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WDR-Dokumentation über die 70er: „Das Jahr der Frau – 1975“

1975 war ein Jahr der starken Frauen – passend zum Internationalen Jahr der Frau. Der sechste Teil der WDR-Reihe über die 70er (Freitag, 15. September, 20.15 Uhr, WDR Fernsehen) erzählt von couragierten Frauen wie der Bonner Studentin Florence Hervé, die sich demonstrierend einmischte, weil sie nicht einsehen wollte, dass sich Familie und Beruf für Frauen in Deutschland ausschließen sollten. „Für mich war das ein großer Schock. Ich kam aus Frankreich, wo die Berufstätigkeit der Frau und der Mütter eine Selbstverständlichkeit war“, erinnert sich Hervé in der Dokumentation. Sie rief den erfolgreichen Kalender „Wir Frauen“ ins Leben.

Keith Jarrett in Köln

Mutig war auch Vera Brandes, die den weltberühmten Jazz-Pianisten Keith Jarrett zu einem Konzert in die Kölner Oper lockte und den Maestro schließlich überredete, zu spielen – obwohl der versprochene Konzertflügel nicht zur Verfügung stand und beim völlig verstimmten Ersatzklavier die Tasten klemmten. Daraus wurde eine der erfolgreichsten Jazzplatten aller Zeiten.

Fünf von vorerst fünfzig weiblichen Sanitätsoffizieren - im Range eines Stabsarztes - der Bundeswehr wurden Anfang Oktober 1975 von Bundesverteidigungsminister Leber auf der Hardthöhe in Bonn vorgestellt (l-r): Sigrid Fuchs, Eva Neuland, Doris von Rottkay, Angela von Porthan und Eva Seiffert. Sie sind ihren männlichen Kollegen gleichgestellt, bekommen jedoch vorerst keine Kampfausrüstung.
© WDR/dpa[/caption]Zahl des Jahres

„Ruf doch mal an!“ - Mit diesem Slogan landete die Post 1975 fast ein geflügeltes Wort, und nur 50 Prozent der Haushalte in NRW hatten damals das begehrte Kommunikationsmittel Telefon.

Gestrandet in NRW

Filmemacher Martin Herzog stellt auch Tu Phuong Le vor, deren Leben sich 1975 komplett veränderte. Als 14-Jährige wurde sie zur medizinischen Versorgung nach NRW eingeflogen und ins Friedensdorf in Oberhausen gebracht. Nach Anbruch des Vietnamkrieges verweigerte die neue Regierung ihr und 100 anderen vietnamesischen Kindern jedoch die Rückkehr in ihre Heimat. Zu Hause in Vietnam machte sich die Familie große Sorgen: „Meine Mutter ist verrückt geworden. Sie hat gedacht, sie wird mich nie wiedersehen.“ Tu Phuong Le war in NRW gestrandet – und fand hier schließlich eine neue Heimat.

Deutlich weniger dramatisch ging es bei den Landtagswahlen zu: drei Parteien und wie immer gewann die SPD. Ministerpräsident Kühn konnte mithilfe der Liberalen weiter regieren. Abenteuerlich wurde es hingegen in Warendorf im Münsterland. Dort fielen im September 1975 bei den ersten Weltmeisterschaften im Formationsspringen zahlreiche Fallschirmspringer vom Himmel - mit dabei natürlich die Weltklasse-Springer aus Remscheid in einer beeindruckenden 10er Formation.

Volljährig mit 18

Seit Anfang 1975 waren junge Leute schon mit 18 volljährig. Prompt schoss die Zahl der Trauungen unter den Jung-Erwachsenen nach oben: in NRW um ein Drittel und damit stärker als in den anderen Bundesländern.

Erzählt wird der Film über das Jahr der Frau natürlich von einem Mann: Comedian Lutz van der Horst kam 1975 in Köln zur Welt.

Ein Film von Martin Herzog

WDR-Redaktion: Barbara Schmitz

Produziert wurde die Filmreihe zu den 70ern von Broadview TV,

"Tschüss, Schimmi!“ Der große Götz-George-Abend im WDR Fernsehen

 Schimanski (Götz George) © WDR/Uwe Stratmann

Schimanski (Götz George)
© WDR/Uwe Stratmann

Anlässlich des Todes von Götz George ändert der WDR heute in der Primetime sein Programm und erinnert mit drei Filmen an den verstorbenen Schauspieler.

20.15 Uhr: Schimanski – Tod in der Siedlung
Fernsehfilm Deutschland 2010

Unweit von Schimanskis Wohnung wird der Mitarbeiter einer Arbeitsagentur in einem brennenden Auto gefunden. Er stirbt und Horst Schimanski kann seine Neugier nicht zügeln. Sehr bald stellt sich heraus, dass der Tote ermordet wurde. Im Laufe seiner Ermittlungen wird Schimanski mit einem dichten Netz aus Arbeitslosigkeit, Hartz-IV-Problematik, illegalem Glücksspiel, Prostitution und Zukunftsängsten konfrontiert. Wie immer recherchiert der Ex-Kommissar mehr oder weniger auf eigene Faust - die Kollegen Hunger und Hänschen sind aber ebenfalls an dem brisanten Fall dran.

Neben diesem bewährten Team und Denise Virieux als Schimanskis Partnerin Marie-Claire ist "Tod in der Siedlung" in der Regie von Torsten C. Fischer auch in den weiteren Rollen hochkarätig besetzt: Matthias Brandt spielt den arbeitslosen, spielsüchtigen Martin Krawe, der mit seinen beiden Kindern ausgerechnet in Schimanskis Haus wohnt, und Katharina Schüttler die verzweifelte Mutter Alice Keller. Julia Jäger ist in der Rolle der Ärztin Dr. Karla Zimmermann zu sehen, der dubiosen hoch verschuldeten Frau des Toten.

22.10 Uhr: Civilcourage
Fernsehfilm Deutschland 2009

Peter Jordan (Götz George) lebt seit fast 30 Jahren im Berliner Problemviertel Neukölln. Er betreibt ein Antiquariat, in dem er Jessica kennenlernt, die bei ihm ein Schülerpraktikum machen will, aber kaum lesen und schreiben kann. Zwei Welten prallen aufeinander. Jordans wird durch einen Vorfall gezwungen, sich zu entscheiden. Er zeigt Zivilcourage, die bei Freunden und Familie nicht nur Verständnis auslöst.

23.40 Uhr: Tatort – Duisburg Ruhrort
Fernsehfilm Deutschland 1981

Im Duisburger Hafen wird ein Toter gefunden. Es ist der Binnenschiffer Heinz Petschek. Er wurde erstochen. Dringend der Tat verdächtig erweist sich der Schiffer Jan Poppinga; Petschek hatte mit seiner Frau ein Verhältnis. Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski glaubt an Poppingas Unschuld. Es stellt sich heraus, dass Petschek kurz vor seinem Tod seinen langjährigen Arbeitsplatz verlassen und auf dem Schiff des Partikuliers Wittinger angeheuert hatte. Die Gründe für diesen Wechsel liegen im Dunkeln, selbst seinen Freunden hat Petschek nichts gesagt. Sicher ist nur, dass Petschek Rauschgift geschmuggelt hat. Da wird ein zweiter Toter entdeckt. Es ist der türkische Gewerkschaftler Celik. Petschek und Celik haben sich gekannt. Die beiden waren einem Waffenschmuggel auf der Spur. Ist Wittinger der Mörder?

Einsfestival sendet um 21.45 Uhr Tatort Duisburg Ruhrort.

Stand: 27.06.2016,

Prix Pantheon 2016 Ehrenpreis „Reif & Bekloppt“ an Gerburg Jahnke

Die Gewinner des Prix Pantheon 2016 stehen fest. Mit dem Ehrenpreis in der Kategorie “Reif & Bekloppt“ ist die WDR-Kabarettistin Gerburg Jahnke bei der Verleihung in Bonn für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der Jurypreis „Frühreif & Verdorben“ ging an den Autor und Poetry-Slammer Jan Philipp Zymny, der Publikumspreis „Beklatscht & Ausgebuht“ an das junge Musik-Comedy-Duo „Das Lumpenpack“.


v.l. Jan Philipp Zymny (Jurypreis), Gerburg Jahnke (Ehrenpreis), Moderator Fatih Cevikkkollu, Das Lumpenpack (Publikumspreis)© WDR/Melanie Grande
v.l. Jan Philipp Zymny (Jurypreis), Gerburg Jahnke (Ehrenpreis), Moderator Fatih Cevikkkollu, Das Lumpenpack (Publikumspreis)© WDR/Melanie Grande

Das WDR Fernsehen zeigt das Finale des Prix Pantheon am Samstag, 23. April 2016 um 20.15 Uhr. WDR 5 sendet das Halbfinale am 1. Mai um 20.05 Uhr und das Finale am 5. Mai um 20.05 Uhr. Das Halbfinale ist außerdem online unter comedy.wdr.de zu sehen.

Reif und bekloppt: Gerburg Jahnke© WDR/Melanie Grande
Reif und bekloppt: Gerburg Jahnke© WDR/Melanie Grande

„Für sie gibt es immer irgendetwas zu tun: Frau Jahnke muss das deutsche Kabarett feminisieren, muss Theaterstücke inszenieren, muss Fernsehsendungen moderieren, muss reüssieren, produzieren und redigieren“, so Kabarettkollege Wilfried Schmickler in der Laudatio auf die Ehrenpreisträgerin. „Die wunderbare Welt der zauberhaften Frau Jahnke: gleichberechtigt, tolerant, solidarisch und immer in Bewegung.“

Die Gastgeberin der WDR-Show „Ladies Night“ ist regelmäßig im Ersten zu sehen: Die nächste Ausgabe ihrer „rein weiblichen“ Kabarett- und Comedyshow wird am 26. Mai 2016 ausgestrahlt.

Im Wettbewerb der Kabarett-Talente und Nachwuchs-Comedians waren am 19. April im Bonner Pantheon Theater im Halbfinale insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler gegeneinander angetreten. Das Publikum im Saal und eine unabhängige Fachjury kürten fünf Finalisten, die in der Gala am gestrigen Abend noch einmal auf der Bühne um den Publikumspreis „Beklatscht & Ausgebuht“ und den Jurypreis „Frühreif & Verdorben“ kämpften.

Jan Philipp Zymny© WDR/Melanie Grande
Jan Philipp Zymny© WDR/Melanie Grande

Mit dem Jurypreis „Frühreif & Verdorben wurde der Wuppertaler Poetry- Slammer und Autor Jan Philipp Zymnyausgezeichnet. In der Begründung der sechsköpfigen Jury heißt es u. a.: "Jan Philipp Zymny kann mit Worten zaubern und mit Sätzen jonglieren. Er imaginiert uns allen bekannte Situationen, die er mit kleinen Hinzufügungen oder Weglassungen witzig ins Absurde oder Surreale überführt. (...) Jan Philipp Zymny erschafft kleine Sprachkunstwerke."

Das Lumpenpack (Publikumspreis)© WDR/Melanie Grande
Das Lumpenpack (Publikumspreis)© WDR/Melanie Grande

Der in geheimer Wahl ermittelte Publikumspreis in der Kategorie „Beklatscht & Ausgebuht“ ging an das junge Musik-Comedy-Duo „Das Lumpenpack“. Das Duo besteht aus dem gebürtigen Augsburger Max Kennel und dem in Kassel geborenen Jonas Meyer. Mit ihren ebenso humorvollen wie scharfsinnigen Songs konnten sie das Pantheon-Publikum an beiden Abenden des Wettbewerbs begeistern.

In der Gala präsentierte Moderator Fatih Çevikkollunebenden fünfNachwuchskünstlern folgende Kabarettisten, die die Finalisten wortgewaltig und musikalisch unterstützten: Markus Krebs, Sebastian Pufpaff, Hennes Bender und Barbara Ruscher.

WDR Fernsehen, Samstag, 23. April 2016, 20.15 Uhr

WDR 5, Sonntag, 1. Mai 2016, 20.05 Uhr (Halbfinale) und Donnerstag, 5. Mai 2016, 20:05 Uhr (Finale)

Das Halbfinale ist außerdem online unter comedy.wdr.de zu sehen.

 

Menschen hautnah, WDR Fernsehen

 Klaus S. mit seiner Freundin Ursula. Foto: WDR

Klaus S. mit seiner Freundin Ursula. Foto: WDR

Klaus S. ist ein Mann, der niemals aufgibt. Und er und seine Freundin Ursula M. sind ein Liebespaar ganz besonderer Art. Er war, als sie sich kennen lernten, 70 Jahre alt und steckte mit seiner Batteriefirma in großen finanziellen Schwierigkeiten. Die drei Jahre jüngere Ursula wurde sein rettender Engel.

Doch ihre Liebe wird seither durch immer neue Schwierigkeiten auf die Probe gestellt. Seine Firma machte Verluste, die Sparkasse kündigte Kredite, verlangte, dass Klaus S. wegen seines Alters einen Nachfolger für seine Firma suchte - vergeblich. Es folgten: Insolvenz, Kontopfändung, Aufforderung zur Vermögensauskunft, die drohende Zwangsversteigerung seines Privathauses. All das will sich Klaus S. nicht gefallen lassen.

Und wieder hat Klaus S. (l) einen Prozess verloren. Hier mit seinem Anwalt und Freundin Ursula.
Und wieder hat Klaus S. (l) einen Prozess verloren. Hier mit seinem Anwalt und Freundin Ursula.

Er kämpft - mit Gerichtsprozessen, Beschwerden und Anzeigen. Finanziert mit dem Geld seiner Freundin. Denn er hat nichts mehr. Ursula M. ist bereit, fast alles für ihn zu tun, hat ihm zuliebe sogar eine neue Firma gegründet. Denn nicht mehr zu arbeiten, das ist für Klaus S. auch mit 75 unvorstellbar.

Er ist ein Dickschädel - von Kindesbeinen an. Sein Vater hat ihn oft gedemütigt, erniedrigt, sagte immer wieder: "Alles, was du mal wirst, das fängt mit 'Hilfs-' an: Hilfsarbeiter, Hilfszeitungsausträger und, und, und..." Der Vater schlug ihn grün und blau. Einmal hat er ihm ein Brett mit Nägeln in den Rücken gerammt, so dass er blutete. Die Angst, vernichtet zu werden, sitzt tief und ist allgegenwärtig. Ursula glaubt, dass das der Grund dafür ist, dass er immer weiter kämpfen muss. "Er kämpft und kämpft. Wahrscheinlich bis er tot umfällt. Aber ich stehe zu ihm. Wenn ich ihn jetzt hängen lasse, dann steht er da ganz alleine. Wir müssen da jetzt einfach durch."

Donnerstag, 12.03.2015,   22.30 Uhr

Menschen hautnah: Alt, verliebt und kämpferisch

Ein Film von Erika Fehse

Kabarettisten für die Meinungsfreiheit

Moderation: Jürgen Becker

© WDR/Melanie Grande
© WDR/Melanie Grande

Nous sommes Charlie.

Anlässlich des Attentats auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" kommen die "Mitternachtsspitzen" mit einer EXTRA-Ausgabe ins Programm.

Samstag, 17. Januar 2015
21.45 - 22.30 Uhr, WDR Fernsehen
Mitternachtsspitzen EXTRA - Kabarettisten

Jürgen Becker, Wilfried Schmickler und Uwe Lyko als Helmut Schmidt sowie die Gäste Enissa Amani, Thomas Reis und Serdar Somuncu schwingen die Fahne der Freiheit: Jeder Jeck soll seine Meinung sagen, Kabarettisten und Satiriker ihren Spott formulieren dürfen. Denn dieses große Gut unserer freiheitlichdemokratischen Grundordnung gehört schließlich allen: den Christen, Juden, Moslems und den Ungläubigen hierzulande.

Oder, wie Gastgeber Jürgen Becker mit Blick auf die Kulturgeschichte der Menschheit rheinischfröhlich argumentiert: Die Satire ist älter als alle derzeit gängigen Weltreligionen, weshalb alle heutigen Glaubensrichtungen sich der Satire unterordnen sollten.

http://bit.ly/1KQfBte