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"Statistisches Jahrbuch 2018 - Aktiv im Alter"

Das Statistische Bundesamt (Destatis) informiert am 18. Oktober 2018 in Berlin über das "Statistisches Jahrbuch 2018 - Aktiv im Alter".

Ältere Menschen spielen in Deutschland eine immer bedeutendere Rolle. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark erhöht. Dies liegt auch an der weiter steigenden Lebenserwartung. Die gewonnenen Lebensjahre wollen Seniorinnen und Senioren - wenn es die Gesundheit zulässt - aktiv gestalten. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gibt anhand der Daten des Statistischen Jahrbuchs einen Einblick in das Leben älterer Menschen. Dabei wird insbesondere die gesellschaftliche Teilhabe der Generation 65 plus betrachtet. Es werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:

- Wie viele Menschen ab 65 Jahren gibt es in Deutschland? Und wie 
wird sich ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Zukunft verändern? 
In welchen Bundesländern ist die Alterung der Gesellschaft bereits 
besonders auffällig? 
- Wie viele ältere Menschen beteiligen sich noch am Erwerbsleben oder
bilden sich weiter?
- Wie gefährdet ist die Generation 65 plus im Straßenverkehr? 
- Wie nutzen Seniorinnen und Senioren das Internet?

So können ältere Co- Forscher gegen soziale Ausgrenzung helfen

Foto: Ria Hinken

Einsamkeit und soziale Isolation von Senioren sind vor allem in den  Städten ein großes Problem – und stehen in Wechselwirkung mit der Gesundheit dieser Menschen. Um die komplexen medizinischen und sozialen Zusammenhänge besser zu verstehen und Lösungen daraus zu entwickeln, wurden in den vergangenen Jahren neue wissenschaftliche Methoden entwickelt.
Dr. Tine Buffel vom Manchester Institute for Collaborative Research on Ageing der University of Manchester in Großbritannien ist hier eine Vorreiterin: Im Rahmen einer Feldstudie in Manchester hat sie ältere Menschen als „Co-Forscher“ ausgebildet, die wiederum Interviews mit älteren Menschen über ihreLebenssituation geführt haben. Die Arbeitsergebnisse stellt Tine Buffel nun auf demJahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vor, der vom 6. bis 8. September 2018 in Köln stattfindet. Titel ihrer Keynote-Lecture: „Older Coresearchers Exploring Age-Friendly Communities. An ‘Insider’ Perspective on the Benefits and Challenges of Peer-Research”.

„Eine wachsende Zahl von Arbeiten legt nahe, dass Co-oder Peer-Research dazu beitragen könnte, die komplexen gesundheitlichen und sozialen Probleme zu verstehen, die im späteren Leben auftreten. Dennoch gibt es bisher nur wenige Studien, bei denen ältere Menschen als Partner in den Forschungsprozess einbezogen wurden“, erklärt Tine Buffel. Sie gehört zu den wenigen Wissenschaftlern, die diesen Ansatz verfolgt haben. Achtzehn ältere Menschen wurden rekrutiert und als „Co-Forscher" ausgebildet, um eine führende Rolle in Buffels Studie zur Entwicklung „altersfreundlicher" Gemeinschaften in Manchester zu übernehmen. Diese Forscher haben insgesamt 68 Interviews durchgeführt mit Einwohnern im Alter von 60 Jahren und mehr, die in ihrer Nachbarschaft isoliert waren.

Herausforderung: Zusammenarbeit zwischen Forschern und Co-Forschern

„Die Studie zeigt den Beitrag von Co-Forschern zur Erweiterung der methodischen Vielfalt, den Zugang zu selten gehörten Bevölkerungsgruppen und die Nutzung der Fähigkeiten und Ressourcen älterer Menschen. Die Forschung hebt auch die Möglichkeiten für Partnerschaften zwischen älteren Menschen und lokalen Interessengruppen hervor, um den sozialen Wandel und soziale Maßnahmen zu erleichtern“, erklärt Buffel. Aber auch große Herausforderungen haben sich bei der Forschungsmethode gezeigt, etwa bei der Art und Weise, wie die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Co-Forschern genau gestaltet wird.

Soziale Isolation durch integrative Forschung bekämpfen

Mit ihrer Forschung möchte Tine Buffel vor allem dazu beitragen, soziale Ausgrenzung
älterer Menschen in der Gesellschaft zu bekämpfen. Sie ist überzeugt: “Indem wir die Fähigkeiten älterer Menschen als Co-Forscher nutzen, können wir ein besseres Wissen
über die Gemeinschaften, in denen Menschen leben, und darüber, wie Alterungsprozesse erlebt werden, gewinnen.“ Im Gegensatz zu vielen anderen „TopDown-Initiativen“, bei denen Experten auf Dinge herabsehen, geht es ihr darum, Forschung integrativ zu gestalten – eben mit den Betroffenen. Einige Erfolge hat Tine Buffel bereits erreicht: So wurde der Busverkehr in Manchester, der aufgrund des Finanzierungsdrucks gekürzt wurde, aufgrund der Projek-tempfehlungen wieder ausgebaut – ältere Menschen können nun wieder besser in die Stadt gelangen. Die Revitalisierung lokaler Parkanlagen, das Entfernen von Stolperfallen oder bessere Beleuchtungsanlagen in der Stadt sind weitere Beispiele dafür, wie Buffels Arbeit
Früchte trägt.

Zukunftsziele: Soziale Verhältnisse und Gesundheit gehen Hand in Hand

Ihre Forschungsergebnisse sind bedeutend für Geriater und Gerontologen, weil sie
eindrucksvoll die Wechselbeziehungen zwischen den sozialen Verhältnissen älterer
Menschen und den gesundheitlichen Bedingungen veranschaulichen. Dies wiederum
führt zu einem besseren Verständnis der Bedürfnisse von Senioren. Um deren soziale
Isolation in Zukunft weiter bekämpfen zu können, sind laut Tine Buffel verschiedene
Schritte notwendig: „Ein Ausgangspunkt muss darin bestehen, das Wissen über die
Wohnviertel zu verbessern, in denen gelebt wird, und daran zu arbeiten, das Spektrum
der Organisationen und Gruppen, die für ältere Menschen arbeiten, zu stärken. Zu den
wichtigsten Maßnahmen gehören die Verbesserung der sozialen Teilhabe, die Stärkung
sozialer Netzwerke und sozialer Beziehungen sowie die Unterstützung von Personen,
die sich um schutzbedürftige Gruppen älterer Menschen kümmern, insbesondere
diejenigen, die von langfristigen gesundheitlichen Problemen betroffen sind.“ Damit
involvierte Organisationen hier effektiv und langfristig zum Wohle des älteren Menschen
zusammenarbeiten können, bedürfe es guter, partnerschaftlicher Vereinbarungen.

Termin:

Dr. Tine Buffel, Manchester
Keynote-Lecture: „Older Coresearchers Exploring Age-Friendly Communities. An
‘Insider’ Perspective on the Benefits and Challenges of Peer-Research”
DGGG/DGG-Jahreskongress

Hörsaalgebäude, Hörsaal C, Universität zu Köln
Freitag, 7. September 2018

Zur Person:

Bildquelle: The University of Manchester
Tine Buffel Bildquelle: The University of Manchester

Dr. Tine Buffel kam im November 2012 zum Manchester Institute for Collaborative Research on Ageing der University of Manchester, Großbritannien. Sie nahm im Oktober 2013 ein zweijähriges EU-finanziertes Marie-Curie-Stipendium auf, bei dem sie die Erfahrungen älterer Menschen in ihren Wohnorten auf Basis partizipativer Forschungsmethoden untersuchte. Im November 2015 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen des Programms „Ambition for Ageing“, das sich speziell auf
ältere Menschen konzentriert, die von Problemen im Zusammenhang mit der sozialen Isolation im Großraum Manchester bedroht sind. Im März 2016 begann Doktor Buffel mit dem Forschungsprojekt „Urban Ageing and Social Exclusion", das durch das ESRC Future Research Leaders-Programm finanziert wurde. Dieses Projekt beinhaltet eine vergleichende Studie zur sozialen Ausgrenzung älterer Menschen in städtischen Gebieten in drei EU-Staaten.

Bayerische Leitlinien Seniorenverpflegung

Es ist angerichtet! Genussvoll essen in Senioreneinrichtungen

Gesunde Ernährung in der Seniorenpflege

Die Verpflegung in bayerischen Senioreneinrichtungen trägt wesentlich zum Wohlbefinden der Bewohner bei. Daher hat das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) im Auftrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) Leitlinien für die Seniorenverpflegung erarbeitet. Ein unabhängiges Fachgremium aus Vertretern der Praxis, der Wirtschaft und der Wissenschaft hat die Arbeit beratend unterstützt. Die Leitlinien dienen den Verantwortlichen in den Einrichtungen als Orientierungshilfe für ein rundum gelungenes Essensangebot.

Die Leitlinien für die Seniorenverpflegung bilden als vierte Bayerische Leitlinien den Abschluss der Reihe. Mit ihnen bestehen neben Betriebsgastronomie, Schule und Kindertageseinrichtungen für die wesentlichen Settings der Gemeinschaftsverpflegung definierte Qualitätsempfehlungen.

Eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung ist ein zentrales Handlungsfeld des Staatsministeriums. Die Leitlinien Seniorenverpflegung sind eine maßgebende Orientierungshilfe für hochwertiges, bedarfsgerechtes und regionaltypisches Essen in Senioreneinrichtungen.

Unsere Philosophie

Wenn Genuss, Gesundheit und Qualität Hand in Hand gehen, gewinnen alle Seiten: Bewohner, Mitarbeiter und die Einrichtung genauso wie Produzenten und Umwelt. Für jede Einrichtung stellt daher die Gestaltung der Verpflegung eine verantwortungsvolle Aufgabe dar. Wenn die individuelle Essbiografie jedes einzelnen Bewohners und die im Alter hinzukommenden gesundheitlichen und körperlichen Einschränkungen berücksichtigt werden, ist dies eine gute Basis, dass sich Senioren auch in einer stationären Einrichtung zuhause fühlen können.

Vier Leitgedanken beschreiben zunächst, was eine gute Seniorenverpflegung ausmacht.

Wertschätzung

Zu einem seniorengerechten Essen gehört noch mehr als ein den persönlichen Anforderungen angepasstes und schmackhaftes Menü. Individuelle Essenszeiten, harmonische Atmosphäre, ansprechende Tisch- und Raumgestaltung, eine ruhige Umgebung sowie geeignete Unterstützung bei der Essenseinnahme verstärken die Wertschätzung gegenüber den Bewohnern. Ein Verpflegungsleitbild, das von der gesamten Einrichtung mitgetragen wird, zeigt, dass die Küche und die Verpflegung der Einrichtung den Stellenwert haben, den sie verdienen. Diese Wertschätzung kann nur gelingen, wenn die Kommunikation stimmt: nach innen wie nach außen.

Gesundheit

Wenn im Alter gesundheitliche Einschränkungen zunehmen, der Appetit nachlässt und die Portionen kleiner werden, ist eine hochwertige Lebensmittelauswahl umso wichtiger. Grundlage für die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Speisen- und Getränkeangebots ist der DGE-Qualitätsstandard für die stationäre Seniorenverpflegung. Darüber hinaus müssen der individuelle Geschmack und die persönlichen Ernährungs- und Essgewohnheiten der Bewohner Beachtung finden.

Regionalität

Es gibt viele Gründe, zu regionalen – und auch saisonalen – Lebensmitteln zu greifen. Sie reichen vom Genussfaktor erntefrischer und voll ausgereifter Lebensmittel über die Bekanntheit sowie der besonderen Wertschätzung bei den Senioren bis zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.

Gerade für ältere Menschen spielen Heimat und kulturelle Identität eine wichtige Rolle. Neben der Verwendung regionaler und saisonaler Zutaten genießen die Bewohner besonders auch das regelmäßige Angebot regionaltypischer Gerichte. Bekannte Gerichte der bayerischen Esskultur stärken das Gefühl von Heimat und wecken schöne Erinnerungen.

 

Ökologie

Von einer ökologischen Landwirtschaft profitieren alle: Klima, Böden, Gewässer, Pflanzen, Tiere und Menschen. Nachhaltige Verpflegung stärkt die heimische Ernährungs- und Landwirtschaft. Sie schließt die Aspekte regional, saisonal, ökologisch, Fairtrade und Tierwohl ein. Ökologisch zu denken, schließt kurze Transportwege ein. Deshalb spielt die Herkunft auch hier eine Rolle: Ökologische Lebensmittel aus Bayern erfüllen diesen Anspruch. Eine gute Verpflegung schließt ökologische Lebensmittel, möglichst aus der Region, deshalb selbstverständlich ein.

 

Praktische Orientierungshilfen

Wer Ja zu den Leitgedanken sagt, will diese auch im Alltag umsetzen. Dazu haben wir vier Bereiche definiert, in denen alle Verantwortlichen maßgebliche Entscheidungen fällen, die die Qualität der Verpflegung sichern: Rahmen gestalten, verantwortungsvoll einkaufen, ausgewogen verpflegen, erfolgreich kommunizieren.

In einem neuen Labor untersuchen Mediziner, Sport- und Ernährungswissenschaftler den Einfluss von Ernährung und Training auf die Gesundheit von Älteren

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein kleines, modern eingerichtetes Fitnessstudio. Wären da nicht die Bildschirme und Messgeräte, die darauf hinweisen, worum es sich tatsächlich handelt: Der Arbeitsbereich Ernährung am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg hat ein neues Labor eröffnet – das „Nutrition + Training Lab“ (NuTraLab). „Schneller, höher, weiter“ ist jedoch nicht das alleinige Ziel, betont der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Daniel König, der das Labor leitet: „Uns geht es um den Nutzen für die Gesundheit.“ Gemeinsam mit seinem Team untersucht er den Einfluss der Ernährung in ihrer Kombination mit verschiedenen Trainingsformen.

Muskelkraft erhalten: Die meisten Probanden im neuen Labor des Instituts für Sport und Sportwissenschaft sind älter als 50 Jahre. Foto: Thomas Kunz
Muskelkraft erhalten: Die meisten Probanden im neuen Labor des Instituts für Sport und Sportwissenschaft sind älter als 50 Jahre. Foto: Thomas Kunz

Zusammenspiel individuell steuern

Hintergrund des Ansatzes ist der demographische Wandel, erklärt König. „Die Menschen werden immer älter, aber nicht in Gesundheit. Viele leben jahrelang in einem Zustand der Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit.“ Die Erkenntnis, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko für Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall oder Krebs senken und zum Erhalt der Muskelfunktion im Alter beitragen kann, ist nicht neu. Doch wie lässt sich das Zusammenspiel von Ernährung und Sport individuell so steuern, dass der oder die Einzelne das optimale Ergebnis erzielt – mit dem Ziel, Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu bewahren?

Tipps beim Training: Daniel König (rechts) untersucht, wie Sport und Ernährung optimal zusammenwirken. Foto: Thomas Kunz
Tipps beim Training: Daniel König (rechts) untersucht, wie Sport und Ernährung optimal zusammenwirken. Foto: Thomas Kunz

 

Wissen, worauf es ankommt

Studien im NuTraLab sollen helfen, diese Frage zu beantworten. Die meisten Probandinnen und Probanden sind älter als 50 Jahre, viele haben Übergewicht und damit ein erhöhtes Risiko für Gefäßerkrankungen  bei gleichzeitig reduzierter Muskelmasse. Am Anfang einer Studie steht eine Untersuchung der Teilnehmenden. Anschließend erhalten sie einen Trainings- und Ernährungsplan, den sie in der Regel für drei Monate befolgen. Dabei werden sie in Gruppen eingeteilt: Beispielsweise ernähren sich manche fett-, andere kohlenhydratreich, oder einige führen ein Kraft- und andere ein Ausdauertraining durch. Eine Abschlussuntersuchung zeigt, ob und wie sich der Gesundheitszustand verändert hat. „Alle Probanden bekommen ihr individuelles Ergebnis und die Gesamtauswertung“, sagt König. „Sie fühlen sich im Alltag fitter und wissen danach, worauf es ankommt. Unsere Aufgabe ist es dann, die Ergebnisse der Studien in konkrete Empfehlungen für die Bevölkerung umzusetzen.“

Sportwissenschaftler überprüfen anhand von Messungen, wie sich Trainingsprogramm und Ernährungsplan auf den Gesundheitszustand der Probanden auswirken. Foto: Thomas Kunz
Sportwissenschaftler überprüfen anhand von Messungen, wie sich Trainingsprogramm und Ernährungsplan auf den Gesundheitszustand der Probanden auswirken. Foto: Thomas Kunz

Training mit Manschette

Außerdem testen die Medizinerinnen, Mediziner, Sport- und Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Trainingsmethoden, die sich vor allem im Alter eignen. Aktuell läuft etwa eine Studie, bei der die Teilnehmenden eine aufgepumpte Manschette um den Muskel, der trainiert werden soll, tragen – ähnlich wie bei der Blutdruckmessung. „Das verringert den Blutfluss und verändert den Stoffwechsel, sodass jemand, der nur mit 30 Prozent seiner Maximalkraft trainiert, den gleichen Effekt erzielt wie mit den sonst üblichen 70 bis 80 Prozent“, berichtet König. „Für ältere Menschen ist das genial, weil sie mithilfe der Manschette auch mit niedriger Intensität viel erreichen können.“ Ebenso stehen einzelne Nährstoffe im Fokus: Ein Thema, mit dem sich das Team derzeit befasst, ist der Einfluss der Ernährung auf so genannte Freie Radikale – reaktionsfreudige Verbindungen, die im menschlichen Körper großen Schaden anrichten können. „Unsere Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Vitamine und so genannte sekundäre Pflanzenstoffe den Stress, den Freie Radikale erzeugen, deutlich reduzieren. Darüber hinaus kann auch der Stoffwechsel bei Übergewicht und metabolischem Syndrom positiv beeinflusst werden.“ Das metabolische Syndrom ist eine Kombination verschiedener Risikofaktoren – dazu zählen unter anderem zu viel Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte.

Passt alles? Mitglieder aus Daniel Königs Team beaufsichtigen die Probanden beim Training. Foto: Thomas Kunz
Passt alles? Mitglieder aus Daniel Königs Team beaufsichtigen die Probanden beim Training. Foto: Thomas Kunz

Schere öffnet sich

Studierende profitieren ebenfalls vom NuTraLab. „Wir haben viele Geräte zur Diagnostik, Therapie und Rehabilitation, die sie in unserem Labor kennenlernen und ausprobieren können“, sagt König. Mit seinen Angeboten richtet er sich besonders an diejenigen, die später im Gesundheitssektor arbeiten möchten. Wichtig ist ihm, dafür zu sensibilisieren, wie viel die Menschen für die eigene Gesundheit tun können: „Der Einfluss von Ernährung und Sport ist riesig – aber leider beobachten wir, dass sich die Schere zwischen denen, die ihren Lebensstil danach ausrichten, und denen, die weniger auf sich achten, ab dem 50. Lebensjahr immer weiter öffnet.“

Nicolas Scherger

Männer machen weniger im Haushalt und als Belohnung sind sie gesünder, sagt eine Studie

Eine Forschungsgruppe des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS in Bremen hat den Zusammenhang von Hausarbeit, Schlafdauer und Gesundheit bei älteren Menschen in Europa und den USA untersucht. Das Ergebnis: Ältere Frauen verbringen im Schnitt fast fünf Stunden pro Tag mit Hausarbeit, während ältere Männer mit nur drei Stunden zurückhaltender sind. Das bleibt offenbar nicht ohne Folgen für die Gesundheit: Die Senioren fühlen sich deutlich gesünder als die Seniorinnen.

Fast 21.000 Frauen und mehr als 15.000 Männer älter als 65 Jahre gaben im Rahmen von internationalen Zeitverwendungsstudien Auskunft über ihre täglichen Aktivitäten. Die Studienteilnehmerinnen und –teilnehmer aus Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den USA sollten dabei einschätzen, wieviel Zeit sie am Tag mit unterschiedlichsten Tätigkeiten verbringen – darunter Hausarbeiten wie Putzen, Kochen, Gartenarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten.

Deutliche Unterschiede bei der Art der Hausarbeit

„Bei der Auswertung zeigte sich ein deutliches Bild. Während die Frauen im Schnitt etwa fünf Stunden mit Hausarbeit verbrachten, hielten sich die Männer zurück. Sie arbeiteten im Schnitt nur drei Stunden im Haushalt“, sagt Nicholas Adjei, Doktorand in der Abteilung Prävention und Evaluation am BIPS und Erstautor der Studie. „Bei der Art der Hausarbeit gibt es deutliche Unterschiede. Frauen beschäftigen sich im Schnitt fast 220 Minuten täglich mit Kochen, Einkaufen und Putzen – Männer dagegen nur knapp 90 Minuten. Bei Gartenarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier sind Männer fast 70 Minuten täglich aktiv, Frauen dagegen nur knapp 40 Minuten.“ Darüber hinaus zeigen sich deutliche Länderunterschiede – vor allem bei den älteren Männern. Während etwa Senioren in Italien nur 2,7 Stunden pro Tag Hausarbeit leisten, sind es bei deutschen Männern 4,2 Stunden.

Doch wie wirkt sich Hausarbeit auf die Gesundheit aus? „Hier zeigte sich ein interessantes Bild. Insgesamt scheint Hausarbeit sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit einer besseren subjektiven Gesundheit einherzugehen“, sagt Nicholas Adjei. „Betrachten wir dies allerdings in Kombination mit der Schlafdauer, so zeigt sich für Frauen ein Optimum von ein bis drei Stunden Hausarbeit bei sieben bis acht Stunden Schlaf. Bei den Männern berichteten diejenigen die beste Gesundheit, die mit sechs Stunden oder mehr besonders aktiv im Haushalt waren – unabhängig von der Schlafdauer.“

Gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten auf Frau und Mann

Gründe für die unterschiedlichen Effekte lassen sich aus der Studie nicht sicher ableiten. „Möglicherweise spielt die Art der Aktivitäten eine große Rolle. Männer arbeiten viel im Garten, sind dabei körperlich sehr aktiv und unter freiem Himmel. Frauen dagegen sind zum Teil mit sehr repetitiven Tätigkeiten im Haus beschäftigt“, sagt Nicholas Adjei. „Eine gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten auf Frau und Mann könnte also durchaus sinnvoll und fair sein.“

Die Originalpublikation finden Sie hier:

https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-017-4979-z

Das BIPS – Gesundheitsforschung im Dienste des Menschen

Die Bevölkerung steht im Zentrum unserer Forschung. Als epidemiologisches Forschungsinstitut sehen wir unsere Aufgabe darin, Ursachen für Gesundheitsstörungen zu erkennen und neue Konzepte zur Vorbeugung von Krankheiten zu entwickeln. Unsere Forschung liefert Grundlagen für gesellschaftliche Entscheidungen. Sie klärt die Bevölkerung über Gesundheitsrisiken auf und trägt zu einer gesunden Lebensumwelt bei.

Das BIPS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 93 selbstständige Forschungseinrichtungen gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,8 Milliarden Euro.

Deutsche Post Glücksatlas 2017

Lebenszufriedenheit in Deutschland bleibt auf hohem Niveau

Glücksatlas 2017 BuchcoverDie subjektive Lebenszufriedenheit in Deutschland erreicht 2017 den Wert von 7,07 Punkten – gemessen auf einer Skala von 0 bis 10. Damit wird das gute Ergebnis des Vorjahrs (7,11) im Wesentlichen bestätigt. Die nun schon seit längerem starke Konjunktur und der Abbau der Arbeitslosigkeit dürften für den Anstieg der Lebenszufriedenheit verantwortlich sein.

Auch in Europa legt der Anstieg der Lebenszufriedenheit zunächst eine Verschnaufpause ein. Laut den Daten des Eurobarometers für das Jahr 2016 bewerten die Europäer im Durchschnitt ihre Zufriedenheit genauso wie im Jahr zuvor mit 6,7 Punkten. Deutschland kann 2016 seinen neunten Platz im Europa-Ranking halten. Spitzenreiter ist wieder Dänemark, Schlusslicht ist Griechenland.

Überdurchschnittlich zufrieden sind die Badener

 

Kernbotschaften des GlückatlasDas diesjährige Schwerpunktthema vom diesjährigen Glücksatlas ist das "nachhaltige Engagement". Ökologie und sozial verantwortliches Handeln sind den Deutschen sehr wichtig. Harte staatliche Restriktionen in der Umweltpolitik lehnen die Befragten allerdings mehrheitlich ab.

Stärken und Schwächen

2017 erreicht Baden mit 7,28 Punkten den dritten Platz. Im letzten Jahr belegte die
Region noch Platz vier.
Überdurchschnittlich zufrieden sind die Badener mit ihrer Arbeit (7,07 Punkte) und
ihrer Gesundheit (6,63). Mit ihrem Haushaltseinkommen (7,02) sind sie
deutschlandweit sogar am zufriedensten. Der Bereich „Wohnen und Freizeit“ (7,47)
verhindert eine noch bessere Platzierung; hier schneidet die Region nur
unterdurchschnittlich ab.
Gründe für die hohen Zufriedenheitswerte in den Bereichen „Arbeit“ und
„Haushaltseinkommen“ sind sicherlich die sehr niedrige Arbeitslosenquote (4,1
Prozent) und ein sehr hohes verfügbares Einkommen je Einwohner (23.540 Euro).
Ein unterdurchschnittlicher Anteil an gesundheitlich beeinträchtigten Personen und
Pflegebedürftigen spricht für eine hohe Gesundheitszufriedenheit.
Ein Grund für das schlechte Abschneiden im Bereich „Wohnen und Freizeit“ ist
sicherlich der hohe Anteil, den die Miete an den Monatseinkünften einnimmt. Mit
36,0 Prozent liegt dieser deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (30,0).

Grafik zeigt die Regionale Zufriedenheitsindikatoren

Bemerkenswert

Der Anteil der Erwerbstätigen, die über Zeitarbeitsverträge
beschäftigt sind, ist in Baden (27,8 je 1.000 Erwerbstätige)
geringer als im Rest der Republik.
Nachdem Baden 2015 mit einer deutlichen Steigerung
(+0,14 Punkte) schon einmal den 2. Platz belegte, ging die
Zufriedenheit in 2016 etwas zurück; Baden rutschte auf den
vierten Platz ab. Dieses Jahr konnte die Region ihren
Aufwärtstrend dagegen fortsetzen: Gegenüber 2016 stieg
die Zufriedenheit um 0,07 Punkte

 

Frohe Weihnacht
und ein gutes Neues Jahr
Merry Christmas!
Joyeux Noël! Feliz Navidad!
Boas Festas! Buon Natale!
Und im Neuen Jahr: Gesundheit, Glück und
Erfolg
A happy new year
Bonne Année Buon Capodanno
farsælt komandi ár Guads neis joa Feliz Ano Novo
Feliz Año Nuevo