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Endlich ist es soweit, die Rente rückt immer näher. Machen, was man schon immer machen wollte?

Und dann ist der Tag X plötzlich da. Wie aus heiterem Himmel. Was, jetzt schon?

Viele Männer bereiten sich auf das Leben nach dem Berufsleben nicht wirklich gut vor. Es wird bis zur letzten Minute verdrängt. Und dann sind sie von einem auf den anderen Tag auf sich selbst gestellt. Alleine mit sich zu Hause.

Für die Partnerinnen dieser Männer fängt hier oft eine schwierige Zeit an. Ganz besonders dann, wenn sie selbst noch einige Jahre bis zur Rente vor sich haben.

Nicht jeder findet Erfüllung darin, ständig nach neuen Kreuzfahrtangeboten zu suchen, die zwar kurzfristig Abwechslung bringen, aber das Problem nicht wirklich lösen.

Es ist schon hart, wenn man das Gefühl hat, dass man nicht mehr gebraucht wird. Die Identifikation mit dem Beruf war zu groß, um von einem auf den anderen Tag ohne jegliche Vorbereitung ein sinnvolles Dasein führen zu können.

So paradox es klingen mag - Ruhestand will gelernt sein!

Einige Frauen haben mir berichtet, dass ihre Männer sich ohne jede Vorwarnung für Hausarbeit interessiert haben.

Angelika D., Anwältin erzählte mir, dass ihr Mann anfing die Wäsche zu bügeln, obwohl er das noch nie vorher gemacht hatte. Allerdings reichte es dann nur für die Geschirrhandtücher, die vorher nie gebügelt worden waren.

Und Franziska F., Ärztin wurde von ihrem Mann mit frisch geschmierten Buttenstullen sorgfältig in eine Tupperdose verpackt beglückt, obwohl sie in den letzten 25 Jahren nicht ein einziges Mal Butterbrote mit in die Praxis genommen hatte.

Je verantwortungsvoller der Job war, desto härter ist der Wechsel. Manche Männer versuchen sich dann, mit einer freiberuflichen Beratertätigkeit das Gefühl von Macht und Wichtigkeit zu erhalten. Oft zu Dumpingpreisen. Das macht sie bei den aktiv im Berufsleben stehenden Mitbewerbern nicht gerade beliebt. Wer finanziell abgesichert ist, könnte sich auch ehrenamtlich betätigen oder ein eigenes Projekt anschieben.

Es erfordert Mut, sich auf die neue Lebenssituation einzulassen! Einlassen und Loslassen, das sind die Herausforderungen, denen sich die Betroffenen stellen sollten, um auch weiterhin ein erfülltes Leben führen zu können.

Altersdepression ist die häufigste psychische Erkrankung im Alter. 10 bis 15 % der Ruheständler leiden daran.

Die Fähigkeit loszulassen ist eine Kunst, die man rechtzeitig trainieren kann, um sie im Bedarfsfall zur Verfügung zu haben. Das geht allerdings nicht von heute auf morgen. Leider lässt sich der „Schalter“ nicht so leicht umlegen.

Was kann FRAU tun, um die herannahende „Katastrophe“ zu verhindern – vor allem, wenn der Partner auf stur stellt?

Eine Patentlösung dafür gibt es nicht. Daher kommen nach und nach immer mehr Unternehmen und Trainer zu dem Schluss, dass es hier Angebote braucht, die für die zunehmende Zahl von „Rentenanwärtern“ Hilfestellung geben. Das neue Zauberwort heißt „Alterskompetenz“.

Im Internet gibt es bereits die ersten Blogs und Social Media Accounts dazu.

Einige Volkshochschulen bieten Workshops an. Männer aus dem Management wird man dort allerdings kaum finden.

Ein Team aus ehemaligen Managern und aktiven Trainern und Trainerinnen entwickeln aktuell ein Konzept, das sich an Führungskräfte und deren Frauen richtet. Mitte Oktober 2014 soll es der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Man darf gespannt sein, ob die Zielgruppe „angehende Ruheständler“ das Angebot annehmen wird.

 

Am 212 März 2014 (ein Samstag) von 10.00 bis 17.00 Uhr findet unser erstes ‪Seminar‬ zum Thema

"Mit 65 ist noch lange nicht Schluss - gut vorbereitet in die ‪Rente‬ gehen"

in Freiburg statt. Teilnehmen können Paare und Einzelpersonen. Soblad die Ausschreibung erstellt ist, veröffentlichen wir diese hier auf unserem Blog.

Hier geht es zu einem Artikel, der sich auch mit dem Thema beschäftigt: http://alterskompetenz.info/52/hilfe-mein-mann-geht-in-rente/