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Leben in der Diktatur – Zwischen Anpassung und Widerspruch

Roland Jahn (Foto: BStu/Ronny Rozum)
Roland Jahn (Foto: BStu/Ronny Rozum)

Roland Jahn hält am 29.10.2014 die „Berliner Rede“ im Colloquium politicum

 Der Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen Roland Jahn, früherer Fernsehjournalist und Mitbegründer der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena, spricht an der Universität Freiburg über das „Leben in der Diktatur – Zwischen Anpassung und Widerspruch“. In der „Berliner Rede“ halten  regelmäßig hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Vorträge zu aktuellen nationalen und internationalen Themen und disktuieren ihre Position mit dem Publikum.
  • Was: Vortrag und Diskussion
  • Wann: 29.10.2014, 20:15 Uhr
  • Wo:
    Kollegiengebäude I
    Hörsaal 1010
    Platz der Universität 3
    79098 Freiburg
  • Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten.
  • Veranstalter: Colloquium politicum in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Politische Bildung Freibuhrg und dem Carl-Schurz-Haus/Deutsch-Amerikanisches Institut e.V.
  • Der Eintritt ist frei.

Öffentlicher Vortrag am 25. Oktober 2014 in Freiburg

Am Samstag, den 25. Oktober 2014, findet um 11.15 Uhr im Hörsaal 1010 der
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Kollegiengebäude I, Platz der
Universität 3, Freiburg) ein öffentlicher Vortrag zum Thema „Fit im Alter –
Wie geht das?“ statt.

Dr. Bernhard Heimbach, Ärztlicher Leiter des Zentrums
für Geriatrie und Gerontologie Freiburg (ZGGF) am Universitätsklinikum
Freiburg, wird zu Interessierten Hörerinnen und Hörern sprechen. Die
Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe “Prävention – für ein gesundes
Leben” des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am
Universitätsklinikum Freiburg. Der Eintritt ist frei.

Der Anstieg der Lebenserwartung setzt sich unvermindert fort: von den heute
Geborenen werden weit über die Hälfte ein Alter von 80 Jahren und mehr
erreichen. Durch den demografischen Wandel wird schon in wenigen Jahren ein
Drittel der Bevölkerung älter als 60 Jahre alt sein. Diese Entwicklung hin
zu einer Gesellschaft des langen Lebens findet zunehmend Beachtung - auch
in der medizinischen Vorbeugung und  Gesundheitsförderung.

Der Vortrag informiert darüber, wie der persönliche Lebensstil und die
Lebensgewohnheiten auf das Wohlbefinden im höheren Lebensalter Einfluss
nehmen. Wie kann ich mich frühzeitig schützen, um schweren Krankheiten
vorzubeugen? Wie sind persönliche Risikofaktoren, wie Rauchen,
Bluthockdruck, erhöhter Blutzucker zu bewerten? Was kann ich tun, um dem
Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit und körperlicher Behinderung zu
begegnen, um möglichst lange fit zu bleiben? Im Anschluss an den Vortrag
können Fragen gestellt werden.

Neuer Zyklus: Chancen und Gefahren des demographischen Wandels

d8314375-2579-455f-99ad-5a87280c2a85Die Schweiz ist - wie viele andere Länder auch - einem dramatischen demographischen Wandel unterworfen. Die Bevölkerung altert rasch, die Alterspyramide (Grafik links und Mitte) verändert sich sukzessive in Richtung einer «Altersbirne» (Grafik rechts). Dieser demographische Wandel hat Auswirkungen auf die meisten Lebensbereiche, auf jeden einzelnen Menschen, auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik. Er bedeutet eine gewaltige Herausforderung für die heutigen Generationen. Diesem Wandel widmen wir im Aktionsfeld Politik & Gesellschaft einen Gesprächszyklus - mit dem Ziel, die Herausforderungen des demographischen Wandels möglichst ganzheitlich zu analysieren und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf zu erkennen und zu formulieren. Darauf aufbauend sollen Lösungsansätze aufgezeigt werden, wie Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit diesem Wandel umgehen können, damit auch in Zukunft ein geordnetes Zusammenleben der Generationen in Würde und Wohlstand möglich sein kann.
Der Auftakt zu diesem Zyklus mit dem Titel «Die Herausforderungen des demographischen Wandels - Chancen und Gefahren» erfolgt am Montag, 27. Oktober 2014 mit einem Podiumsgespräch. Im Fokus stehen die Grundlagen und Trends des demographischen Wandels.
Anmeldung

„ALTERSGLÜHEN – Speed Dating für Senioren“

v.l.n.r.: Volker Hartmann (Michael Gwisdek), Edith Wielande (Christine Schorn), Kurt Mailand (Jörg Gudzuhn), Jan Georg Schütte (Autor) mittlere Reihe, v.l.n.r.: Clara Bayer (Angela Winkler), Sergej Stern (Victor Choulman), Helge Löns (Matthias Habich), Martha Schneider (Hildegard Schmahl), Hilde Matysek (Ilse Strambowski) vorne v.l.n.r.: Johann Schäfer (Mario Adorf), Maria Koppel (Senta Berger), Christa Nausch (Brigitte Janner), Leni Faupel (Gisela Keiner), Hartmut Göttsche (Jochen Stern)© WDR/Pauly
v.l.n.r.: Volker Hartmann (Michael Gwisdek), Edith Wielande (Christine Schorn), Kurt Mailand (Jörg Gudzuhn), Jan Georg Schütte (Autor) mittlere Reihe, v.l.n.r.: Clara Bayer (Angela Winkler), Sergej Stern (Victor Choulman), Helge Löns (Matthias Habich), Martha Schneider (Hildegard Schmahl), Hilde Matysek (Ilse Strambowski) vorne v.l.n.r.: Johann Schäfer (Mario Adorf), Maria Koppel (Senta Berger), Christa Nausch (Brigitte Janner), Leni Faupel (Gisela Keiner), Hartmut Göttsche (Jochen Stern)© WDR/Pauly

Sendetermin:

13 Menschen zwischen Ende 60 und Mitte 80: Sie haben schon vieles erlebt in ihren Leben. Jeder hat seine ganz eigenen Hoffnungen, Wünsche, Konflikte und Probleme. Was sie eint, ist die Sehnsucht nach Nähe – nach einem liebenden, liebenswerten Partner und der etwas ungewöhnliche Weg, den sie gewählt haben, um ihrer Einsamkeit zu entkommen: ein Speed Dating. Sie wagen sich also zu einer Veranstaltung, bei der sich jeweils ein Mann und eine Frau gegenübersitzen und nur sieben Minuten Zeit haben, einander kennenzulernen und öffnen sich mutig in immer neuen Konstellationen einem fremden Gegenüber. Ertönt ein Glöckchen, rückt die Frau einen Tisch weiter – zum nächsten Gespräch und zum nächsten Mann, der noch eine Fremder ist und so viel mehr werden könnte. Es ist eine Konstellation, die Mut erfordert, und nicht jeder fühlt sich auf Anhieb wohl in diesem Rahmen. Johann Schäfer (Mario Adorf) würde am liebsten gleich wieder nach Hause gehen, doch hat er seiner geliebten Frau kurz vor ihrem Tod versprechen müssen, nicht lange alleine zu bleiben. Entschieden unwillig macht sich auch Kurt Mailand (Jörg Gudzuhn) auf den Weg zum Speed Dating, vorangetrieben von seinem Freund und Laubenmitbewohner Volker Hartmann (Michael Gwisdek). Der pensionierte Lehrer Helge Löns (Matthias Habich), der russische Romantiker Sergej Stern (Victor Choulman) und der lebensfrohe Ex-Museumswärter Hartmut Göttsche (Jochen Stern) – mit 84 der Senior der Runde – komplettieren das Männeraufgebot.

Dass die Frauen in der Überzahl sind, liegt an Hilde Matysek (Ilse Strambowski): Sie ist die Mutter des Veranstalters (Regisseur Jan Georg Schütte) und will sich einmal anschauen, was ihr Sohn beruflich so macht. Alle anderen Frauen haben sich offiziell für das Speed Dating angemeldet, und das aus ganz unterschiedlichen Erwägungen. Clara Bayer (Angela Winkler) sucht einen Begleiter für eine Russlandreise, die ehemals gut betuchte Edith Wielande (Christine Schorn) einen Partner mit deutlich mehr Geld, als sie mittlerweile hat. Die Ex-Verlegerin Martha Schneider (Hildegard Schmahl) sehnt sich nach Berührung, Christa Nausch (Brigitte Janner) nach einem Mann, der in jeder Hinsicht vitaler ist als ihr Gatte. Und während Leni Faupel (Gisela Keiner) Selbstgedichtetes vorträgt, geht Ex-Karrierefrau Maria Koppel (Senta Berger) lieber auf Distanz: Ein Partner nach ihrer Kragenweite findet sich doch eher nicht bei einem Speed Dating – oder etwa doch?

Suche noch #Frauen#, deren Männer in den nächsten 2 Jahren in #Rente gehen für Interviews.
8. Oktober in München, 9. bis 12. Oktober in Bad Reichenhall. 19. bis 23. 10. in Berlin. Jederzeit in Freiburg.

Der Welt-Gesundheits-Kongress in Berlin beschäftigt sich u. a. auch mit dem Thema "Körperliche Aktivitäten und gesundes Altern".

In den Industrieländern wollen immer mehr Menschen am aktiven Leben teilnehmen. Um fit zu bleiben, treiben sie Sport bis ins hohe Alter. Unterstützt durch eine gesunde Lebensführung erhalten sie nicht nur die Gesundheit, sondern auch ihre Schaffenskraft weit bis nach dem Eintritt ins Rentenalter.

Parallel dazu zeigt die junge Generation wenig Interesse an sportlichen Aktivitäten. Der Sportunterricht an Schulen wird immer weniger. Sportvereine verzeichnen ein nachlassendes Interesse.

Es ist geradezu paradox. Während die Alten immer fitter werden, entziehen sich die Jungen körperlichen Aktivitäten, wo immer es geht.

Langfrsitig wird das eine große Herausforderung für die Gesundhetispolitik.

Man darf auf die Vorträge dieser Herren gespannt sein.

Bernd Wolfarth | Director | Department Sports Medicine | Humboldt University | Charité - Universitätsmedizin Berlin, CMO NOC | Germany
Georg Duda | Director | Julius Wolff Institute and Center for Musculoskeletal Surgery | Charité - Universitätsmedizin Berlin | Germany
Herbert Löllgen | Former President | Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) | Germany
Klaus Böger | President | Landessportbund Berlin | Germany
Moritz Rinke | Author | Germany

Ab welchem Alter ist man fahruntüchtig? Wann sollte man den Führerschein freiwillig abgeben?

Schulterblick, Foto: DVR
Schulterblick, Foto: DVR

Auf beide Fragen gibt es keine verbindliche Antwort. Feststeht, dass gerade ältere Menschen meist sehr viel umsichtiger fahren. Sie bringen damit sich und andere weniger in Gefahr als Fahranfänger. Ein weiterer Vorteil ist, dass ältere Menschen die Möglichkeit haben, ihre Fahrten so einzuteilen, dass sie sich selbst sicher und fit genug fühlen, um verantwortungs- bewusst und aufmerksam am Straßen- verkehr teilzunehmen. Feststeht leider auch, dass ältere Fahrer aufgrund abnehmender Sehschärfe, geringerer Reaktionszeit und körperlichen Einschränkungen häufiger an Unfällen beteiligt sind als jüngere Fahrer. Es kommt vermehrt zu Unfällen innerorts im Kreuzungsbereich.
Die Folge: Unfälle mit Personenschäden.

Von den Medien werden diese Unfälle gerne zum Anlass genommen, um ein Fahrverbot für Autofahrer 70plus zu fordern. Dabei spielt es keine Rolle, dass gerade in ländlichen Gegenden viele Ältere auf das eigene Auto angewiesen sind, wenn sie nicht ganz vom sozialen Leben ausgeschlossen sein wollen.

Dr. Sebastian Poschadel ging am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund der Frage nach "Macht Übung den Meister?"

Die Studie hatte zum Ziel, die Verbesserung der Fahrkompetenz älterer Autofahrerinnen und Autofahrer durch Fahrtraining im Straßenverkehr zu erreichen.

Das Ergebnis ist überraschend:

  • Ein Fahrtraining ist eine Alternative für ältere Fahrer, bevor das Fahren ganz eingestellt wird.
  • Schon Feedback verbessert die Fahrkompetenz älterer Fahrer signifikant auf das Niveau mittelalter Fahrer.
  • Nur bei schwächeren Fahrern reicht das nicht aus. Bei ihnen verbessert erst das intensive Training die Fahrleistung auf dieses Niveau.
Wer es sich leisten kann, sollte auf ein neues Fahrzeug mit "helfender" Technik umsteigen. Doch Vorsicht! Zu viele Spielerein sind eher verwirrend, denn helfend. Es gibt sinnvolle Technik, die nicht nur älteren Fahrern Hilfestellung gibt. So können autonome Systeme mit Abstandswarnung und Bremseingriff Auffahrunfälle wirklich verhindern. Besonders für ältere Fahrer geeignet wäre ein autonomes Notbremssystem im Stadtbereich mit Fußgängererkennung bis 72 km/h und Stadtbremsfunktion zur Kollisionsvermeidung für Fußgänger und Fahrzeuge bis 50 km/h. Lichtverhältnisse spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Adaptive Lichtsysteme und Nachtsicht-Assistenten könnten hier Abhilfe schaffen.
Ältere Menschen nicht per se abstempeln. Denn ja, Sie können Auto fahren!

Zu einem ebenfalls positiven Ergebnis für ältere Autofahrer kam auch Prof. Desmond O’Neill MD, Trinity College Dublin, beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) in Halle (Saale). In seiner englischsprachigen Keynote-Lecture „Driving and older people: a major theme for gerontologists and geriatricians“, hinterfragte er gängige Ansichten und Testverfahren, mit denen die Fahrtüchtigkeit älterer Menschen untersucht wird.


Unterstützen statt entmutigen

„Personenbeförderung ist der unsichtbare Klebstoff, der unsere Leben zusammenhält – ein unterschätzter Faktor für wirtschaftliches, soziales und persönliches Wohlbefinden“,  ist Professor O’Neill überzeugt. Gerade für ältere Menschen bedeute ein eigenes Auto Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Doch statt sicherzustellen, dass sie bis in ein hohes Alter mobil bleiben können, würden Staat und Medizin alles unternehmen, um sie zur Abgabe des Führerscheins zu ermuntern. Nach Ansicht des 56 Jahre alten Iren grenze dies an „institutionalisierte Altersdiskriminierung“. „Ältere Autofahrer sind keine Risikogruppe!“, sagte der Geriater und Schlaganfall-Spezialist mit Verweis auf Unfallstatistiken in seinem vielbeachteten Vortrag im Rahmen des Altersmedizinkongresses in Halle an der Saale. „Alte Menschen gehören entgegen aller überzeugungen zu den sichersten Verkehrsteilnehmern.“


Ältere bewerten Risikosituationen besser

O’Neill nennt einen einfachen Grund hierfür: Erfahrung! Während Jüngere sich oft auf ihr Fahrgeschick verlassen würden, hätten Ältere im Laufe der Jahre gelernt, Risikosituationen richtig einzuschätzen – und sie, wenn möglich, schon im Voraus zu vermeiden. „Wenn es draußen dunkel und eisig ist, verlegen Ältere die Fahrt halt auf den Folgetag, wenn die Bedingungen besser sind“, nennt er ein Beispiel. Oder auch: „Wenn ich hinter einem Laster fahre, muss ich dann unbedingt in einer Kurve überholen?“ Seine Erkenntnis lautet daher: „Das Alter bringt die Fähigkeit mit sich, sicher Auto zu fahren.“
O’Neill wirbt aber nicht nur dafür, ältere Menschen dabei zu unterstützen, möglichst lange mobil und aktiv zu bleiben. Er fordert auch, dass die Autoindustrie mehr Rücksicht nehmen soll auf ihre speziellen Bedürfnisse. So seien herkömmliche Airbags eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle; die Geschwindigkeit und die Kraft, mit der sie sich entfalten, seien standardmäßig ausgelegt für jüngere, 70 Kilogramm schwere Männer. „Ältere Menschen sind aber viel zerbrechlicher“, mahnt O’Neill. „Es ist ein Paradox: Es gibt weniger Unfälle, aber mehr Tote. Hier ist gerade mit Blick auf den demographischen Wandel in Punkto Fahrsicherheit noch einiges zu tun! “

Wird das unsere Zukunft sein?

Emotionale Roboter sind auf dem Vormarsch – aber noch wissen wir zu wenig darüber.

Giraff-1443401_webGIRAFF - Ältere Menschen stehen Robotern häufig durchaus positiv gegenüber. Allerdings gilt das nicht für alle Älteren und auch nicht für alle Roboter. „Die Thematik ist komplex. Wir wissen bislang nur sehr wenig darüber, wie und welche Roboter bei der Betreuung und Versorgung älterer Menschen helfen können“, erläutert Prof. Dr. Frank Oswald von der Goethe-Universität Frankfurt am Main auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) in Halle. Oswald leitet dort am 25. September das Symposium „Emotionale und Soziale Robotik im Alter: Was kann, soll und darf sie leisten?“. „Es wird über diese Art von Roboter viel behauptet, aber bislang ist wenig über ihre Wirkung klar, wir brauchen dringend mehr Forschung und belegbares Wissen“, so Oswald.

In einem wissenschaftlichen Vorprojekt namens „ERimAlter“ haben Frankfurter Forscher/innen verschiedener Disziplinen zwei emotionale Roboter in den Blick genommen und untersucht, für wen sie sich eignen.
Zunächst die Robbe „Paro“, die wie ein Kuscheltier aussieht: mit weichem Fell und treuen Hundeaugen wirkt sie, als hätte sie Gefühle – ein „emotionaler Roboter“ mit einem Gehirn aus Mikrochips. Paro soll zum Beispiel ältere Menschen mit Demenz begleiten. Sie reagiert auf Ansprache, fiept, bewegt sich und man kann sich um sie kümmern, was beruhigend wirken kann.
Der zweite emotionale Roboter kommt dem herkömmlichen Bild eines Roboters deutlich näher: Der „Telepräsenzroboter“ GIRAFF sieht aus wie ein Tablet-Computer auf Rädern. Er kann Telefonate einleiten, bei Notfällen Hilfe herbeiholen oder auch an die Medikamenteneinnahme erinnern.
Die Forscher befragten für ihre Voruntersuchung Pflegende und Betreuer die teilweise schon mit „Paro“ und „GIRAFF“ arbeiten, aber auch ältere Menschen selbst.

„Biographische Vorerfahrungen sind wichtig dafür, wie die Menschen auf die Roboter reagieren“, erläutert Oswald. Wer in seinem Leben zum Beispiel Angst vor Hunden hatte, der steht auch der Robbe Paro eher distanziert gegenüber. Tierliebhaber dagegen sind eher offen für die Kuschelrobbe. Für GIRAFF gilt: Wer in der Vergangenheit viel mit Technik zu tun hatte, nutzt das System gerne. Wer dagegen nicht mit Computern gearbeitet hat, dem macht GIRAFF anfangs eher Angst.
„Allerdings durchläuft die Akzeptanz mehrere Phasen“, so fanden die Forscher heraus. Paro wird am Anfang eher emotional als süßes Kuscheltier wahrgenommen. Später kommt die funktionale Komponente hinzu – „der kann ja auch etwas“. Bei GIRAFF steht zunächst die Wahrnehmung der Funktion im Vordergrund, aber nach einiger Zeit kommen auch emotionale Komponenten dazu – „der ist ja ganz freundlich“.

Die Roboter werden immer leistungsfähiger. Es genügt aber nicht, sie nur technisch weiterzuentwickeln. „Wir müssen viel intensiver untersuchen, für welche Krankheitsbilder, für welche Personengruppen und in welchen Situationen sich welche Systeme eignen“, so Oswald und die anderen Vortragenden. Insbesondere rechtliche und ethische Fragen müssen diskutiert werden. Dafür müssen Mediziner, Psychologen, Juristen, Pflegekräfte und Techniker eng zusammenarbeiten. „Sonst haben wir bald technisch hoch entwickelte Systeme, die aber keiner will und den niemandem nützen“, warnen die Alternsexperten
Prof. Dr. Frank Oswald, Frankfurt am Main (Vorsitz)

ErneahrungsfragebogenGeriatrie FAQsEs gibt immer mehr alte Menschen. Und der Mensch wird immer älter. Zwei Fakten, die als „demografischer Wandel“ mittlerweile jedem ein Begriff sind. Und alte Menschen, das steht fest, bedürfen besonders häufig ärztlicher Hilfe. So sehen sich bereits heute alle Gebiete der Medizin mit einer zunehmenden Zahl alter und sehr alter Patienten konfrontiert. Doch welcher Arzt ist auf die Behandlung sehr alter Menschen spezialisiert? Schließlich hat auch der Hochbetagte den Anspruch und das Recht, von Spezialisten behandelt zu werden. Was also ist ein Geriater?
Anlässlich des ab morgen in Halle an der Saale stattfindenden größten deutschsprachigen Altersmedizinkongresses, möchte die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie mit einigen Antworten auf wichtige Fragen verdeutlichen, wie die Geriatrie zur Optimierung der Versorgung sehr alter Patienten beitragen kann. Eine Positionierung in der Krankenversorgung, Einordnung in den Fächerkanon und eine Definition des Aufgabenspektrums.

Häufige Fragen an die Altersmedizin:

Welche Patienten behandeln Geriater?
Bei einem Teil akut erkrankter alter Patienten treten spezifische Krankheitserscheinungen in den Hintergrund. Das klinische Bild wird aufgrund alterstypischer Multimorbidität und Vulnerabilität durch funktionelle Defizite und/oder durch Störungen primär nicht betroffener Organsysteme dominiert. Ein typisches Beispiel wäre ein hochbetagter, kognitiv eingeschränkter Patient mit einer höhergradigen Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz Stadium 4-5 und einer schweren Polyarthrose, der in Folge einer Dekompensation gestürzt war oder immobil wurde. Durch Verlust seiner Alltagskompetenz hat er Hilfebedarf bei den Aktivitäten des täglichen Lebens wie Nahrungsaufnahme, An- und Auskleiden, Kontinenz, Körperhygiene, etc. Weitere Komplikationen sind zu befürchten: Hospitalinfektionen, erneute Stürze, Delir, Mangelernährung etc. Die funktionellen Einbußen können bereits zu Beginn einer Erkrankung oder aber im Verlauf die diagnostischen und therapeutischen Bemühungen bestimmen.

Was sind Ziele und Besonderheiten geriatrischer Arbeit?
Es ist vorrangiges Ziel der Geriatrie, diese „geriatrischen Patienten“ zu identifizieren, dem funktionellen Abbau und der Beeinträchtigung des gesamten Organismus entgegenzuwirken und das bisherige Niveau an Autonomie zu erhalten oder wiederzustellen. Wegen der komplexen Situation dieser Patienten nutzt der Geriater zusätzlich zu den klassischen ärztlichen Untersuchungsmethoden das geriatrische Assessment, um alterstypische Multimorbidität, funktionelle Defizite, aber auch mentale und psychische Probleme sowie das soziale Umfeld des Patienten abzubilden, die multiprofessionelle Therapie im therapeutischen Team zu planen, zu leiten und die Ergebnisse der Behandlung zu überprüfen. Für diese Arbeit ist die kontinuierliche Vorhaltung geriatriespezifischer Ressourcen hinsichtlich Ausstattung und Personal sowie eine auf den geriatrischen Patienten fokussierte Organisation in der Abteilung oder Praxis notwendig.

Worin besteht der theoretische Hintergrund geriatrischer Arbeit?
Wegen der altersbedingt eingeschränkten Organreserven reagieren betagte Patienten auf unterschiedliche Auslöser häufig mit ähnlichen Reaktionsmustern. Diese werden als geriatrische Syndrome bezeichnet wie Sturz und Immobilität, Inkontinenz, Mangelernährung, Sarkopenie, Frailty/Gebrechlichkeit, Exsikkose, chronischer Schmerz, Delir u. a. Aufgrund ihrer multikausalen Verursachung unterscheiden sich diese vom klassischen Syndrom-begriff. Eine Behandlung muss sowohl die Auslöser aber auch die Reaktionen der verschiedenen Organsysteme im Kontext der Multimorbidität berücksichtigen. Dazu bedarf es der Priorisierung einer Multimedikation ergänzt durch nicht-medikamentöse Therapieformen wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprach- und Schlucktherapie sowie soziale Maßnahmen.

Was muss ein Geriater können?
Neben dem multidisziplinären geriatrischen Assessment, der Kenntnis geriatrischer Syndrome sowie der Planung und Leitung des multiprofessionellen Teams, muss der Geriater vor allem gute differentialdiagnostische und pharmakologische Kenntnisse vorweisen. Unter Berücksichtigung der häufigsten chronischen Alterskrankheiten wie Hypertonie, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus , chronische Atemwegserkrankungen, Durchblutungsstörungen, Niereninsuffizienz, Mangelernährung, Anämie, Arthrose, Osteoporose, Demenz, Depression, chronische Schmerzen u. a. wird deutlich, dass der Geriater über umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Inneren Medizin, ergänzt durch Aspekte anderer Fachgebiete verfügen muss. Hierzu gehören beispielsweise die Beurteilung von EKG, Langzeit-EKG und –Blutdruckmessung, Spirometrie, Endoskopie inkl. PEG-Anlage, Sonographie inkl. Duplexdiagnostik, Echokardiographie, Doppler-Druck-Messung, Schluckdiagnostik, Beurteilung von Standard- Röntgenuntersuchungen u.a. Eine qualifizierte Geriatrie ist zudem ohne Kenntnisse der internistischen Intensivmedizin nicht machbar. Spezielle Techniken wie EEG, ENG, CT, Herzkatheter und andere sind wichtige Ergänzungen in der Hand des konsiliarisch hinzugezogenen Organspezialisten.

Womit beschäftigt sich geriatrische Forschung?
Die Kompression der Morbidität mit Erhalt der Autonomie bis ins hohe Alter stellt das übergeordnete Ziel geriatrischer Forschung dar. Grundlagen-orientierte Schwerpunkte (Alternsforschung) umfassen beispielsweise die Bereiche Sarkopenie, Frailty, Immunologie und körperlicher Aktivität/Ambient Assisted Living. Neben der Präzisierung des geriatrischen Assessments erlangen aktuell vor allem Themen im Bereich der Mangelernährung, des körperlichen Trainings auch von Demenzpatienten, der Sturzprävention und der Polypharmazie (Interaktionen, Einschätzung neuer Medikamente etc.) klinisch Relevanz. Die wachsende Qualität kommt auch in einer Aufwertung der Publikationsorgane zum Ausdruck (steigende Impact Faktoren/ Reichweiten). Wesentliche Elemente geriatrischer Arbeit konnten zudem auf hohem Evidenzlevel bestätigt werden. Prominentes Beispiel ist der positive Effekt einer Assessement-basierten geriatrischen Behandlung auf Funktion und überleben der Patienten im Vergleich zu einer herkömmlichen Behandlung (Cochrane Database Syst Rev. 2011 Jul 6;(7):CD006211).

Wo werden Geriater benötigt?
Krankheitsspezifische und funktionsorientierte Maßnahmen müssen sich bei der Behandlung alter, multimorbider Patienten sinnvoll ergänzen. Deshalb ist es zweckmäßig, dass Geriater auf unterschiedlichen Ebenen der medizinischen Versorgung in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Hochbetagte Patienten werden selbstverständlich nach den krankheitsspezifischen Leitlinien in den jeweiligen (Organ-)Abteilungen versorgt. Wenn jedoch Funktionsdefizite oder alterstypische Multimorbidität das klinische Bild bestimmen, können gleich zu Beginn oder im Verlauf einer akuten Erkrankung geriatrische Maßnahmen wie Assessment, multiprofessionelle Therapie und Rehabilitation in den Vordergrund rücken. Jeder Mediziner, der alte Patienten behandelt, sollte das Primat einer funktionserhaltenden Behandlung zum richtigen Zeitpunkt erkennen. Der Geriater muss gewährleisten, seine Therapie bedarfsweise zu Gunsten einer gezielten Intervention (etwa einer sofortigen PTA, einer Hüft-TEP, einer Krisenintervention bei schwerer Psychose, einer Lyse bei cerebraler Ischämie etc.) zurückzustellen oder zu unterbrechen. Dies stellt auch im aktuellen DRG-System für alle Beteiligten eine optimale Versorgungsform dar, da die übernahme der Patienten zur geriatrischen Komplexbehandlung die Verweildauer in den verlegenden Abteilungen verkürzt. Zudem können viele Hochbetagte durch Erhalt ihrer vorbestehenden Alltagskompetenz ins gewohnte Umfeld entlassen werden.
Für die ambulante Medizin gilt, dass alte Patienten natürlich von Ihren Haus- und Fachärzten behandelt werden. Erst wenn umfassende Diagnostik und Therapie zur Aufrechterhaltung von Teilhabe und Autonomie notwendig werden oder komplexe Fragestellungen aus Multimorbidität und Polypharmazie resultieren, sollten Geriater wie andere spezialisierte Fachärzte auf überweisung tätig werden.

Wie will sich die Geriatrie im Fächerkanon einordnen?
In den meisten europäischen Ländern ist Geriatrie ein eigenständiges Fach oder ein Schwerpunkt in der Inneren Medizin. In Deutschland ist sie als Schwerpunkt in der Inneren Medizin bereits in 3 Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) anerkannt. Da die Behandlung der häufigsten alters-assoziierten Erkrankungen Kenntnisse und Fertigkeiten der internistischen Basisweiterbildung voraussetzen und die meisten geriatrischen Kliniken (vor allem im Akutbereich) internistischen Abteilungen zugeordnet sind, ist ein Facharzt nur als Schwerpunkt in der Inneren Medizin (neben Gastroenterologie, Rheumatologie, Kardiologie etc.) sinnvoll. Für Fachbereiche mit hohem Anteil betagter Patienten wie der Neurologie, der Psychiatrie oder der Allgemeinmedizin, wird wie bisher eine fachbezogene klinische Zusatzweiterbildung in Geriatrie erhalten bleiben. Kurse zur Geriatrischen Grundversorgung sollten für alle Ärzte insbesondere in der ambulanten Versorgung angeboten werden.
Geriatrie verfügt nach der Kardiologie mittlerweile über die zweitgrößte Anzahl von spezialisierten internistischen Betten in deutschen Krankenhäusern. Die Geriater sind in die Bereitschaftsdienste der jeweiligen Kliniken und, wenn vorhanden auch in die internistische Notaufnahme integriert. Die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung geriatrischer Kompetenz in die Behandlungsabläufe wird die Qualität der Versorgung hochbetagter, multimorbider Patienten steigern. Es ist nicht Ziel der Etablierung des Fachgebietes Geriatrie, alle alten Patienten zu behandeln oder Spezialisierungen in den jeweiligen Organfächern für den alten Menschen zu kopieren.

Das Papier wurde von folgenden Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erarbeitet und konsentiert: M. Denkinger (Ulm), V. Goede (Köln), W. Hofmann (Neumünster), A. Kwetkat (Jena), M. Meisel (Dessau), R. Püllen (Frankfurt), Ralf-Joachim Schulz (Köln), U. Thiem (Herne).

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PM: „Älter werden ist eine wundervolle offene Frage!“– ein Gespräch mit Nobelpreisträgerin Dr. Elizabeth Blackburn über Alterungsprozesse des Menschen

Frau Dr. Blackburn, Foto: (DGGG)
Frau Dr. Blackburn,
Foto: (DGGG)

Dr. Elizabeth Blackburn von der University of California in San Francisco wird kommende Woche in Deutschland erwartet. Zum Auftakt des Jahreskongresses der Altersmediziner in Halle an der Saale wird Sie über ihre bisherigen und aktuellen Forschungsergebnisse sprechen. Wie altert der menschliche Körper? Diese Frage treibt die 65jährige Amerikanerin an. Gemeinsam mit zwei Forscherkollegen konnte sie bereits Anfang des Jahrtausends beweisen, dass Chromosomen-Enden von sogenannten Telomeren geschützt werden und diese im Alterungsprozess eine wichtige Rolle spielen. Für diese Erkenntnis bekamen die drei Forscher den Nobelpreis verliehen.
Was am Alterungsprozess so faszinierend ist, welche neuen Erkenntnisse die Forscherin in ihrem Vortrag erörtern wird und warum sich ein persönlicher Austausch immer lohnt, hat Frau Blackburn bereits in einem persönlichen Skype-Interview vorab verraten.

Frau Dr. Blackburn, haben Sie Angst vor dem Altern?
Nicht so sehr vor dem Altern, mehr vor den Beschwerden im Alter. Die Möglichkeit, dass ich zum Beispiel Alzheimer bekommen könnte, beunruhigt mich. Nicht nur meinetwegen, sondern auch weil es viel Verantwortung und Belastung für die Familien mit sich bringt. Ansonsten finde ich es ganz gut älter zu sein. Ich bin 65. Das macht mir nichts aus und ich fühle mich auch nicht „alt“. Vor nicht allzu langer Zeit war das jedoch für viele Menschen ein sehr hohes Alter, aber unsere Vorstellung von „alt“ hat sich eben geändert.

Welche Gründe gibt es für diese Entwicklung?
Ich denke, dass Menschen gelernt haben, dass körperliche Fitness die Lebensqualität im Alter verbessert. In wohlhabenden und entwickelten Gesellschaften haben wir die Möglichkeit, uns gut zu ernähren und durch eine vernünftige Lebensweise – wie nicht Rauchen und Sport treiben – gesund zu bleiben. Allerdings hängt die Gesundheit im Alter auch sehr von diversen sozialökonomischen Faktoren ab.

Sie besuchen den Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Gerontologie und Geriatrie (DGGG) zum ersten Mal. Wie wichtig sind solche internationalen Treffen?
Globale Netzwerke sind der Schlüssel zum wissenschaftlichen Fortschritt. Dadurch fließen Informationen und Wissen. Kongresse mit internationalem Charakter machen Fortschritt erst möglich. Denn so sehr wir auch vom Internet und all den neuen Kommunikationsarten lernen – Menschen kommunizieren im persönlichen Gespräch einfach mehr. Selbst einem Vortrag einfach nur zuzuhören: Am Ende geht nichts über den persönlichen Kontakt zum Referenten und einer anschließenden Diskussion. Gerade deshalb werde ich mir auch die Zeit nehmen und den DGG-Kongress in Deutschland bis zum Ende verfolgen. Ich komme also nicht nur um meinen Vortrag zu halten und anschließend gleich wieder in den Flieger zu steigen. Ich bin am Austausch mit den deutschsprachigen Geriatern und Gerontologen interessiert und freue mich auf spannende Gespräche.

Was erhoffen Sie für sich selbst von dieser Konferenz?
Mein Ziel ist Kommunikation.  Nicht jeder ist auf dem neuesten Stand all der Studien, die ich präsentiere. Es gibt eine Menge falscher Informationen im Internet, daher wird es hilfreich sein, alles weiter zu geben, was man wirklich weiß. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass ich sehr interessante Dinge über die Geriatrie lernen werde. Ich freue mich darauf, durch diese Konferenz neue Denkanstöße zu bekommen.

Worüber werden Sie in Ihrem Vortrag sprechen?
Ich werde natürlich darüber sprechen wie man Telomere und Chromosomenenden erhalten kann. Wir haben gelernt, dass dies sehr viel mit dem älter werden zu tun hat. Statistisch gesehen: Je besser die Telomere erhalten bleiben, desto besser stehen die Chancen wenige der vielen üblichen Alterskrankheiten gleichzeitig zu bekommen. Als Beispiel: Viele Menschen mit Herzkrankheiten haben parallel auch Diabetes. Entsprechend passieren eine Reihe interessanter Dinge gleichzeitig und man kann immer öfter sehen, dass das Risiko steigt je mehr Telomere beschädigt sind. Es gibt genügend Forschungsmaterial, dass uns statistisch gesehen zeigt, dass die Erhaltung von Telomeren äußerst wichtig ist – und sogar die Wahrscheinlichkeit zu sterben beeinflussen kann. Dies ist erwiesen und keine Wahrsagerei!
Glücklicherweise wissen wir was die Erhaltung der Telomere beeinflusst – und das sind tatsächlich sehr traditionelle Dinge: etwas Sport, eine vernünftige Ernährung und eine positive mentale Einstellung. Was sehr faszinierend, aber nicht wirklich überraschend ist, da das Gehirn große Auswirkungen auf die Physiologie des gesamten Körpers hat.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?
Ich arbeite an diversen Projekten. Zum Beispiel betreiben wir gerade Grundlagenforschung wie Telomere auf molekularer Ebene funktionieren. Insbesondere interessiert uns der Zustand von Telomeren – ob sie geschützt oder abgenutzt sind –, wie diese Information an die Zellen weitergegeben wird und wie die Zellen darauf reagieren. Wir arbeiten außerdem mit vielen Leuten, die alle möglichen Fragen zum Thema Mensch studieren zusammen. Zum Beispiel: wie Sport Telomere beeinflussen kann oder wie klinische Depression oder externe Belastungen wie z.B. Rassismus Veränderungen hervorruft. In Halle werde ich einige dieser neuen Ergebnisse vorstellen.

Hat man nach Ihrem Vortrag die Möglichkeit Fragen zu stellen?
Das hoffe ich sehr! Wie gesagt: Ich werde auch die gesamte Konferenz über hier sein und das sollte genügend Gelegenheiten für ein Gespräch schaffen. Sprechen Sie mich einfach an! Ansonsten hätten Sie meinen Vortrag auch einfach auf YouTube anschauen können (lacht). Aber ich reise – also tausche ich mich aus!

Glauben Sie, dass es noch viele offene Fragen in der Altersforschung gibt?
Es fehlt immer noch eine sehr große Menge an Informationen. Eines der Dinge, an die wir denken müssen, ist, dass Menschen in Ländern der Ersten Welt eine Lebenserwartung von ca. 80 Jahren haben – und wir kennen nicht einmal die maximale Lebensspanne, die wahrscheinlich um die 120 Jahre liegt. Herauszufinden, was sich in unserem relativ langen Leben abspielt, ist sehr schwierig, da Forscher in Laboren zumeist kurzlebige Tiere für Altersstudien benutzen. Daher gibt es viele Fragen, welche Faktoren beim menschlichen Alterungsprozess entscheidend sind. Und das können durchaus andere als bei Tieren sein – wir wissen es einfach nicht. Es gibt noch sehr, sehr viele offene Fragen. Älter werden ist eine wundervolle offene Frage. Und wenn jemand behauptet, er kenne die Antwort, dann fürchte ich, dass er entweder lügt oder sich selbst etwas vormacht.

Frau Dr. Blackburn, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch!
Medizinnobelpreisträgerin Dr. Elizabeth Blackburn, San Francisco
Festvortrag der Eröffnungsveranstaltung des DGG-Jahreskongresses

Mittwoch, 24.09., 18:00 Uhr, Martin-Luther-Universität, Halle (Saale)

Zum Thema "Hilfe! Mein Mann geht in Rente" suche ich noch weitere Interviewpartnerinnen.

Wenn Ihr Mann in den nächsten 36 Monaten in Rente geht oder in den letzten 24 Monaten in den Ruhestand getreten ist, dann würde ich mich freuen, wenn Sie sich für ein Interview zur Verfügung stellen würden. Auf Wunsch kann Ihr richtiger Name gerändert werden.

Schreiben Sie mir eine eMail, wenn Sie dabei sein möchten.

Termine:

8. Oktober 2014 München

9. - 12. Oktober 2014 in Bad Reichenhall

19. bis 23. Oktober 2014 in Berlin

Fast Jederzeit in Freiburg i. Brsg. und Umgebung

Fast Jederzeit in Basel und Umgebung