11 Mai

Wer nach vorne schaut, bleibt länger jung

Lektionen des Lebens – ein Abend in Freiburg mit Henning Scherf

Henning Scherf

Henning Scherf signiert sein Buch © Ria Hinken

Herzenswärme und Menschlichkeit, das sind nicht die einzigen Eigenschaften, die Henning Scherf auszeichnen. Aber sie waren am gestrigen Mittwoch bei seinem Vortragsbesuch in Freiburg sehr präsent.

Der Titel der Veranstaltung lautete: „Mehr Leben- Warum Jung und Alt zusammengehören“. Eingeladen hatte das Mehrgenerationenhaus EBW in Freiburg.

Noch vor dem offiziellen Start, begrüßte HBuchcover enning Scherf die ankommenden Zuschauer ganz individuell und sehr persönlich. Ganz so, als würde er jeden Einzelnen bereits kennen.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte sich die Leitung des Hauses und des Fördervereins vor. Im weiteren Verlauf folgte die Ansprache von Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach.

Sonja Sobotta und Kuno Feierabend stellten ihr neues Angebot für mehr Gemeinsamkeit im Quartier vor.

Generationen: stark
Starke Nachbarschaft – gemeinsam stark im Quartier

heißt die neue Homepage, die an diesem Abend online ging.

www.freiburg-generationenstark.de

Das Publikum hing ihm förmlich an den Lippen ©Ria Hinken

Henning Scherf erzählte – frei von der Leber weg – eine Stunde lang über seine Erfahrungen mit älteren Menschen in den unterschiedlichsten Situationen.
Seine Zuhörer klebten ihm förmlich an den Lippen, als er mit großer Begeisterung von den Erfahrungen mit demenzkranken Menschen berichtete.
Es war wohl für viele Anwesende eine überraschende Information, dass Alzheimerkranke und Demente gerne singen. An die einst in der Kindheit und Jugend erlernten Texte können sich demente Menschen meist noch sehr gut erinnern. Eine Frau war sogar in der Lage 15 Strophen eines Liedes fehlerfrei wiederzugeben, ließ uns Henning Scherf mit sehr großer Begeisterung wissen.

Mit seinem lebendigen Erzählen ließ er sein Publikum an seinen Erlebnissen mit Demenzkranken teilhaben.

Seid offen und geht aufeinander zu, dann ist Altwerden kein Problem

Runter vom Sofa und raus zu den Mitmenschen, das war die konkrete Aufforderung an uns alle.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion Foto: ©Ria Hinken

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es eine Podiumsdiskussion, die von Anita Rüffer moderiert wurde.
Leider war die Moderatorin zu keiner Zeit in der Lage, angemessen auf Einwände der Podiumsteilnehmer und Wortmeldungen aus dem Publikum zu reagieren.
Auf eine recht unsensible Art wollte sie ihren Ablaufplan unbedingt durchsetzen.
Henning Scherf ergriff kurzerhand das Mikro und reichte es an eine Besucherin weiter, die sich zu Wort gemeldet hatte. Der erneute Versuch, der Besucherin das Wort abzuschneiden, gelang ihr auf Druck des Publikums nicht. Anita Rüffer war somit das genaue Gegenteil von Henning Scherf.

Auch wenn viele Fragen nicht gestellt werden konnten, weil die Moderatorin die Veranstaltung kurzerhand für beendet erklärte, wird dieser Abend in sehr positiver Erinnerung bleiben.
Henning Scherf machte Mut, es ihm, den Besuchern und den Mitarbeitern der Mehrgenerationenhäuser gleich zu tun.

Weitere Vorträge und Gespräche mit Henning Scherf finden Sie hier:
https://www.herder.de/autoren/s/henning-scherf/

Henning Scherf, Dr. jur., geb. 1938, war lange Jahre Sozial-, Bildungs- und Justizsenator und von 1995 bis 2005 Bürgermeister und damit Ministerpräsident des Bundeslandes Bremen. Er ist verheiratet, hat drei Kinder, ist neunfacher Großvater und lebt in Deutschlands berühmtester Haus- und Wohngemeinschaft.

Freiburg 10. Mai 2017

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