Das Jahr der Frau

14 Sep

 

WDR-Dokumentation über die 70er: „Das Jahr der Frau – 1975“

DER FRAU - 1975, "Aus der Reihe "Unser Land in den 70ern"", "Bild: WDR/dpa"

WDR Fernsehen DAS JAHR DER FRAU – 1975, „Aus der Reihe „Unser Land in den 70ern““ © WDR/dpa

1975 war ein Jahr der starken Frauen – passend zum Internationalen Jahr der Frau. Der sechste Teil der WDR-Reihe über die 70er (Freitag, 15. September, 20.15 Uhr, WDR Fernsehen) erzählt von couragierten Frauen wie der Bonner Studentin Florence Hervé, die sich demonstrierend einmischte, weil sie nicht einsehen wollte, dass sich Familie und Beruf für Frauen in Deutschland ausschließen sollten. „Für mich war das ein großer Schock. Ich kam aus Frankreich, wo die Berufstätigkeit der Frau und der Mütter eine Selbstverständlichkeit war“, erinnert sich Hervé in der Dokumentation. Sie rief den erfolgreichen Kalender „Wir Frauen“ ins Leben.

Keith Jarrett in Köln

Mutig war auch Vera Brandes, die den weltberühmten Jazz-Pianisten Keith Jarrett zu einem Konzert in die Kölner Oper lockte und den Maestro schließlich überredete, zu spielen – obwohl der versprochene Konzertflügel nicht zur Verfügung stand und beim völlig verstimmten Ersatzklavier die Tasten klemmten. Daraus wurde eine der erfolgreichsten Jazzplatten aller Zeiten.

WDR Fernsehen DAS JAHR DER FRAU – 1975, „Aus der Reihe „Unser Land in den 70ern““,
Fünf von vorerst fünfzig weiblichen Sanitätsoffizieren – im Range eines Stabsarztes – der Bundeswehr wurden Anfang Oktober 1975 von Bundesverteidigungsminister Leber auf der Hardthöhe in Bonn vorgestellt (l-r): Sigrid Fuchs, Eva Neuland, Doris von Rottkay, Angela von Porthan und Eva Seiffert. Sie sind ihren männlichen Kollegen gleichgestellt, bekommen jedoch vorerst keine Kampfausrüstung.
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Zahl des Jahres

„Ruf doch mal an!“ – Mit diesem Slogan landete die Post 1975 fast ein geflügeltes Wort, und nur 50 Prozent der Haushalte in NRW hatten damals das begehrte Kommunikationsmittel Telefon.

Gestrandet in NRW

Filmemacher Martin Herzog stellt auch Tu Phuong Le vor, deren Leben sich 1975 komplett veränderte. Als 14-Jährige wurde sie zur medizinischen Versorgung nach NRW eingeflogen und ins Friedensdorf in Oberhausen gebracht. Nach Anbruch des Vietnamkrieges verweigerte die neue Regierung ihr und 100 anderen vietnamesischen Kindern jedoch die Rückkehr in ihre Heimat. Zu Hause in Vietnam machte sich die Familie große Sorgen: „Meine Mutter ist verrückt geworden. Sie hat gedacht, sie wird mich nie wiedersehen.“ Tu Phuong Le war in NRW gestrandet – und fand hier schließlich eine neue Heimat.

Deutlich weniger dramatisch ging es bei den Landtagswahlen zu: drei Parteien und wie immer gewann die SPD. Ministerpräsident Kühn konnte mithilfe der Liberalen weiter regieren. Abenteuerlich wurde es hingegen in Warendorf im Münsterland. Dort fielen im September 1975 bei den ersten Weltmeisterschaften im Formationsspringen zahlreiche Fallschirmspringer vom Himmel – mit dabei natürlich die Weltklasse-Springer aus Remscheid in einer beeindruckenden 10er Formation.

Volljährig mit 18

Seit Anfang 1975 waren junge Leute schon mit 18 volljährig. Prompt schoss die Zahl der Trauungen unter den Jung-Erwachsenen nach oben: in NRW um ein Drittel und damit stärker als in den anderen Bundesländern.

Erzählt wird der Film über das Jahr der Frau natürlich von einem Mann: Comedian Lutz van der Horst kam 1975 in Köln zur Welt.

Ein Film von Martin Herzog

WDR-Redaktion: Barbara Schmitz

Produziert wurde die Filmreihe zu den 70ern von Broadview TV,

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