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Forscher des Fraunhofer SIT finden gravierende Sicherheitslücken in VoIP-Telefonen

Hacker können auch über Telefongeräte an sensible Daten und Dienste gelangen: Die meisten Unternehmen nutzen VoIP-Telefone, die ins Firmennetzwerk eingebunden sind. Sicherheitsforscher des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt haben in diesen VoIP-Telefonen insgesamt 40 teils gravierende Schwachstellen gefunden. Angreifer können über diese Lücken Gespräche abhören, das Telefon außer Betrieb setzen oder sich über Schwachstellen im Gerät weiteren Zugriff auf das Firmennetzwerk verschaffen. Die Hersteller der VoIP-Telefone haben die Schwachstellen mittlerweile geschlossen. Nutzern wird dringend empfohlen, die entsprechenden Updates der Geräte-Firmware einzuspielen. Weitere technische Details zu den Schwachstellen finden sich unter www.sit.fraunhofer.de/cve. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Forscher auf der DEFCON vorgestellt, eine der weltweit größten Hackerkonferenzen.

Die Sicherheitsexperten des Fraunhofer SIT haben insgesamt 33 VoIP-Telefongeräte von 25 verschiedenen Herstellern auf Lücken und Schwachstellen geprüft. Dafür haben sie die webbasierten Benutzeroberflächen der Geräte untersucht, über die Administratoren die Telefone konfigurieren können. Von den Ergebnissen waren selbst die Sicherheitsexperten überrascht: „Wir hatten nicht erwartet, dass wir so viele derart kritische Lücken finden, da diese Geräte schon lange auf dem Markt sind und sie dementsprechend getestet und sicher sein müssten“, erklärt Stephan Huber, einer der an der Untersuchung beteiligten Forscher.

Eine Schwachstellenart war so schwerwiegend, dass es den Sicherheitsforschern gelungen ist, die komplette administrative Kontrolle über das VoIP-Telefon zu erlangen. „Das ist ein Sicherheitstotalausfall“, sagt Fraunhofer SIT-Wissenschaftler Philipp Roskosch, der ebenfalls an der Untersuchung beteiligt war. Hierüber könnten Angreifer auch andere Geräte manipulieren, die sich im selben Netzwerk befinden, wie weitere VoIP-Telefone, Rechner oder auch Produktionsmaschinen. Dieser Angriff war bei sieben Geräten möglich. Ein weiteres Angriffsszenario war eine Denial-of-Service-Attacke, die die VoIP-Telefone außer Gefecht setzt. Dies ist beispielsweise für Kundenhotlines, etwas von Banken oder Versicherungen, geschäftsschädigend.

Die Sicherheitsforscher haben alle Hersteller der untersuchten VoIP-Telefone über die gefundenen Schwachstellen informiert; diese haben alle reagiert und die Lücken geschlossen. Die Fraunhofer SIT-Experten raten deshalb allen Nutzern, die eigenen Geräte aktuell zu halten und auf Updates für die Geräte-Firmware zu achten. Weitere technische Details zu den untersuchten VoIP-Telefonen und den gefundenen Lücken finden sich im Internet auf www.sit.fraunhofer.de/cve .

E-Mail-Fälschungen werden immer raffinierter - Das BSI warnt

 

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Im  Zusammenhang mit den kürzlich bekannt gewordenen Sicherheitslücken "Spectre" und "Meltdown" beobachtet das BSI aktuell eine SPAM-Welle mit angeblichen Sicherheitswarnungen des BSI. Die Empfänger werden darin aufgefordert, Sicherheitsupdates durchzuführen, die unter einem in der Mail enthaltenen Link abgerufen werden können. Der Link führt zu einer gefälschten Webseite, die Ähnlichkeit mit der Bürger-Webseite (www.bsi-fuer-buerger.de) des BSI aufweist. Der Download des angeblichen Updates führt zu einer Schadsoftware-Infektion des Rechners oder Smartphones.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist nicht Absender dieser E-Mails. Empfänger einer solchen oder ähnlichen E-Mails sollten nicht auf Links oder ggf. angehängte Dokumente klicken, sondern die E-Mail stattdessen löschen. Anwender, die die gefälschte Webseite geöffnet haben, sollten keinesfalls das dort verlinkte angebliche Sicherheitsupdate herunterladen.

Legitime Sicherheitsupdates zur Behebung der Sicherheitslücken "Spectre" und "Meltdown" werden von den jeweiligen Herstellern zur Verfügung gestellt und nicht per E-Mail verteilt. Informationen und Handlungsempfehlungen zu "Spectre" und "Meltdown" hat das BSI unter www.bsi-fuer-buerger.de/Spectre_Meltdown veröffentlicht.