Digitale Helfer für die mentale Gesundheit?

1 Apr.

In Zukunft lassen sich digitale Helfer nicht mehr wegdenken

Smart Watches, Apps und Chatbots: Worauf es ankommen wird

Digitale Tools sollen eine Lücke füllen, die seit Jahren größer wird: zu wenig Therapieplätze, zu viele Menschen mit psychischen Erkrankungen, zu viel Zeit zwischen den Sitzungen. Doch Apps, Wearables und Sprachmodelle unterscheiden sich untereinander in Funktion, Nutzen und Risiko grundlegend. Max-Planck-Institute forschen deshalb nicht nur an neuen Anwendungen, sondern an Kriterien: Was wirkt und was ist sicher?

Auf den Punkt gebracht

Chatbot gegen Einsamkeit: Um den Elderbot zu nutzen, brauchen die Studienteilnehmenden keine digitalen Vorkenntnisse, kein eigenes Handy und keine App – sie müssen einfach nur sprechen. Im Bild: Forscher Rodrigo Schettino.  

© MPI für Bildungsforschung
Chatbot gegen Einsamkeit: Um den Elderbot zu nutzen, brauchen die Studienteilnehmenden keine digitalen Vorkenntnisse, kein eigenes Handy und keine App – sie müssen einfach nur sprechen. Im Bild: Forscher Rodrigo Schettino.  
© MPI für Bildungsforschung
  • Digitale Anwendungen können die psychotherapeutische Versorgung nicht ersetzen, wohl aber strukturelle Lücken überbrücken – etwa Wartezeiten, Therapiepausen oder den Alltag zwischen Sitzungen. Ihre Wirkung ist bislang je nach System, Zielgruppe und Einsatzkontext sehr unterschiedlich belegt.
  • Dialogbasierte KI-Systeme, Chatbots, werden von Nutzerinnen und Nutzern teilweise als Gesprächspartner erlebt, obwohl sie keine Empathie besitzen, keine diagnostische Verantwortung tragen und auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen beruhen.
  • Entscheidend für den Nutzen digitaler Helfer ist daher nicht ihre technische Leistungsfähig­keit, sondern der Rahmen ihres Einsatzes: transparente Entwicklung, überprüfbare Evidenz und klinische Einbindung.