innen von der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Fribourg nachweisen, dass bei älteren Menschen, die mehr vergessen, diese Koppelung aus dem Takt geraten ist. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Ein älterer Mensch, der sich GEdanken macht.
CCO Lizenz

Das Gehirn ist nicht nur im Wachzustand aktiv, sondern auch im Schlaf. Im Wachzustand sorgt das Zusammenspiel der verschiedenen Bereiche des Gehirns dafür, dass wir uns in der Welt orientieren, Handlungen durchführen und Umwelteindrücke aufnehmen können. Im Schlaf wird das Erlebte gesichtet, geordnet und gefestigt (oder auch vergessen). Deswegen ist der Schlaf für die langfristige Speicherung und Vernetzung neuerworbenen Wissens und somit für das Lernen unerlässlich.

Zentral für den Informationsaustausch im Schlaf ist die zeitlich abgestimmte Kommunikation des Hippokampus mit der Großhirnrinde. Der Hippokampus ist eine tief im Gehirn liegende Struktur, die wesentlich an der schnellen aber kurzfristigen Speicherung neuerworbenen Wissens und alltäglicher Erlebnisse beteiligt ist. Der Schlaf ermöglicht es nun, dass der Hippokampus die langsamer lernende Großhirnrinde „trainiert“, indem das Neuerlernte immer wieder reaktiviert und allmählich fest eingeschrieben wird. Um erfolgreich zu sein, erfordert dieses „Training“ der Großhirnrinde die zeitlich präzise Koordination der Nervenzellaktivität in den beteiligten Gehirnarealen.

„Durch die Beobachtung der Gehirnaktivität von Probanden im Schlaf konnten wir nun zeigen, dass sich Personen, die mehr vergessen, in einem wesentlichen Punkt von anderen Personen unterscheiden: Die Aktivität der Nervenzellen im Hippokampus und in der Großhirnrinde ist bei den vergesslicheren Personen weniger präzise gekoppelt“, sagt Beate Muehlroth, Erstautorin der Studie und Doktorandin im Forschungsbereich Entwicklungspsychologie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB).

Die Aktivität des Gehirns während des Schlafs können Wissenschaftler*innen mithilfe der Elektroenzephalografie (EEG) sichtbar machen. Das EEG misst die elektrische Aktivität, welche durch die Nervenzellen während ihrer Tätigkeit erzeugt wird. Wach- und Schlafphasen sind dabei durch spezifische Muster rhythmischer Nervenzellaktivität gekennzeichnet. So sind das markanteste Merkmal von Tiefschlafphasen langsame Rhythmen in einer Frequenz von circa 0,5 bis 4 Schwingungen pro Sekunde, die sich nahezu über die gesamte Großhirnrinde ausbreiten. Diese sogenannten „langsamen Wellen“ ermöglichen die Koordination neuronaler Informationsverarbeitung in weiten Teilen des Gehirns. Auf diese Weise entstehen Zeitfenster, in denen Erinnerungen durch den Hippokampus reaktiviert und durch die Großhirnrinde optimal gelernt werden können.

Die Aktivierung des Informationsaustauschs zwischen dem Hippokampus und der Großhirnrinde ist im menschlichen EEG durch schnelle rhythmische Nervenzellaktivität mit einer Frequenz von circa 12 bis 16 Schwingungen pro Sekunde gekennzeichnet. Wegen ihrer äußeren Ähnlichkeit mit Spindeln, wie sie beim Spinnen von Wolle verwendet werden, werden diese Schwingungsmuster auch als „Schlafspindeln“ bezeichnet. Ein optimales „Training“ der Großhirnrinde durch den Hippokampus ist dann möglich, wenn Schlafspindeln genau zu jenen Zeitpunkten auftreten, in denen die langsamen Wellen die Nervenzellen der Großhirnrinde für eine effiziente Informationsverarbeitung vorbereitet haben.

Das Forscherteam hat nun die Lern- und Merkfähigkeit von 34 jüngeren Proband*innen im Alter zwischen 19 und 28 Jahren und 41 älteren Proband*innen im Alter zwischen 63 und 74 Jahren in einem speziell zu diesem Zweck entwickelten Gedächtnistest verglichen. Die Nacht zwischen dem Lernen und dem Gedächtnistest am nächsten Tag haben die Teilnehmer*innen zu Hause verbracht. Dort wurde die Nervenzellaktivität im Schlaf mit einem tragbaren Schlaf-EEG System erfasst. Zusätzlich wurde die Größe und Struktur gedächtnis- und schlafrelevanter Gehirnareale mittels Magnetresonanztomografie (MRT) im Labor vermessen.

In den Ergebnissen zeigte sich wie erwartet, dass ältere Probanden*innen im Durchschnitt mehr vergaßen als jüngere Teilnehmer*innen. Zusätzlich zeigte sich, dass Probanden*innen mit geringerer Merkfähigkeit nachts während der Tiefschlafphasen eine weniger präzise Kopplung zwischen Schlafspindeln und langsamen Wellen aufwiesen. Ähnlich wie bei einer Person, die immer knapp am Takt vorbei klatscht, verpassten die Schlafspindeln den optimalen Zeitpunkt zum „Training“ der Großhirnrinde, so dass die Konsolidierung der neu erlernten Inhalte weniger erfolgreich war.

„Wir haben festgestellt, dass die Kopplung der beiden Nervenzellrhythmen mit dem Alter tendenziell abnimmt und die Vergesslichkeit gleichzeitig zunimmt. Dies bedeutet zugleich: Diejenigen unter den älteren Probanden, die bei den Gedächtnistests gut abschnitten, zeigten auch ein Kopplungsmuster, das dem der jüngeren Probanden ähnelt“, sagt Markus Werkle-Bergner, Seniorautor und Projektleiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

In weiteren Analysen konnte das Forscherteam zusätzlich zeigen, dass das Ausmaß der Kopplung von Schlafspindeln und langsamen Wellen mit der Struktur derjenigen Gehirnareale zusammenhängt, die an ihrer Erzeugung beteiligt sind. Dies gilt vor allem für den Hippokampus, für eine Region im Stirnhirn, die als medialer präfrontale Kortex bezeichnet wird, sowie für den Thalamus. Diese drei Regionen sind besonders stark von Alterungsprozessen betroffen. Es drängt sich daher die Vermutung auf, dass die Alterung schlaf- und gedächtnisrelevanter Gehirnareale Prozesse der langfristigen Speicherung neuerworbener Gedächtnisinhalte beeinträchtigt. In wie weit altersabhängige Veränderungen von Schlafverhalten und Schlafphysiologie langfristig die strukturelle Alterung des Gehirns beeinflussen, oder ob letztere kausal für beobachtbare Schlafbeeinträchtigungen mit höherem Lebensalter verantwortlich sind, soll in zukünftigen Verlaufsstudien näher betrachtet werden.

http://bit.ly/2EvBXDp

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wurde 1963 in Berlin gegründet und ist als interdisziplinäre Forschungseinrichtung dem Studium der menschlichen Entwicklung und Bildung gewidmet. Das Institut gehört zur Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., einer der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa.


Originalpublikation:

Muehlroth, B. E., Sander, M. C., Fandakova, Y., Grandy, T. H., Rasch, B., Shing, Y. L., & Werkle-Bergner, M. (2019). Precise slow oscillation-spindle coupling promotes memory consolidation in younger and older adults. Scientific Reports, 9: 1940. https://doi.org/10.1038/s41598-018-36557-z


 15. Café Scientifique am 26.04.2018 – von Hirnen, Strom und Telefon

 Voll vernetzt 15. Café ScientifiqueWas haben das menschliche Gehirn, die Stromversorgung und der Mobilfunk gemeinsam? Vielleicht mehr, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Denn es handelt sich gleichermaßen um hochkomplexe Netzwerke. Aber wo gibt es Unterschiede oder Parallelen? Was können Ingenieure und Neurowissenschaftler voneinander lernen? Prof. Dr. Oliver Ambacher, Prof. Dr. Ulrich Egert und Prof. Dr. Anke Weidlich stellen die Eigenschaften und Funktionsweisen der jeweiligen Netzwerktypen einander gegenüber.

Das 12. Café Scientifique am 26.09.2017 befasst sich mit der Frage, ob das Gehirn ein Geschlecht hat

Plakat zur Veranstaltung Frauenhirn-Männerhirn

 

 

Ob sich im Gehirn fundamentale Unterschiede zwischen Frau und Mann finden lassen, wird in den Neurowissenschaften intensiv debattiert. Die Psychologin Prof. Dr. Anelis Kaiser stellt einen Überblick der Arbeiten und Positionen zum Thema vor. Sie hat seit April 2017 die Professur für Gender in MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – an der Technischen Fakultät der Universität Freiburg inne und ist an der Forschung am Exzellenzcluster BrainLinks-BrainTools beteiligt. Nach der Einleitung diskutiert sie mit dem Publikum darüber, was diese neurowissenschaftlichen Studien über das Gehirn, aber auch über die Gesellschaft verraten.

Geschenk- und Buchtipps - nicht nur für Weihnachten 2016

"HopMop'" ist ein witzig aufgemachtes Buch mit vielen praktischen und ungewöhnlichen Tipps zum Putzen. Alles von Männern für Männer. so bleibt die Bude sauber und der Mann fit, was will Frau mehr? Das sollen Sie iÍhremm Liebsten unbedingt zu Weihnachten schenken.

Stefan RehbergerBalz Wydler

Keine Zeit, regelmäßig Sport zu treiben? Keine Lust, sich frühmorgens oder spätabends noch mit Yoga oder Joggen zu quälen? Aktiv sein ja, aber am liebsten in Reichweite der Couch? Wem es so geht, für den ist Hopmop genau das Richtige.

Erscheinungstermin: 16.12.2016,  Taschenbuch 14,99 €,  eBook 12,99 €

Guide Michelin

 

Zum Guide Michelin finden Sie hier eine ausführliche Beschreibung: http://alterskompetenz.info/guide-michelin-2017/

 

 

 

Jens Glutsch
Unternehmer, Informatiker und Manufakturist digitaler Selbstverteidigung gibt in seinem Buch einen Uberblick über die Notwendigkeit von Privatsphare, einen Ausblick darauf, was geschieht wenn wir diese vernachlassigen und einfache, pragmatische Hinweise, wie wir unsere Privatsphare schützen und starken konnen.

Talk like TED

von Carmine Gallo erschienen im Redline Verlag

Präsentationen haben durch den Aufschwung der TED-Talks eine völlig neue Definition erfahren – die Online-Vorträge sind inzwischen zur Königsdisziplin des Vortrags und zum Vorbild für Redner auf der ganzen Welt geworden. Die immer beliebteren TED-Talks revolutionierten die Welt der Vorträge.
Der Kommunikationsexperte Carmine Gallo analysierte Hunderte der besten TED-Talks und interviewte die bekanntesten und beliebtesten Redner wie Steve Jobs, Bill Gates und Bono, um die grundlegenden Regeln und Geheimnisse eines erfolgreichen TED-Vortrags herauszufinden. Gallo enthüllt in seinem Buch die Regeln, mit denen nicht nur TED-Talks

November 2016
ISBN: 978-3-86881-647-1

garantiert zu einem vollen Erfolg werden!  Preis: 16,99 €

Ich glaub, mich trifft der Schlag

Warum das Gehirn tut, was es tun soll, oder manchmal auch nicht

Professor meets Science Slammer: So wurde das Gehirn noch nie erklärt

Das Gehirn ist die Schaltzentrale unseres Körpers, das weiß jedes Kind. Doch wie schafft es diese Wunderbox, dass wir sehen, fühlen, sprechen, denken? Professor Ulrich Dirnagl von der Berliner Charité und Science Slammer Jochen Müller haben sich zusammengetan und erklären die Funktionsweise des Gehirns anhand von sechs neurologischen Krankheiten, unter anderem an Demenz, Schlaganfall und Epilepsie. Denn jede Störung, die im Gehirn auftritt, verrät uns, wie das gesunde Organ funktioniert.

Der Schlaganfall zum Beispiel zeigt, welch großartiges Organisationstalent das Gehirn ist. Wenn bei einer Attacke das Sprachvermögen ausfällt oder der Bewegungsablauf gestört ist, können wir erkennen, wo diese Funktionen im Gehirn verortet sind.

Hirnforschung für alle: Neurologe Ulrich Dirnagl und Science Slammer Jochen Müller erklären unterhaltsam, verständlich und anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie das Gehirn funktioniert und was es jeden Tag für exzellente Arbeit leistet.

Das ist die offizielle Beschreibung des Buches, aber die trifft es genau. Es macht so viel Spaß, dieses Buch zu lesen, obwohl es einen sehr ernst zunehmenden Inhalt hat.

Klappenbroschur, Droemer HC
02.11.2016, 336 S.

ISBN: 978-3-426-27679-2

3 empfehlenswerte Bücher zum Thema Vergessen, Demenz und älter werden.

An der Wand kann man nicht nähen

Cover An der Wand kann man nicht nähen

Und auf einmal kann ihr die Mutter keine Auskunft mehr geben. Damals ist die Mutter von Susanne Hesse 82; was auf die beiden zukommt, ist kein Einzelfall.
Allein in Deutschland beträgt die Zahl der Demenzkranken etwa 1,5 Millionen und doch gibt es keinen Fall, der dem anderen gleicht. Wer ihre Mutter gewesen ist, dass es auch in der Krankheit heitere Zeiten gab und solche, in denen sich die Tochter auf der Toilette einschloss und hoffte, ihre Tränen blieben unbemerkt, beschreibt Susanne Hesse mit großer Zärtlichkeit und spendet neben praktischen Hilfestellungen und viel Faktenwissen auch Mut.

Susanne Hesse 1951 in Hamburg geboren, reiste nach ihrer kaufmännischen Ausbildung quer durch die Welt und kümmerte sich neben der Berufstätigkeit um ihre demenzerkrankte Mutter. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in Schleswig-Holstein.

von Susanne Hesse
Taschenbuch
ISBN: 978-3-939990-25-3
e-book ISBN: 978-3-939990-26-0
Buch EUR 11,90 €
ebook EUR 6,99

Bleib bei mir, denn es will Abend werden

Die Geschichte einer langen Liebe

Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt.
Ida und Ole sind ein Paar: seit fast 50 Jahren. Alt fühlen sie sich nicht. Auch einen Umzug wagen sie. Doch etwas schleicht sich ein ins Glück, etwas Abgründiges, Fremdes. Ida verstören Rufe, die manchmal zu ihr dringen - von Gegenüber wohl, aus einem Seniorenheim, einem Feierabendheim? Oder bringt etwas anderes sie so durcheinander? Lange ist weder Ole noch der großen Familie klar, was mit Ida geschieht. Bis sie vollends Richtung Abend fällt. Wie stark kann Liebe bleiben, wenn für den einen noch Tag herrscht, wo über den anderen schon Dämmerung und Demenz hereinbrechen?
Liebe im Alter – die preisgekrönte Autorin Paula Schneider erzählt davon emotional und poetisch.
«Respektvoll und authentisch, in bildhafter Sprache und mit einem ganz persönlichen Zugriff bringt uns die Autorin dieses so relevante, heikle Thema nahe.» (Die Jury des «featurepreises»)

Buch 14,99 €, eBook 12,99 €

Eine Geschichte von Liebe und Vergessen

Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Ria und Edwin 1945 kennenlernen. Doch sie finden nicht zueinander. Jahre später treffen sie sich erneut – und versprechen sich, nie mehr auseinanderzugehen.
39 glückliche Jahre lang bleiben sie zusammen. Dann erkrankt Ria an Demenz. Sie fängt an, sich vor dem Mann, der sie liebt, zu fürchten. Und Edwin erkennt, dass er sich entscheiden muss.

ZEIT-Autorin Nadine Ahr erzählt die
ergreifende Geschichte ihrer Großeltern

Geschenkgutscheine einmal anders

Wer sich nicht sicher ist, was er / sie schenken soll, kann mit diesen Gutscheinen eine Auswahl in verschiedenen Geschäften verschenken. Gibt es aktuell in Freiburg. www.freiburg-zeit.de/gutschein

The Rolling Stones - Blue and Lonesome [CD]

Dein Körper lügt nie

Ein Lobgesang auf die Osteopathie. Das Vorwort von Gwyneth Paltrow ist voll des Lobes. Allerdings konterkarriert sie im Grunde die Buchaussage  "... zur daerhaften Befreiung von Schmerzen". Wer immer wieder zur Therapeutin gehen muss, kann wohl nicht dauerhaft von Schmerzen befreit sein.

Osteopathie kann wirklich sehr gut helfen. Sie ist aber kein Allheilmittel. Und dauerhaft wird man so oder so nur sehr selten von Schmerzen befreit. Ich konnte das 3-Wochen-Programm im Selbstversuch nicht durchhalten. Das war mir zu amerikanisch. Vor allem die vorgeschlagenen Rezepte entpserchen nicht meinen Essgewohnheiten.

Die eine oder andere interessante Anregung lässt sich dennoch gut umsetzen.

Wenn man das Buch als Anregung zum Nachdenken über den eigenen Körper versteht, ist es - trotz aller Kritik - ein gutes Geschenk.

Hardcover, Knaur MensSana HC
01.03.2016, 384 S.

ISBN: 978-3-426-65782-9

Innenwelten und Außenwwelten von Social Entrepreneurs

Wie Träume unternehmerisch verwirklicht werden können

Social Entrepreneurs helfen Millionen Menschen in schwierigen Lebensphasen, Probleme zu lösen, die allein nicht zu bewältigen sind. Dieses Buch befasst sich mit SozialunternehmerInnen aus der Sicht der Psychotherapie und Vermögenskultur. Zu Wort kommt dabei u. a. Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der durch die Idee der Mikrokredite das Social Business weltweit fördert. Die von der Autorin interviewten Persönlichkeiten setzen sich für Konstruktives und Gutes ein. Hilfreiche Elemente für das Verwirklichen ihrer Träume sind der Glaube an Entwicklung, Unterstützung, Vertrauen in Wahrnehmung und Intuition, Dankbarkeit und Resilienz. Ein unternehmerischer Geist zeichnet sie aus, und sie überwinden viele Schwierigkeiten. Prävention steht dabei vor der Behandlung von Symptomen – bei Krankheiten, aber auch bei Bildung, Armut, Gewalt und Umwelt. Die InteressentInnen sind VertreterInnen von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Psychotherapie-, Psychologie- und Pädagogikprofessionen und Bildungseinrichtungen.

2015, Facultas
196 Seiten
ISBN: 978-3-7089-1228-8

 

Brain Bugs

Brain BugsDas Buch "Brain Bugs" von Dean Buonomano beschreibt die Denkfehler unseres Gehirns in beeindruckender Weise. Es geht der Frage nach, weshalb uns unser Gehirn derart oft betrügt. Warum wir Menschen misstrauen, die uns nicht gleichen. Und warum wir oft Entscheidungen treffen, die völlig irrational sind.

Das Gehirn ist das komplexeste und faszinierendste Organ unseres Körpers, das über eine gigantische Speicherkapazität verfügt. Oft können wir jedoch auf diesen Speicher nicht mehr zugreifen. Dann stellen wir bedauernd fest, dass wir vergesslich sind.

Doch Vergessen ist mindestens so wichtig, wie erinnern - auch wenn man das nicht gerne glauben möchte. Wir vergessen jedoch nicht nur, sondern wir erinnern uns häufig falsch. Ein Phänomen, das vor allem die Justiz kennt. Aber damit nicht genug, wir lassen uns auch durch Fragen oder Erzählungen in unseren eigenen Erinnerungen beeinflussen, ohne dies zu bemerken.

Wir können uns sehr viel schlechter Namen von Personen merken als deren Berufe. Ein Bauer (Landwirt) bleibt uns deshalb eher im Gedächtnis als ein Herr Bauer.

Auch der Umgang mit Zahlen ist unserem Gehirn eher fremd, deshalb treffen wir öfter falsche Entscheidungen, wenn es darum geht, Geldbeträge und Zeitspannen einzuschätzen. Die Abzinsung der Zeit ist unserem Gehirn gänzlich fremd.

Wenn Ihnen jemand 100 € sofort oder 120 € in einem Monat anbietet, wie entscheiden Sie sich? Immerhin sind 20 € in vier Wochen eine gigantische Verzinsung. Und dennoch entscheiden sich die meisten Menschen für die 100 €, weil sie diese sofort bekommen. Getreu dem Motto: „Was man hat, das hat man“. Logisch ist das allerdings nicht.

Fehleinschätzungen finden sich auch gehäuft im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten. Der Neurowissenschaftler Buonomano beschreibt dies anhand eines Experiments, das mit 160 Gynäkologen in den USA durchgeführt wurde. Sie sollten die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebserkrankungen einschätzen. Die Mehrheit, das waren immerhin 80 % der Ärzte, lag mit ihrer Einschätzung daneben. Ein ähnliches Experiment machte man mit deutschen Ärzten. Es ging um das Verständnis von Nebenwirkungen im Beipackzettel von Medikamenten. Das Chart zeigt, dass auch hier die meisten Ärzte mit ihrer Einschätzung total daneben lagen. Ärzte-Auskunft Risiken

Religionen und Werbebranche machen sich die „Brain Bugs“ zu nutze. Sie manipulieren uns geschickt mit Versprechungen, die wir nur allzu gerne glauben wollen.

Dem Glauben widmet Buonomano unter der Überschrift „Die Übernatürlichkeitsmacke“ ein ganzes Kapitel.

Warum manche Meinungen sich durch Tatsachen kaum beeinflussen lassen, wissen wir nicht, schreibt der Autor im letzten Teil. Und weiter:

„Unser hartnäckiges Festhalten an falschen oder irrationalen Überzeugungen ist nur einer von vielen Bereichen, in denen Bugs unseres Gehirns zusammenwirken und so schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.“

An aktuellen Beispielen mangelt es hier leider nicht.

„Eine spannende Tour durch die systematischen Schwächen und Fehler des menschlichen Denkens“, schrieb die New York Times. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

"Brain Bugs" von Dean Buonomano

Die Denkfehler unseres Gehirns

erschienen im Huber Verlag

Übersetzt von Sebastian Vogel

317 Seiten, 10 Abbildungen, gebunden,  24,95 €,  35.50 CHF

 

Kernergebnisse der Berliner Altersstudie

Berlin, 20.04.2016 Wie altern wir heute und wie gelingt es vielen Menschen, auch im Alter gesund und fit zu bleiben? Diese Fragen erforscht seit 2009 die Berliner Altersstudie II (BASE-II). Bis heute wurden mehr als 1.600 ältere und 600 jüngere Menschen von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen untersucht, darunter Psychologen, Mediziner, Ernährungs- und Sozialwissenschaftler sowie Genetiker. Zum Leitungsgremium des Verbundprojektes gehört auch Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Wesentliche Ergebnisse liegen nun gesammelt in einem Sonderheft der Fachzeitschrift Gerontology vor.

Individuelle Unterschiede in der Alterung sind nicht auf Funktionen des Gehirns, wie Kognition und Selbstbild, beschränkt, sondern betreffen auch andere Systeme, beispielsweise das System der Blutbildung. Dies zeigt sich am Anteil von Personen mit verringertem Blutfarbstoff Hämoglobin – etwa sechs Prozent der untersuchten älteren Männer und Frauen hatten eine solche Anämie. Daneben gibt auch die Länge der Chromosomenenden, der Telomere, einen Hinweis auf das biologische Alter. Diese verkürzen sich mit jeder Zellteilung. Ein Zusammenhang zwischen Anämie und Telomerlänge konnte bislang allerdings nicht nachgewiesen werden. „Es wird interessant sein, diesen Zusammenhang in einigen Jahren an derselben Studiengruppe erneut zu untersuchen, denn sowohl der Anteil der Personen mit Anämie als auch die Verkürzung der Telomere nimmt mit dem Alter zu“, sagt Ilja Demuth von der Charité und Ko-Leiter des medizinischen Teilprojekts von BASE-II. Zusätzlich sind viele Menschen mit dem Cytomegalie-Virus (CMV) infiziert, ohne dass sie es merken. Dieser gehört zur Gruppe der Herpesviren und steht, so konnten die Analysen zeigen, mit einem schwächeren Gesamtzustand des Immunsystems im Zusammenhang.

Weiteres Ergebnis der Studie ist, dass heutige 75-Jährige ihr Leben weniger fremdbestimmt einschätzen als 75-Jährige vor 20 Jahren. Wer sozial aktiv ist, ist zufriedener mit seinem Leben und geistig leistungsfähiger. Dabei spielt auch die Wohnsituation eine Rolle: Analysen zeigen, dass die soziale Unterstützung in der Nachbarschaft, aber auch der Zugang zu Bussen und Bahnen für das Wohlbefinden und die Gesundheit wichtig sind. „Ein Grund dafür könnte sein, dass ältere Menschen hierdurch noch lange Zeit eigenständig etwas unternehmen, Bekannte besuchen oder auch selbst zum Arzt gehen können“, sagt Gert G. Wagner, Ko-Autor und Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Von Bedeutung ist zudem, wie man seine eigene Zukunft sieht. So können sich Menschen, die erwarten, dass sie noch viele Jahre offen für Neues sein werden, neue Informationen besser einprägen als Menschen ohne diese Erwartung. „Den positiven Zusammenhang zwischen den Erwartungen an seine eigene Zukunft und der Merkfähigkeit finden wir sehr spannend“, sagt Ulman Lindenberger, Direktor des Forschungsbereichs Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Leiter des psychologischen Teils von BASE-II. Es seien verschiedene Ursachen für diesen Zusammenhang denkbar, denen man in Folgeuntersuchungen nachgehen werde.

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der Studie, dass der Anstieg der Lebenserwartung mit einem Zugewinn an gesunden Jahren einhergeht. Ein Datenvergleich von BASE-II und der Vorgängerstudie BASE belegt: Die geistige Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden im Alter bleiben länger erhalten. „Wir gehen davon aus, dass sich die Zeit, in der ältere Menschen von gesundheitlichen Einschränkungen oder geistigen Einbußen betroffen sind, durch die verlängerte Lebenserwartung nicht einfach in die Länge zieht, sondern sich zum Ende des Lebens hin verdichtet“, sagt Denis Gerstorf, Professor für Entwicklungspsychologie am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin und Sprecher der BASE-II-Studie. „Unsere bisherigen Ergebnisse ermöglichen es uns, Phänomene des Alterns besser zu verstehen. Um jedoch die dahinterliegenden Ursachen und Wirkungen zu begreifen, müssen wir die Menschen länger begleiten und uns intensiver mit ihrem Lebensalltag beschäftigen. Darin sehen wir unsere Folgeaufgabe“, sagt Denis Gerstorf.

Koordiniert wird BASE-II von einer multidisziplinären Leitungsgruppe, der neben Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen auch Prof. Dr. Ulman Lindenberger vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Prof. Dr. Gert G. Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Dr. Lars Bertram vom Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik sowie Prof. Dr. Graham Pawelec vom Zentrum für Medizinische Forschung der Universität Tübingen angehören.

Zu den Originalbeiträgen

Düzel, S., Voelkle, M. C., Düzel, E., Gerstorf, D., Drewelies, J., Steinhagen-Thiessen, E., Demuth, I., & Lindenberger, U. (2016). The subjective health horizon questionnaire (SHH-Q): Assessing future time perspectives for facets of an active lifestyle. Gerontology62, 345–353. doi:10.1159/000441493, Link: http://www.karger.com/Article/FullText/441493

Eckstein, N., Buchmann, N., Demuth, I., Steinhagen-Thiessen, E., Nikolov, J., Spira, D., Eckardt, R., & Norman, K. (2016). Association between metabolic syndrome and bone mineral density – Data from the Berlin Aging Study II (BASE-II). Gerontology62, 337–344. doi:10.1159/000434678, Link: http://www.karger.com/Article/FullText/434678

Eibich, P., Krekel, C., Demuth, I., & Wagner, G. G. (2016). Associations between neighborhood characteristics, well-being and health vary over the life course. Gerontology62, 362–370. doi:10.1159/000438700, Link: http://www.karger.com/Article/FullText/438700

Gerstorf, D., Bertram, L., Lindenberger, U., Pawelec, G., Demuth, I., Steinhagen-Thiessen, E., & Wagner, G. G. (2016). Editorial. Gerontology62, 311–315. doi:10.1159/000441495. Link: http://www.karger.com/Article/Abstract/441495

Goldeck, D., Oettinger, L., Janssen, N., Demuth, I., Steinhagen-Thiessen, E., & Pawelec, G. (2016). Cytomegalovirus infection minimally affects the frequencies of B-cell phenotypes in peripheral blood of younger and older adults. Gerontology62, 323–329. doi:10.1159/000382076, Link: http://www.karger.com/Article/Abstract/382076

Hülür, G., Drewelies, J., Eibich, P., Düzel, S., Demuth, I., Ghisletta, P., Steinhagen-Thiessen, E., Wagner, G. G., Lindenberger, U., & Gerstorf, D. (2016). Cohort differences in psychosocial function over 20 years: Current older adults feel less lonely and less dependent on external circumstances. Gerontology62, 354–361. doi:10.1159/000438991, Link: http://www.karger.com/Article/Abstract/438991

Lill, C. M., Liu, T., Norman, K., Meyer, A., Steinhagen-Thiessen, E., Demuth, I., & Bertram, L. (2016). Genetic burden analyses of phenotypes relevant to aging in the Berlin Aging Study II (BASE-II). Gerontology62, 316–322. doi:10.1159/000438900, Link: http://www.karger.com/Article/Abstract/438900

Meyer, A., Salewsky, B., Buchmann, N., Steinhagen-Thiessen, E., & Demuth, I. (2016). Relative leukocyte telomere length, hematological parameters and anemia: Data from the Berlin Aging Study II (BASE-II). Gerontology62, 330–336. doi:10.1159/000430950, Link: http://www.karger.com/Article/Abstract/430950

Brain Bugs Das Buch "Brain Bugs" von Dean Buonomano beschreibt die Denkfehler unseres Gehirns in beeindruckender Weise. Es geht der Frage nach, weshalb uns unser Gehirn derart oft betrügt. Warum wir Menschen misstrauen, die uns nicht gleichen. Und warum wir oft Entscheidungen treffen, die völlig irrational sind.

Das Gehirn ist das komplexeste und faszinierendste Organ unseres Körpers, das über eine gigantische Speicherkapazität verfügt. Oft können wir jedoch auf diesen Speicher nicht mehr zugreifen. Dann stellen wir bedauernd fest, dass wir vergesslich sind.

Die vollständige Rezension finden sie hier

"Auch die Weisheit wächst mit den Jahren"

schreibt nicht nur die Badische Zeitung in einem Artikel über das Älter werden. Das sagte gestern in der Abendvorlesung in der Uniklinik auch *Prof. Dr. Mathias Berger. Er selbst darf allerdings hier und da noch etwas an seiner Gelassenheit üben. Er regte sich doch tatsächlich sehr darüber auf, dass Altbundeskanzler Helmut Schmidt stets qualmend im Fernsehen auftritt. Schmidt sei damit ein extrem schlechtes Vorbild für die Jugend, so Berger weiter. Und Alterskompetenz beweise Schmidt damit auch nicht.

Lieber Herr Prof. Berger, wir meinen, dass Altbundeskanzler Schmidt so viel qualmen kann, wie er will, ohne einen größeren Schaden bei Jugendlichen damit anzurichten. Wir glauben, dass die Jungen intelligent genug sind, um einem alten Mann das Rauchen zu gönnen. Und die weniger intelligenten Jugendlichen werden den Altkanzler wohl kaum zum Vorbild haben.

Die Abendvorlesung war insgesamt eine gelungene Veranstaltung. Sowohl Prof. Berger als auch Dr. Klöppel boten dem zahlreich erschienen Publikum einen unterhaltsamen und informativen Vortrag.

Es wäre schön, wenn die Veranstalter darauf achten würden, dass der Hörsaal nicht so überfüllt ist, dass im Notfall eine schnelle Räumung des Saales nicht möglich wäre, weil, die Zuhörer die Durchgänge (Stufen) blockieren.

Die nächsetn Termine:

Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik,
Hugstetter Straße 55, Freiburg 
Beginn: 19.00 Uhr

22. Juli 2015: Gehirn und Körper
Wer beeinflusst wen? Wie Seele und Körper zusammenwirken
Prof. Dr. Michael Wirsching und Prof. Dr. Stefan Schmidt, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Leider war der Vortrag von Prof. Wirsching viel zu lang. Schlecht vorgetragen war er außerdem auch noch. Damit kam der Beitrag von Prof. Schmidt viel zu kurz. Viele Zuhörer waren darüber verärgert. Sie hätten gerne mehr Informationen von Prof. Schmidt erhalten. Hier wurde mal wieder deutlich, dass die "Selbstdarsteller", wenn sie dann auch noch Chef sind, ihre eigenen Interessen in den Mittelpunkt ihrer Handlung stellen.

29. Juli 2015: Gehirn und Krankheit
Die Abschaffung der Schizophrenie? Die Neudefinition der psychiatrischen Krankheiten
Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie