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CONNEXIONS | GESPRÄCHSREIHE

KÜNSTLERGESPRÄCH | DO 05. JULI 2018, 18.30 | PINAKOTHEK DER MODERNE, ERNST VON SIEMENS-AUDITORIUM | EINTRITT FREI

Olaf Metzel, Reise nach Jerusalem, 2002 Acrylglas, Aluminium, Plastikstühle, Stroboskop, Höhe: 720 cm Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München Foto: Sibylle Forster © Olaf Metzel/VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Olaf Metzel, Reise nach Jerusalem, 2002
Acrylglas, Aluminium, Plastikstühle, Stroboskop, Höhe: 720 cm
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München
Foto: Sibylle Forster
© Olaf Metzel/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

„Reise nach Jerusalem“ ist nicht nur der Titel eines Kinderspiels, sondern auch eines der bekanntesten Werke des Bildhauers Olaf Metzel. Auf der großen Treppe in der Pinakothek der Moderne ist die über sieben Meter hohe Skulptur dauerhaft präsent und mittlerweile zu einem Wahrzeichen des Museums geworden.

Der Titel und die physische (De-)Formation des Werks bringen Olaf Metzels 2002 entstandene „Reise nach Jerusalem“ unmittelbar mit gesellschaftlichen und politischen Konflikten in Verbindung – ob mit den Kinderkreuzzügen des 13. Jahrhunderts, der zionistischen Migration nach Palästina seit dem 19. Jahrhundert oder dem Attentat auf die Olympischen Spiele in München 1972. Die historischen Bezüge machen deutlich, was der Künstler darunter versteht, wenn er von „dreidimensionalen Zeitformen“ spricht.

In vielen seiner Publikationen verknüpft auch Prof. Dr. Stefan Trinks, Kunsthistoriker und Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, unterschiedliche Zeitepochen, zeigt Brüche und Kontinuitäten, Übernahmen und Umdeutungen von Formen auf, ob in der Skulptur oder in der Musik.

Das Gespräch mit Olaf Metzel und Stefan Trinks richtet den Blick auf Zusammenhänge zwischen Kunst und Gesellschaft, Ästhetik und Herrschaft, und lässt Deutungen von Oberflächen, Materialien oder Ornamente als Ausdrucksformen sozialer Kontexte und politischer Situationen zu.

Einführung und Moderation:

Bernhart Schwenk, Leiter der Sammlung Gegenwartskunst, Pinakothek der Moderne

DO 05. JULI, 18.30 | Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium | Eintritt frei

Das Gespräch ist Teil der Veranstaltungsreihe CONNEXIONS, gefördert durch EY.

Paul Klee - Konstruktion des Geheimnisses

Erstmals widmen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dem Werk Paul Klees mit „Konstruktion des Geheimnisses“ eine große Sonderausstellung, die rund 150 Werke umfasst. Im Mittelpunkt stehen Klees produktive Bauhaus-Zeit sowie die Konflikte der Moderne in den 1920er-Jahren. Die Ausstellung zeigt Klee als „denkenden Künstler“, der in seinen Bildern systematisch die Grenzen des Rationalen auslotet und hin zum Geheimnisvollen und Rätselhaften überschreitet.

Aus bedeutenden öffentlichen und privaten Klee-Sammlungen in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan konnten 130 Leihgaben für diese ausschließlich in München präsentierte Ausstellung gewonnen werden. Dazu zählen selten oder seit Jahrzehnten nicht in Deutschland gezeigte Werke Klees. Der umfangreiche Münchner Bestand, zu dem Meisterwerke wie „Der Vollmond“ (1919), „Wachstum der Nachtpflanzen“ (1922), „Abenteurer-Schiff“ (1927) und „Das Licht und Etliches“ (1931) gehören, ist der Ausgangspunkt von „Konstruktion des Geheimnisses“.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die 1920er-Jahre, in denen Klee einer der prägenden Meister am Staatlichen Bauhaus ist. „Konstruktion des Geheimnisses“ zeichnet nach, wie Klee sich in Weimar und Dessau produktiv mit den neuen Herausforderungen einer technisierten, rationalisierten Welt und deren Auswirkungen auf das künstlerische Schaffen auseinandersetzt. Statt der von den Direktoren Walter Gropius und Hannes Meyer geforderten engen Verbindung zwischen Kunst und Technik betont Klee die Bedeutung von Spiel, Intuition und Genie, und fordert in einem Text mit dem Titel „exakte versuche im bereich der kunst“ sogar zur „konstruktion des geheimnisses“ auf. Die Ausstellung führt vor Augen, wie Klee sich in seinem eigenen Werk dieser paradoxen Verknüpfung von Verstand und Mysterium widmet.

Auch am Bauhaus greift Klee dazu immer wieder auf Motive wie Berge, Gestirne, Leitern und Architekturen oder Konzepte wie den Aufstieg und das Schweben zurück. Ausgehend von Klees Selbstbildnissen verfolgt die Ausstellung diese Leitmotive und -ideen durch das gesamte Œuvre hinweg. Die stetigen Variationen und Entwicklungen von Klees Bildwelt zeigen die formale Konsequenz und Kontinuität seines künstlerischen Schaffens auf.

Die Ausstellung präsentiert Leihgaben aus dem Museum of Modern Art, New York, dem Centre Pompidou, Paris, dem National Museum of Modern Art, Tokyo, dem Norton Simon Museum, Pasadena (Kalifornien), dem Zentrum Paul Klee und der Klee-Nachlassverwaltung, Bern, dem Kunstmuseum Basel, dem Museum Berggruen, Berlin, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, sowie zahlreichen weiteren Sammlungen. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine besondere, an die Architektur des Dessauer Meisterhauses angelehnte Ausstellungsszenografie.

Kurator: Dr. Oliver Kase

KATALOG

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog, der in einer deutschen und einer englischen Ausgabe erhältlich ist. Darin werfen Essays von Régine Bonnefoit, Christine Hopfengart, Wolfgang Kersten, Oliver Kase, Cathrin Klingsöhr-Leroy, Christoph Wagner, Stephen Watson und Gregor Wedekind einen neuen Blick auf Klees Schaffen.

Hirmer Verlag, 39,90 €, ca. 456 Seiten und 385 Abbildungen, hrsg. von Oliver Kase für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

KUNSTVERMITTLUNG

Neue Wege der digitalen Kunstvermittlung geht die App #ConstructKlee: sie ermöglicht, mit dem Smartphone über diverse „Klee-Filter“ und den Zugriff auf die Kamera den künstlerischen Prozess von Paul Klee nachzuerleben und eine eigene Bildwelt zu erschaffen. Über den Hashtag #ConstructKlee werden die gespeicherten Bilder mit einem Klick in den sozialen Netzwerken geteilt.

Ein Audioguide führt in einem Rundgang von 40 ausgewählten Werken durch die Ausstellung und erlaubt mit Originaltönen und Hintergrundinformationen der Ausstellungsmacher Blicke hinter die Kulissen (erhältlich am Informationstresen in der Pinakothek der Moderne, 4,50 €).

Kinder begeben sich mit der sogenannten „Zauberreise“ auf die Spuren von Paul Klee – einem liebevoll und aufwendig gestalteten Heft, das kostenlos erhältlich ist.

KOOPERATION UND SYMPOSIUM

„Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ findet in Kooperation mit dem Franz Marc Museum, Kochel am See statt. Dort werden parallel „Paul Klee. Landschaften“ (25. Februar–10. Juni 2018) ausgestellt. Im Dialog der beiden Ausstellungen wird die Spannweite von Klees Werk zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen „Bildarchitektur“ und Landschaft greifbar: Während in München Klees Zeit als Bauhaus-Meister in den 1920er-Jahren und die urbanen Herausforderungen der Moderne im Mittelpunkt stehen, führen den Besucher in Kochel Klees Landschaften und Naturdarstellungen auf imaginäre Reisen.

Im Rahmen der Kooperation veranstalten die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne und das Franz Marc Museum am 19. und 20. April 2018 ein zweitägiges internationales Symposium in München und Kochel am See. Klee-Experten, Kuratoren und Kunsthändler werden Aspekte von Stadt und Land thematisieren und die internationale Popularität von Klees Œuvre bei Publikum und Sammlern – von Europa über die USA bis nach Asien – diskutieren.

Zusätzlich finden unter Paul Klees Motto „Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis“ an drei Sonntagen während der Ausstellungsdauer Tagesausflüge zwischen München und Kochel am See statt.

GESPRÄCH

Mayen Beckmann und Alexander Klee werfen einen persönlichen Blick auf das Schaffen ihrer Großväter Max Beckmann und Paul Klee sowie ihr künstlerisches Erbe.

BEGLEITPROGRAMM

Neben einem umfassenden Führungsangebot und Filmmatineen stehen in München

ein Kochevent mit einem Fernsehkoch,

ein Sternwartenbesuch mit Apéro,

eine Party mit dem Blitz-Club,

ein Ballett in der Rotunde der Pinakothek der Moderne sowie

ein Konzert in der Hochschule für Musik und Theater auf dem Programm.

Weitere Informationen zum Programm: www.pinakothek.de/klee

 

Welt-Alzheimertag  am 21. September 2017

München bietet Kunstführungen für Menschen mit Demenz

AKTIONSWOCHE | 18. SEPTEMBER – 24. SEPTEMBER 2017

Anlässlich des Welt-Alzheimertages 2017 bieten Münchner Museen und Ausstellungsorte in der Woche vom 18. bis 24. September 2017 mit KunstZeit Führungen an, die sich gezielt an Menschen mit Demenz und ihre Begleiterinnen und Begleiter richten.
In entspannter Atmosphäre bietet KunstZeit ein gemeinsames Kunsterlebnis für alle teilnehmenden Personen – ob Betroffene oder Angehörige. Vor ausgewählten Kunstwerken ist ausreichend Zeit, eigene Gedanken, Gefühle und Erinnerungen einzubringen. Musikalische oder künstlerisch-praktische Akzente ergänzen das intuitive Entdecken.
Die Führungen dauern inklusive der Kaffee- und Teerunde ca. 90 Minuten und sind kostenfrei. Es fällt lediglich der Eintritt in das jeweilige Museum an.

KunstZeit beruht auf einem gemeinsamen Konzept der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der städtischen Museen und Kunstorte Museum Villa Stuck, Lenbachhaus und Artothek. Auf Initiative der Stiftung Pinakothek der Moderne wird KunstZeit durch die freundliche Unterstützung der Josef und Luise Kraft-Stiftung ermöglicht.

PROGRAMM ANLÄSSLICH DES WELT-ALZHEIMERTAGES AM 21.09.2017

Montag, 18.09.17, 14 Uhr
Museum Villa Stuck
KUNSTZEIT – Führung für Menschen mit Demenz
Ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk
„Wenn Orpheus sang, dann kamen die Tiere der Erde, die Vögel der Luft, die Fische im Wasser und lauschten“. Der Künstler Franz von Stuck errichtete 1897/98 als junger Maler, Graphiker und Bildhauer seine beeindruckende Künstlervilla in München. Ein Rundgang mit musikalischen Akzenten durch die repräsentativen Wohnräume und das Künstleratelier bietet lebendige, sinnliche Zugänge.
Anmeldung unter fraenzchen.villastuck@muenchen.de oder 089 455551-29

Dienstag, 19.09.17, 15 Uhr
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
KUNSTZEIT – Führung für Menschen mit Demenz
Kunst und Zeit
Formen und Farben, Menschen und Götter, beeindruckende Kunstwerke aus 5.000 Jahren Altägypten entdecken wir gemeinsam und nähern uns haptisch und sinnlich den Statuen an, die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben.
Anmeldung unter buchungen@smaek.de oder 089-289 27 634

Donnerstag, 21.09.17, 15 Uhr

Pinakothek der Moderne

KUNSTZEIT – Führung für Menschen mit Demenz

Das Bild der Frau im Wandel der Zeit

Die Pinakothek der Moderne bietet für die KunstZeit-Führung hervorragende Bedingungen. Von Werken des Expressionismus bis hin zu zeitgenössischer Kunst und Fotografie: Die Erzählungen, die sich hinter den jeweiligen Bildern verbergen, werden gemeinsam erschlossen. Was wird als schön empfunden? Welche Stimmungen oder Gefühle verbinden sich mit den Werken?
Anmeldung unter programm@pinakothek.de oder T 089 23805-198

Donnerstag, 21.09.17, 18 Uhr und Sonntag, 24.09.17, 14 Uhr
Bayerisches Nationalmuseum
KUNSTZEIT – Führung für Menschen mit Demenz
Es lebe – Erlebe die Kunst!

Im Bayerischen Nationalmuseum gibt es wahre Schätze europäischer Kunst- und Kulturgeschichte aus zwei Jahrtausenden zu sehen, denn seit dem 19. Jahrhundert wurden die Sammlungen der bayerischen Könige noch um viele Glanzstücke bereichert. Das herrliche historische Gebäude lädt uns zu einer Entdeckungstour in entspannter Atmosphäre ein. Mit begleitenden Materialien zum Tasten, Hören oder Riechen wollen wir einige Kunstwerke auf ganz neue Art intensiv erspüren.
Anmeldung erwünscht unter bay.nationalmuseum@bnm.mwn.de oder Telefon 089 21124-216

Freitag, 22.09.17, 14 Uhr
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
KUNSTZEIT – Führung für Menschen mit Demenz
Menschen, Tiere und ihre Umgebung in der Kunst des Blauen Reiter
Die Bilder des Blauen Reiter sind mit ihren kräftigen Farben und ihrer klaren Bildsprache sinnliche Werke, die eine Reise durch fantastische Welten der Tiere oder der Menschen ermöglichen.
Der Rundgang ist ohne weite Wege. Der Startpunkt der Führung ist mit dem Fahrstuhl − auch direkt von der Garderobe aus − sehr gut erreichbar. Rollstühle und Gehhilfen stehen im Museum zur Verfügung.
Die Räume bieten genug Platz für eine Gruppe mit Gehhilfen und drei Rollstühlen.
Anmeldung unter kunstvermittlung-lenbachhaus@muenchen.de oder T 089 233320-28

Samstag, 23.09.17, 15 Uhr
ARTOTHEK – städtischer Kunstverleih
KUNSTZEIT – Führung für Menschen mit Demenz
LEIHWEISE / ZEITWEISE
Im städtischen Kunstverleih gibt es Kunst zum Anfassen und Mitnehmen. Beim gemeinsamen Entdecken und Stöbern durch die Sammlung nähern sich die Teilnehmenden ausgewählten Bildern, Objekten und Kleinplastiken intuitiv, neugierig tastend und im Gespräch.
Mit Anmeldung bis 15.9.17 unter kunstvermittlung@muenchen.de
Der Kunstverleih ist nur bedingt barrierefrei zugänglich.