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Brain Bugs

Brain BugsDas Buch "Brain Bugs" von Dean Buonomano beschreibt die Denkfehler unseres Gehirns in beeindruckender Weise. Es geht der Frage nach, weshalb uns unser Gehirn derart oft betrügt. Warum wir Menschen misstrauen, die uns nicht gleichen. Und warum wir oft Entscheidungen treffen, die völlig irrational sind.

Das Gehirn ist das komplexeste und faszinierendste Organ unseres Körpers, das über eine gigantische Speicherkapazität verfügt. Oft können wir jedoch auf diesen Speicher nicht mehr zugreifen. Dann stellen wir bedauernd fest, dass wir vergesslich sind.

Doch Vergessen ist mindestens so wichtig, wie erinnern - auch wenn man das nicht gerne glauben möchte. Wir vergessen jedoch nicht nur, sondern wir erinnern uns häufig falsch. Ein Phänomen, das vor allem die Justiz kennt. Aber damit nicht genug, wir lassen uns auch durch Fragen oder Erzählungen in unseren eigenen Erinnerungen beeinflussen, ohne dies zu bemerken.

Wir können uns sehr viel schlechter Namen von Personen merken als deren Berufe. Ein Bauer (Landwirt) bleibt uns deshalb eher im Gedächtnis als ein Herr Bauer.

Auch der Umgang mit Zahlen ist unserem Gehirn eher fremd, deshalb treffen wir öfter falsche Entscheidungen, wenn es darum geht, Geldbeträge und Zeitspannen einzuschätzen. Die Abzinsung der Zeit ist unserem Gehirn gänzlich fremd.

Wenn Ihnen jemand 100 € sofort oder 120 € in einem Monat anbietet, wie entscheiden Sie sich? Immerhin sind 20 € in vier Wochen eine gigantische Verzinsung. Und dennoch entscheiden sich die meisten Menschen für die 100 €, weil sie diese sofort bekommen. Getreu dem Motto: „Was man hat, das hat man“. Logisch ist das allerdings nicht.

Fehleinschätzungen finden sich auch gehäuft im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten. Der Neurowissenschaftler Buonomano beschreibt dies anhand eines Experiments, das mit 160 Gynäkologen in den USA durchgeführt wurde. Sie sollten die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebserkrankungen einschätzen. Die Mehrheit, das waren immerhin 80 % der Ärzte, lag mit ihrer Einschätzung daneben. Ein ähnliches Experiment machte man mit deutschen Ärzten. Es ging um das Verständnis von Nebenwirkungen im Beipackzettel von Medikamenten. Das Chart zeigt, dass auch hier die meisten Ärzte mit ihrer Einschätzung total daneben lagen. Ärzte-Auskunft Risiken

Religionen und Werbebranche machen sich die „Brain Bugs“ zu nutze. Sie manipulieren uns geschickt mit Versprechungen, die wir nur allzu gerne glauben wollen.

Dem Glauben widmet Buonomano unter der Überschrift „Die Übernatürlichkeitsmacke“ ein ganzes Kapitel.

Warum manche Meinungen sich durch Tatsachen kaum beeinflussen lassen, wissen wir nicht, schreibt der Autor im letzten Teil. Und weiter:

„Unser hartnäckiges Festhalten an falschen oder irrationalen Überzeugungen ist nur einer von vielen Bereichen, in denen Bugs unseres Gehirns zusammenwirken und so schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.“

An aktuellen Beispielen mangelt es hier leider nicht.

„Eine spannende Tour durch die systematischen Schwächen und Fehler des menschlichen Denkens“, schrieb die New York Times. Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

"Brain Bugs" von Dean Buonomano

Die Denkfehler unseres Gehirns

erschienen im Huber Verlag

Übersetzt von Sebastian Vogel

317 Seiten, 10 Abbildungen, gebunden,  24,95 €,  35.50 CHF

 

Eine Großmutter, zwei Babys, eine Beinprothese - diese unglaublichen Dinge haben Mietwagen-Kunden von Goldcar im Leihwagen vergessen

·         Schussmunition, eine Polizeimarke, Gebisse und ein japanisches Langschwert: eine Liste der  ungewöhnlichsten Dinge, die Goldcar Kunden bei der Rückgabe ihres Mietwagens im Auto vergessen haben

Berlin, 11. November 2015 - Das Ende der Urlaubszeit kommt meistens viel zu schnell und früher als gedacht. Viele Urlauber schieben unbequeme Gedanken an Bürostress und Alltagstrott einfach beiseite, sodass der Abreisetag oft überraschend da ist. Diese Verdrängungsstrategie erklärt womöglich die Hitliste der ungewöhnlichsten Dinge, die Kunden von Goldcar, eines der führenden Unternehmen für Autovermietungen im Freizeitbereich, in ihren Mietwagen am Ende des Urlaubs zurückgelassen haben.

Neben ganz gewöhnlichen Fundsachen wie Schlüsseln, elektronischen Kleingeräten oder Kleidungsstücken, fanden die Mitarbeiter von Goldcar im letzten Sommer aber auch überaus außergewöhnliche "Fundstücke"! In einer Goldcar Filiale in Sevilla hatte eine Familie zum Beispiel einfach die Großmutter im Mietwagen vergessen. Unglaublich und schwer zu verstehen: Gleich zweimal wurden sogar Babys in ihren Kindersitzen bei der Rückgabe vergessen - aber von den aufgelösten Eltern gleich kurz darauf glücklicherweise wieder abgeholt.

Tonica Safont, Leiterin des Kundenservices, erklärt: "Solche Vorfälle sind natürlich die Ausnahme bei uns, sind aber genauso tatsächlich schon passiert. Glücklicherweise immer mit einem Happy End, oft bereits Minuten später. Hauptgrund für diese Vorfälle bei Goldcar, so absurd sie auch erscheinen mögen, ist oft schlicht die Eile, um noch einen Flug oder einen Zug zu erwischen. Wir haben 69 Filialen am Mittelmeer und betreuen eine Flotte von mehr als 42.000 Fahrzeugen - da passieren kuriose Dinge beinahe täglich."

Das Reinigungspersonal fand in den Leihfahrzeugen auch schon einmal eine Beinprothese oder eine Schachtel mit Schussmunition. Krücken, eine Polizeimarke, ein schickes Abendkleid, ein Gebiss, ein japanisches Langschwert im Kofferraum, gehören ebenfalls zu den kuriosesten Fundstücken im zurückgegebenen Mietwagen von Urlaubern. "Manchmal" - so Safont - "sind es aber nicht einmal die Gegenstände selbst, die für das größte Erstaunen sorgen, sondern die Reaktionen der Besitzer, die sich bei uns gemeldet haben, nachdem sie feststellten, dass sie etwas bei Goldcar vergessen hatten. Einmal rief uns ein Kunde an, der ein Dutzend Eier im Leihwagen vergessen hatte. Er bestand darauf, dass wir ihm diese als Express-Lieferung zuschicken. Ein anderes Mal rief eine Kundin an, deren Bikini wir zwischen den Sitzen gefunden hatten. Sie war sehr aufgewühlt und wir mussten ihr am Telefon versichern, dass wir ihr den  Bikini unversehrt und auf der Stelle zurückschicken werden."