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Edward Snowden riskierte alles, um das System der Massenüberwachung durch die US-Regierung aufzudecken. Jetzt erzählt er seine Geschichte. »Mein Name ist Edward Snowden. Sie halten dieses Buch in Händen, weil ich etwas getan habe, das für einen Mann in meiner Position sehr gefährlich ist

Ankündigung - eine Rezension folgt

Edward Snowden, Permanent Record,
Edward Snowden riskierte alles, um das System der Massenüberwachung durch die US-Regierung aufzudecken. Jetzt erzählt er seine Geschichte. »Mein Name ist Edward Snowden. Sie halten dieses Buch in Händen, weil ich etwas getan habe, das für einen Mann in meiner Position sehr gefährlich ist: Ich habe beschlossen, die Wahrheit zu sagen.« Mit 29 Jahren schockiert Edward Snowden die Welt: Als Datenspezialist und Geheimnisträger für NSA und CIA deckt er auf, dass die US-Regierung heimlich das Ziel verfolgt, jeden Anruf, jede SMS und jede E-Mail zu überwachen. Das Ergebnis wäre ein nie dagewesenes System der Massenüberwachung, mit dem das Privatleben jeder einzelnen Person auf der Welt durchleuchtet werden kann. Edward Snowden trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er macht die geheimen Pläne öffentlich. Damit gibt er sein ganzes bisheriges Leben auf. Er weiß, dass er seine Familie, sein Heimatland und die Frau, die er liebt, vielleicht nie wiedersehen wird. Ein junger Mann, der im Netz aufgewachsen ist. Der zum Spion wird, zum Whistleblower und schließlich zum Gewissen des Internets. Jetzt erzählt Edward Snowden seine Geschichte selbst. Dieses Buch bringt den wichtigsten Konflikt unserer Zeit auf den Punkt: Was akzeptieren wir – und wo müssen wir anfangen Widerstand zu leisten?

Erschienen bei Fischer (ET 17-09-19), ISBN 978-3-10-491167-0

Zu jung für alt - Vom Aufbruch in die Freiheit nach dem Arbeitsleben

Dieter Bednarz spricht mir aus der Seele, wenn er schreibt:

Buchcover "Zu jung für alt"„Sie denken eher an Rente als an Revolution? Macht nichts. Unsere Revolution beginnt damit, dass wir mit dem Klischee aufräumen, es sei das Vorrecht der Jungen und Wilden, Barrikaden zu stürmen und gegen gesellschaftliche Missstände aufzubegehren.“

Zu Hause rumsitzen, den Garten umgraben oder ständig auf Kreuzfahrt gehen, das sind nicht die Perspektiven, die der neuen Generation #Rente gut zu Gesicht stehen. Zu dieser Erkenntnis kommt man spätestens, wenn man das Buch von Dieter Bednarz mit Freude gelesen hat.

Alt sind immer nur die anderen, dacht auch er. Nach über dreißig Jahren beim Spiegel kommt er schwer ins Grübeln, als sein Chef ihn auf den Vorruhestand anspricht. Und es wird nicht besser, als seine Frau ihm ein Rentnerticket kauft…. Aber Gange machen gilt nicht, findet er, und beschließt, sich dem Abenteuer Alter zu stellen.

Dieter Bednarz nimmt die Leser mit auf seine Reise zu Experten und Betroffenen: Er begegnet Menschen, die ihn ermutigen, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Obwohl ich gerade ein paar andere tolle Bücher lese, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, dieses Buch im Eiltempo zu verschlingen. Die 272 Seiten sind hoch spannend und sehr informativ.

Weder am Buch selbst noch am Autor gibt es für mich etwas zu kritisieren. Allerdings ist mir beim Stöbern im Netz aufgefallen, dass es fast nur Männer sind, die über die Zeit nach dem Berufsleben schreiben. Warum eigentlich? Gehen Frauen viel lockerer in Rente? Oder glauben sie, dass das andere Menschen nicht interessieren könnte, wie sie die Zeit kurz vor und in der Rente erleben?

Wenn es um Frauen geht, die älter werden, dann geht es um Schönheit im Alter und ähnliche Dinge. Männer machen sich da keine Gedanken. Warum auch? Frauen werden alt, Männer interessant. Man denke nur an den Mann mit den grauen Schläfen, der sich scheinbar einem regen Interesse von jungen Frauen erfreuen darf.

Deshalb ist es dringend nötig, die stereotypischen Altersbilder zu verändern. Und dabei geht es nicht nur um ältere Menschen an sich, sondern auch um ein neues Frauenbild. Die fitten Alten sind oft gar nicht männlich. Das zeigen letztendlich auch die Statistiken. Frauen werden immer noch älter als Männer.

Zurück zum Buch von Dieter Bednarz. Meine Leseempfehlung gilt auch für Frauen.

Über den Autor:

Dieter Bednarz ist Jahrgang 1956, ist Autor, Dozent und Vortragsreisender. Als politischer Korrespondent des Spiegel berichtet er vor allem über den Nahen und Mittleren Osten. Als Autor machte er sich vor allem durch seine persönlich gefärbten Sachbücher, von denen zwei verfilmt wurden einen Namen.

Zu jung für alt – Vom Aufbruch in die Freiheit nach dem Arbeitsleben

272 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-89684-265-7, € 19,00

Erscheinungstermin: 24. September 2018 – auch als E-Book erhältlich

 

Warum trennen sich Paare nach mehr als 30 gemeinsamen Jahren?

Dieser Frage ist die Schweizerin Pasqualina Perrig-Chiello nachgegangen. Sie hat dazu 2000 Paare befragt und herausgekommen ist nicht nur ein interessantes Forschungsprojekt, sondern auch ein lesenswertes Buch mit dem schönen Titel „Wenn die Liebe nicht mehr jung ist“.

Am 22. Januar 2018 hatte das Tandem Institut in Freiburg Frau Prof. Pasqualina Perrig-Chiello zu einem Workshop eingeladen mit dem Titel „Wenn die Liebe nicht mehr jung ist - Warum viele langjährige Partnerschaften zerbrechen und andere nicht“.

Die Scheidungsraten bei Langzeitehen sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Wir wussten bislang erstaunlich wenig darüber, denn die wissenschaftliche Forschung fokussierte sich bis vor kurzem fast ausschließlich auf Scheidungen von Paaren mit minderjährigen Kindern.

Um so mehr interessiert waren die Teilnehmer*innen des Workshops, ob es ein Rezept für lebenslange glückliche Partnerschaften gibt.

Ja, die gibt es:

Wichtige Merkmale sind Respekt und Wertschätzung sowie eine gute Balance zwischen Gemeinsamkeit und Abgrenzung. Und es geht um Verzeihen und Vertrauen, da es keine Beziehung ohne Krisen gibt.

Krise oder Chance?

Sind späte Scheidungen Krisen, die das Tor für einen guten Neubeginn darstellen, oder vielmehr der Anfang chronischen Leidens? Darauf kann es keine allgemein gültige Antwort geben, da Menschen nun mal sehr verschieden sind. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass bei Männern die Trennung oft mit einem Burn- Out einhergeht. Wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert, kommt es vor allem bei Männern vermehrt zu Problemen im Beruf.

Frauen hingegen suchen sehr viel häufiger externe professionelle Hilfe. Und Frauen haben meist ein gut funktionierendes soziales Umfeld, das ihnen bei der Bewältigung der Trennungsproblematik hilft.

Obwohl Männer sich häufiger wegen einer anderen Partnerin trennen, sind es die Frauen, die mehrheitlich die Scheidung einreichen.

Chart: "Eheliche Trennung"

 

„Scheidung und Verwitwung gehören zu den schwierigsten Lebenssituationen in unserer westlichen Welt. Dies hat Auswirkungen auf das gesamte Leben, insbesondere aber auf psychischer und körperlicher Ebene: depressive Symptome, Suizidgedanken, Einsamkeit, Broken-Heart-Syndrom“.

Langjährige glückliche Paare verfügen über eine hohe Kommunikationskompetenz. Sie reden miteinander, können sich gemeinsam über Dinge und Ereignisse freuen. Sie wertschätzen und respektieren einander. Krisen werden aktiv bewältigt, nicht totgeschwiegen.

Der demografische Wandel bringt es mit sich, dass in Zukunft immer mehr Paare sich im fortgeschrittenen Alter trennen werden. Für unsere Gesellschaft bedeutet dies eine neue Herausforderung vor allem mit Blick auf eine starke Zunahme von Single-Haushalten. Die Politik täte gut daran, wenn sie Rahmenbedingungen für neue Wohnformen fördern würde. Nur so können wir einer Vereinsamung der Gesellschaft entgegenwirken.

Im Anschluss an den Workshop habe ich noch ein kurzes Interview mit Frau Prof. em. Pasqualina Perrig-Chiello geführt.

Alterskompetenz: "Was hat Sie veranlasst gerade langjährige Beziehungen zu untersuchen?"

Perrig-Chiello: "Mich hat vor allem interessiert, weshalb so viele langjährige Beziehungen auseinandergehen. Das sind natürlich zum einen gesellschaftliche Gründe, aber mich haben die individuellen paarspezifischen Gründe interessiert. Und ich wollte wissen, wie es langjährigen Partnerschaften geht, da wir eine langlebige Gesellschaft sind, die dazu noch einen Wertewandel durchmacht. Und da gab es bislang noch keine Antworten. Diese Langzeitstudien haben mir geholfen, Antworten zu finden."

Alterskompetenz: "Was sagen Sie Leuten, die Sie nach einem Rezept für langjährige gute Beziehungen fragen?"

Perrig-Chiello: "Es gibt kein Rezept! Aber es gibt viele Wege, um glücklich zu werden in langjährigen Beziehungen. Es braucht ein bisschen Glück, aber man kann dem Glück auf die Sprünge helfen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man sich gemeinsam weiterentwickeln darf, ohne dabei die eigene Weiterentwicklung aus den Augen zu verlieren. Damit die Beziehung lebendig bleibt. Die eigenen Freiräume erhalten, aber immer wieder zurückfinden zu den gemeinsamen Projekten und den gemeinsamen Zielen."

Alterskompetenz: "Glauben Sie, dass die Digitalisierung Beziehungen auf lange Sicht verändern wird?"

Perrig-Chiello: "Ich glaube schon, dass die Digitalisierung eine neue Dynamik hineinbringen wird. Auf der anderen Seite haben wir psychologische Momente, die gleichbleibend sind. Das ist der Wunsch nach Vertrauen, nach Treue, nach Exklusivität. Das wird sich nicht verändern. Die neuen Rahmenbedingungen machen es allerdings nicht einfacher."

Das Interview führte Ria Hinken für Alterskompetenz.

Bis dass der Tod uns scheidet?

Wenn die Liebe nicht mehr jung ist

WaruBuchcover "Wenn die Liebe nicht mehr jung ist"m viele langjährige Partnerschaften zerbrechen und andere nicht

von Pasqualina Perrig-Chiello

ISBN: 9783456855875
2017, 232 Seiten,, € 24,95,

eBook: PDF & EPUB 21,99

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"Auch die Weisheit wächst mit den Jahren"

schreibt nicht nur die Badische Zeitung in einem Artikel über das Älter werden. Das sagte gestern in der Abendvorlesung in der Uniklinik auch *Prof. Dr. Mathias Berger. Er selbst darf allerdings hier und da noch etwas an seiner Gelassenheit üben. Er regte sich doch tatsächlich sehr darüber auf, dass Altbundeskanzler Helmut Schmidt stets qualmend im Fernsehen auftritt. Schmidt sei damit ein extrem schlechtes Vorbild für die Jugend, so Berger weiter. Und Alterskompetenz beweise Schmidt damit auch nicht.

Lieber Herr Prof. Berger, wir meinen, dass Altbundeskanzler Schmidt so viel qualmen kann, wie er will, ohne einen größeren Schaden bei Jugendlichen damit anzurichten. Wir glauben, dass die Jungen intelligent genug sind, um einem alten Mann das Rauchen zu gönnen. Und die weniger intelligenten Jugendlichen werden den Altkanzler wohl kaum zum Vorbild haben.

Die Abendvorlesung war insgesamt eine gelungene Veranstaltung. Sowohl Prof. Berger als auch Dr. Klöppel boten dem zahlreich erschienen Publikum einen unterhaltsamen und informativen Vortrag.

Es wäre schön, wenn die Veranstalter darauf achten würden, dass der Hörsaal nicht so überfüllt ist, dass im Notfall eine schnelle Räumung des Saales nicht möglich wäre, weil, die Zuhörer die Durchgänge (Stufen) blockieren.

Die nächsetn Termine:

Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik,
Hugstetter Straße 55, Freiburg 
Beginn: 19.00 Uhr

22. Juli 2015: Gehirn und Körper
Wer beeinflusst wen? Wie Seele und Körper zusammenwirken
Prof. Dr. Michael Wirsching und Prof. Dr. Stefan Schmidt, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Leider war der Vortrag von Prof. Wirsching viel zu lang. Schlecht vorgetragen war er außerdem auch noch. Damit kam der Beitrag von Prof. Schmidt viel zu kurz. Viele Zuhörer waren darüber verärgert. Sie hätten gerne mehr Informationen von Prof. Schmidt erhalten. Hier wurde mal wieder deutlich, dass die "Selbstdarsteller", wenn sie dann auch noch Chef sind, ihre eigenen Interessen in den Mittelpunkt ihrer Handlung stellen.

29. Juli 2015: Gehirn und Krankheit
Die Abschaffung der Schizophrenie? Die Neudefinition der psychiatrischen Krankheiten
Prof. Dr. Ludger Tebartz van Elst, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie