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Warum trennen sich Paare nach mehr als 30 gemeinsamen Jahren?

Dieser Frage ist die Schweizerin Pasqualina Perrig-Chiello nachgegangen. Sie hat dazu 2000 Paare befragt und herausgekommen ist nicht nur ein interessantes Forschungsprojekt, sondern auch ein lesenswertes Buch mit dem schönen Titel „Wenn die Liebe nicht mehr jung ist“.

Am 22. Januar 2018 hatte das Tandem Institut in Freiburg Frau Prof. Pasqualina Perrig-Chiello zu einem Workshop eingeladen mit dem Titel „Wenn die Liebe nicht mehr jung ist - Warum viele langjährige Partnerschaften zerbrechen und andere nicht“.

Die Scheidungsraten bei Langzeitehen sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Wir wussten bislang erstaunlich wenig darüber, denn die wissenschaftliche Forschung fokussierte sich bis vor kurzem fast ausschließlich auf Scheidungen von Paaren mit minderjährigen Kindern.

Um so mehr interessiert waren die Teilnehmer*innen des Workshops, ob es ein Rezept für lebenslange glückliche Partnerschaften gibt.

Ja, die gibt es:

Wichtige Merkmale sind Respekt und Wertschätzung sowie eine gute Balance zwischen Gemeinsamkeit und Abgrenzung. Und es geht um Verzeihen und Vertrauen, da es keine Beziehung ohne Krisen gibt.

Krise oder Chance?

Sind späte Scheidungen Krisen, die das Tor für einen guten Neubeginn darstellen, oder vielmehr der Anfang chronischen Leidens? Darauf kann es keine allgemein gültige Antwort geben, da Menschen nun mal sehr verschieden sind. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass bei Männern die Trennung oft mit einem Burn- Out einhergeht. Wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert, kommt es vor allem bei Männern vermehrt zu Problemen im Beruf.

Frauen hingegen suchen sehr viel häufiger externe professionelle Hilfe. Und Frauen haben meist ein gut funktionierendes soziales Umfeld, das ihnen bei der Bewältigung der Trennungsproblematik hilft.

Obwohl Männer sich häufiger wegen einer anderen Partnerin trennen, sind es die Frauen, die mehrheitlich die Scheidung einreichen.

Chart: "Eheliche Trennung"

 

„Scheidung und Verwitwung gehören zu den schwierigsten Lebenssituationen in unserer westlichen Welt. Dies hat Auswirkungen auf das gesamte Leben, insbesondere aber auf psychischer und körperlicher Ebene: depressive Symptome, Suizidgedanken, Einsamkeit, Broken-Heart-Syndrom“.

Langjährige glückliche Paare verfügen über eine hohe Kommunikationskompetenz. Sie reden miteinander, können sich gemeinsam über Dinge und Ereignisse freuen. Sie wertschätzen und respektieren einander. Krisen werden aktiv bewältigt, nicht totgeschwiegen.

Der demografische Wandel bringt es mit sich, dass in Zukunft immer mehr Paare sich im fortgeschrittenen Alter trennen werden. Für unsere Gesellschaft bedeutet dies eine neue Herausforderung vor allem mit Blick auf eine starke Zunahme von Single-Haushalten. Die Politik täte gut daran, wenn sie Rahmenbedingungen für neue Wohnformen fördern würde. Nur so können wir einer Vereinsamung der Gesellschaft entgegenwirken.

Im Anschluss an den Workshop habe ich noch ein kurzes Interview mit Frau Prof. em. Pasqualina Perrig-Chiello geführt.

Alterskompetenz: "Was hat Sie veranlasst gerade langjährige Beziehungen zu untersuchen?"

Perrig-Chiello: "Mich hat vor allem interessiert, weshalb so viele langjährige Beziehungen auseinandergehen. Das sind natürlich zum einen gesellschaftliche Gründe, aber mich haben die individuellen paarspezifischen Gründe interessiert. Und ich wollte wissen, wie es langjährigen Partnerschaften geht, da wir eine langlebige Gesellschaft sind, die dazu noch einen Wertewandel durchmacht. Und da gab es bislang noch keine Antworten. Diese Langzeitstudien haben mir geholfen, Antworten zu finden."

Alterskompetenz: "Was sagen Sie Leuten, die Sie nach einem Rezept für langjährige gute Beziehungen fragen?"

Perrig-Chiello: "Es gibt kein Rezept! Aber es gibt viele Wege, um glücklich zu werden in langjährigen Beziehungen. Es braucht ein bisschen Glück, aber man kann dem Glück auf die Sprünge helfen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man sich gemeinsam weiterentwickeln darf, ohne dabei die eigene Weiterentwicklung aus den Augen zu verlieren. Damit die Beziehung lebendig bleibt. Die eigenen Freiräume erhalten, aber immer wieder zurückfinden zu den gemeinsamen Projekten und den gemeinsamen Zielen."

Alterskompetenz: "Glauben Sie, dass die Digitalisierung Beziehungen auf lange Sicht verändern wird?"

Perrig-Chiello: "Ich glaube schon, dass die Digitalisierung eine neue Dynamik hineinbringen wird. Auf der anderen Seite haben wir psychologische Momente, die gleichbleibend sind. Das ist der Wunsch nach Vertrauen, nach Treue, nach Exklusivität. Das wird sich nicht verändern. Die neuen Rahmenbedingungen machen es allerdings nicht einfacher."

Das Interview führte Ria Hinken für Alterskompetenz.

Bis dass der Tod uns scheidet?

Wenn die Liebe nicht mehr jung ist

WaruBuchcover "Wenn die Liebe nicht mehr jung ist"m viele langjährige Partnerschaften zerbrechen und andere nicht

von Pasqualina Perrig-Chiello

ISBN: 9783456855875
2017, 232 Seiten,, € 24,95,

eBook: PDF & EPUB 21,99

hogrefe

 

 

Wenn mein Mond deine Sonne wäre

Ein musikalisches Begegnungsprojekt für Jung und Alt zum Generationenkonzert des SWR Symphonieorchesters

Fyleransicht Wenn mein Mond deine Sonne wäre

 

Andreas Steinhöfels Geschichte „Wenn mein Mond deine Sonne wäre“ handelt von der besonderen Beziehung zwischen Max und seinem Großvater – und vom „großen Vergessen“, der Demenz. Zwölf  kurze Orchesterstücke von Sergej Prokofiew und Georges Bizet inspirierten Steinhöfel zu dieser Erzählung, in der Max seinen Großvater entführt.

Das Thema dieser Geschichte mit Musik ist vor allem die Begegnung zwischen den Generationen – mit Lebensfreude, Fantasie und gegenseitiger Wertschätzung. Deshalb wollen wir zu den drei Konzerten des SWR Symphonieorchesters in Stuttgart, Villingen-Schwenningen und Freiburg eine solche Begegnung zwischen Grundschulkindern und Senioren in gemeinsamen kreativen Workshops mit Musik ermöglichen und begleiten.

Höhepunkt des Projekts ist der gemeinsame Besuch des Generationenkonzerts „Wenn mein Mond deine Sonne wäre“ im Juni 2018.

Damit wendet sich die Musikvermittlung des SWR Symphonieorchesters erstmals auch an Senioren.  Unser Ziel ist es, nachhaltige, regelmäßige Angebote zu entwickeln und ein Netzwerk für die Generationenarbeit zu schaffen.

Wer kann mitmachen?

• Menschen, die in Senioreneinrichtungen leben – ob mit und ohne Demenz.
Wichtig ist die Freude an der Musik und an der Interaktion.
• Grundschulkinder (3. und 4. Klassen), 5. Klassen von weiterführenden Schulen.

In jeder Workshop-Gruppe begegnen sich 10 Kinder und 10 Senioren. An jedem Spielort können wir bis zu 100 Kindern und 100 Senioren die Teilnahme an dem Projekt ermöglichen.

Im engen Kontakt mit unseren Ansprechpartnern in Schulen und Seniorenheimen passen wir die Begegnungsworkshops an die individuellen Gegebenheiten der Senioreneinrichtungen und Schulen an.
Ziel ist es, dass Schule und Senioreneinrichtung möglichst nah beieinander liegen, um eine nachhaltige  „Nachbarschaft“ aufzubauen. Bereits bestehende Partnerschaften und Erfahrungen binden wir gerne in das Projekt ein.

Die Musikvermittler und Projektleiter Jasmin Bachmann (SWR Symphonieorchester, Stuttgart), Wolfram Lamparter (SWR Symphonieorchester, Freiburg) und Susanne Wolf (Kulturamt Villingen-Schwenningen) stehen für Ihre Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Wie läuft es ab?

April 2018 (nach den Osterferien)
Infoveranstaltungen und erstes Kennenlernen mit anschließender Einladung zum SWR-
Konzertbesuch für die beteiligten Musiker, Lehrer und Ansprechpartner der
Senioreneinrichtungen an den Spielorten Stuttgart (13. April) und Freiburg (15. April). Der
Termin für Villingen-Schwenningen wird noch bekannt gegeben.

In den folgenden Wochen (bis zu den Pfingstferien) beschäftigen sich die Schulklassen und
Seniorengruppen selbstständig auf der Basis des Hörbuchs und einer Materialmappe, die wir
Ihnen zur Verfügung stellen, mit der Geschichte. Auch ein erstes Kennenlernen zwischen Schule
und Senioreneinrichtung kann vermittelt werden.

• 1.- 3. Juniwoche 2018:
Drei gemeinsame Workshops in jeder Begegnungsgruppe, gestaltet und begleitet von einem
Musiker des SWR Symphonieorchesters und einem SWR Projektleiter.

Die Workshops dauern in der Regel 60 (bis max. 90) Minuten und finden in der
Senioreneinrichtung, bei entsprechender Mobilität auch wechselseitig in der Schule statt.
Voraussichtlich sind auch Nachmittagstermine erforderlich.

Die Workshops umfassen immer musikalische Aktivitäten (gemeinsames Singen, rhythmische
Begleitungen, Erfinden von Klängen, Entdecken einfacher Instrumente, Hören), aber auch
leichte Bewegungen (auch im Sitzen, für Rollstuhlfahrer möglich), bildnerisches Arbeiten und
Erzählen. Zentrales Element in jedem Workshop ist die Gelegenheit zum individuellen,
persönlichen Austausch zwischen Senior und Kind.

• 28./29./30. Juni 2018
Gemeinsamer Besuch des Generationenkonzerts in Villingen-Schwenningen, Franziskaner
Konzerthaus (28.6.), Stuttgart, Liederhalle (29.06.) und Freiburg, Konzerthaus (30.06.) mit Rainer Strecker (Erzähler), dem SWR Symphonieorchester und Sebastian Tewinkel (Dirigent)

Nach dem Vorbild von Max und seinem Großvater entführen die Kinder „ihre“ Seniorengruppe
aus der Einrichtung in den Konzertsaal. Hier sind für die Teilnehmer der Workshops im vorderen Bereich des Parketts Plätze reserviert (auch für Rollstuhlfahrer in ausreichender Anzahl vorhanden).

Was kostet es?

Das Ticket für den Konzertbesuch im Juni 2018 kostet € 7 pro Person.

Die Materialmappe und Teilnahme an den Workshops ist frei.

Informationen und Anmeldung bei den Projektleitern:

Raum Villingen-Schwenningen: Amt für Kultur / Susanne Wolf
T: 07720 994466

susanne.wolf@villingen-schwenningen.de

Raum Freiburg: SWR Symphonieorchester / Wolfram Lamparter

T: 0761 3808 35 330

wolfram.lamparter@SWR.de

Raum Stuttgart: SWR Symphonieorchester / Jasmin Bachmann

T: 0711 929 12592

jasmin.bachmann@SWR.de

Einer aktuellen Umfrage in Baden-Württemberg zufolge haben 72 % aller 1.499 befragten Unternehmen kein eigenes Budget für Maßnahmen des demografie- orientierten Personalmanagements zur Verfügung. *

Ist dies Nicht-Wissen oder Sorglosigkeit? Oder haben deutsche Unternehmer aktuell ganz andere Sorgen?

Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass mit dem Ausscheiden älterer Mitarbeiter auch deren Wissen das Unternehmen verlässt. In den nächsten 5 Jahren wird dies bundesweit bei jedem 4. Mitarbeiter der Fall sein.

Daher bieten wir, die Altersspezialisten, für Geschäftsführer, Personalverantwortliche, Bereichs-, Abteilungs- und Teamleiter einen Tagesworkshop an zum Thema. „ Ältere Mitarbeiter und ihr Know-how in Unternehmen.“

Führungskräfte werden sensibilisiert, das Thema wird von allen Seiten beleuchtet und Wege werden aufgezeigt, wie wertvolles Wissen im Unternehmen gehalten wird.

Wir bieten Ihnen überzeugende Argumente und zeigen aktuelle Methoden auf,

  • die älteren Wissensträger zu identifizieren
  • deren Wissen zu bewerten
  • das Wissen im Unternehmen zu sichern
  • die Kommunikation zwischen jungen und älteren Mitarbeitern zu verbessern

Auf Ihr Interesse freuen sich

Ria & Hans-Josef Hinken

Hier get es zur Anmeldung

 

* Studie Demografie – Exzellenz - Herausforderungen im Personalmanagement, Uwe Schirmer 2015, hrsg. BDU e.V., Bonn

INHOUSE ANGEBOT

Dieser Workshop ist auch als Inhouse - Veranstaltung buchbar. Damit können wir differenzierter auf Ihre spezifischen Fragestellungen eingehen.

Bei Interesse führen wir in Ihrem Unternehmen professionelle Erhebungen durch und erstellen bedarfsgerechte Analysen.

 

Am 212 März 2014 (ein Samstag) von 10.00 bis 17.00 Uhr findet unser erstes ‪Seminar‬ zum Thema

"Mit 65 ist noch lange nicht Schluss - gut vorbereitet in die ‪Rente‬ gehen"

in Freiburg statt. Teilnehmen können Paare und Einzelpersonen. Soblad die Ausschreibung erstellt ist, veröffentlichen wir diese hier auf unserem Blog.

Hier geht es zu einem Artikel, der sich auch mit dem Thema beschäftigt: http://alterskompetenz.info/52/hilfe-mein-mann-geht-in-rente/