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Zu jung für alt

Zu jung für alt - Vom Aufbruch in die Freiheit nach dem Arbeitsleben

Dieter Bednarz spricht mir aus der Seele, wenn er schreibt:

Buchcover "Zu jung für alt"„Sie denken eher an Rente als an Revolution? Macht nichts. Unsere Revolution beginnt damit, dass wir mit dem Klischee aufräumen, es sei das Vorrecht der Jungen und Wilden, Barrikaden zu stürmen und gegen gesellschaftliche Missstände aufzubegehren.“

Zu Hause rumsitzen, den Garten umgraben oder ständig auf Kreuzfahrt gehen, das sind nicht die Perspektiven, die der neuen Generation #Rente gut zu Gesicht stehen. Zu dieser Erkenntnis kommt man spätestens, wenn man das Buch von Dieter Bednarz mit Freude gelesen hat.

Alt sind immer nur die anderen, dacht auch er. Nach über dreißig Jahren beim Spiegel kommt er schwer ins Grübeln, als sein Chef ihn auf den Vorruhestand anspricht. Und es wird nicht besser, als seine Frau ihm ein Rentnerticket kauft…. Aber Gange machen gilt nicht, findet er, und beschließt, sich dem Abenteuer Alter zu stellen.

Dieter Bednarz nimmt die Leser mit auf seine Reise zu Experten und Betroffenen: Er begegnet Menschen, die ihn ermutigen, sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Obwohl ich gerade ein paar andere tolle Bücher lese, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, dieses Buch im Eiltempo zu verschlingen. Die 272 Seiten sind hoch spannend und sehr informativ.

Weder am Buch selbst noch am Autor gibt es für mich etwas zu kritisieren. Allerdings ist mir beim Stöbern im Netz aufgefallen, dass es fast nur Männer sind, die über die Zeit nach dem Berufsleben schreiben. Warum eigentlich? Gehen Frauen viel lockerer in Rente? Oder glauben sie, dass das andere Menschen nicht interessieren könnte, wie sie die Zeit kurz vor und in der Rente erleben?

Wenn es um Frauen geht, die älter werden, dann geht es um Schönheit im Alter und ähnliche Dinge. Männer machen sich da keine Gedanken. Warum auch? Frauen werden alt, Männer interessant. Man denke nur an den Mann mit den grauen Schläfen, der sich scheinbar einem regen Interesse von jungen Frauen erfreuen darf.

Deshalb ist es dringend nötig, die stereotypischen Altersbilder zu verändern. Und dabei geht es nicht nur um ältere Menschen an sich, sondern auch um ein neues Frauenbild. Die fitten Alten sind oft gar nicht männlich. Das zeigen letztendlich auch die Statistiken. Frauen werden immer noch älter als Männer.

Zurück zum Buch von Dieter Bednarz. Meine Leseempfehlung gilt auch für Frauen.

Über den Autor:

Dieter Bednarz ist Jahrgang 1956, ist Autor, Dozent und Vortragsreisender. Als politischer Korrespondent des Spiegel berichtet er vor allem über den Nahen und Mittleren Osten. Als Autor machte er sich vor allem durch seine persönlich gefärbten Sachbücher, von denen zwei verfilmt wurden einen Namen.

Zu jung für alt – Vom Aufbruch in die Freiheit nach dem Arbeitsleben

272 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-89684-265-7, € 19,00

Erscheinungstermin: 24. September 2018 – auch als E-Book erhältlich